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27.11.2015

08:51 Uhr

Fernsehrechte in der Bundesliga

Rummenigge könnte TV-Einnahmen vervierfachen

Quelle:dpa

Der Vorstandschef des FC Bayern München ist beim Bundeskartellamt vorstellig geworden. Karl-Heinz Rummenigge will laut „SZ“ die Möglichkeiten in Sachen TV-Rechte prüfen. Ziel: Eine eigenständigere Vermarktung.

Karl-Heinz Rummenigge ist der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München. Foto: Peter Kneffel dpa

Karl-Heinz Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge ist der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München. Foto: Peter Kneffel

MünchenBayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung” beim Bundeskartellamt Möglichkeiten für eine andere Vergabe der Fernsehrechte an der Bundesliga ausgelotet.

Der Chef des deutschen Fußball-Rekordmeisters will nach Informationen der Zeitung eine eigenständigere Vermarktung der TV-Rechte durch die Vereine erreichen. „Es wurde diskutiert, was für den FC Bayern möglich ist”, hieß es.

Der Besuch habe vor gut drei Wochen stattgefunden. „Im Laufe der Prüfung werden auch Gespräche mit einzelnen Marktteilnehmern geführt”, zitierte die „SZ” das Kartellamt. Die Wettbewerbshüter in Bonn befassen sich derzeit mit dem Vergabeverfahren der Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga, da die 36 Proficlubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga die Rechte über die Deutsche Fußball Liga (DFL) zentral vermarkten. Daher ist eine Prüfung notwendig.

TV-Rechte: Was Fernsehsender für den Fußball zahlen

Bundesliga I

In der Bundesliga fließt Geld an die Klubs seit 1965. Am Anfang waren es mit umgerechnet gut 330.000 Euro, doch dieser Betrag erhöhte sich Schritt für Schritt. Einen richtig großen Sprung machte Bundesliga aber erst Ende der achtziger Jahr mit einem Volumen von mehr als 20 Millionen Euro.

Bundesliga II

In den neunziger Jahren wurde die Marke von 100 Millionen Euro pro Saison gerissen. In den folgenden Jahren vervierfachte sich der Betrag bis 2013 auf mehr als 400 Millionen Euro.

Bundesliga III

Aktuell sind folgende Erlöse für die 1. und 2. Bundesliga vereinbart, wie auf der Internetseite Fußball und Geld nachzulesen ist:
2014/2015: 642 Millionen (1. Bundesliga: 513,6 / 2. Bundesliga: 123,4)
2015/2016: 663 Millionen (1. Bundesliga: 531 / 2. Bundesliga: 132)
2016/2017: 673 Millionen (1. Bundesliga: 539 / 2. Bundesliga: 134)

Bundesliga IV

Ein neuer Vertrag muss also vorerst nicht ausgehandelt werden. Allerdings kursiert bereits die Erwartung, dass die Einnahmen aus TV-Rechten spätestens 2017 die Milliardengrenze erreichen.

Premier League

Vorbild dafür ist die englische Premier League, die bereits über die Milliardengrenze gesprungen ist. Mehr noch: Ab 2016 steigen dort die TV-Einnahmen auf mehr als zwei Milliarden Euro pro Saison - allein aus dem Inland.

Serie A

In Italien wurde ein Vertrag für den Zeitraum 2015 bis 2018 geschlossen. Die Serie A erhält danach 943 Millionen Euro. Das sind 114 Millionen mehr als im Zeitraum von 2011 bis 2014.

Ligue 1

Der französische Profifußball hat einen neuen Vertrag ab 2016 geschlossen. Danach kassiert die Liga pro Saison 748,5 Millionen Euro – also deutlich weniger als in Italien und vor allem England.

Primera Division

Anders ist die Situation in Spanien. Dort vermarktet sich nicht die Liga, sondern es verkaufen die Klubs ihre TV-Rechte einzeln. Deshalb schaffen beliebte Vereine wie Madrid und FC Barcelona seit Jahren hohe Millionenbeträge, während die meisten anderen deutlich weniger erlösen.

Fifa

Schon 2011 hat die Fifa für die von ihr veranstalteten Weltmeisterschaften TV-Rechte vergeben. Dies betraf den Zeitraum 2015 bis 2022. Es ging dabei um einen von 1,85 Milliarden US-Dollar.

Der laufende Vierjahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro endet 2017. In dieser Saison verteilt die DFL aus der zentralen Vermarktung insgesamt 850 Millionen Euro, 170 Millionen davon (20 Prozent) gehen an die 2. Liga.

Rummenigge soll laut „SZ” beim Kartellamt nicht die Abschaffung der bestehenden Zentralvermarktung gefordert haben. Es sei aber über die derzeitige Rechtslage gesprochen worden. Denkbar seien etwa mehr Freiheiten bei der Vermarktung außerhalb Deutschlands oder im Internet.

Die Bayern erhalten derzeit jährlich gut 50 Millionen Euro aus dem Verkauf der Fernsehrechte und deutlich weniger als etwa die britischen oder spanischen Spitzenvereine. Nach Meinung des Bundesliga-Primus würde er aus der Direktvermarktung der TV-Rechte bis zu 200 Millionen Euro erlösen können, also das Vierfache.

Kommentare (2)

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Herr Jürgen Dannenberg

27.11.2015, 09:39 Uhr

Wie wäre es wenn er sich, und nicht nur, sich an die Gesamtkosten seiner gewalttätigen "Fans" nicht nur beteiligt sondern auch trägt.

Herr Jürgen Dannenberg

27.11.2015, 09:39 Uhr

Wie wäre es wenn er sich, und nicht nur, sich an die Gesamtkosten seiner gewalttätigen "Fans" nicht nur beteiligt sondern auch trägt.

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