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13.10.2016

21:29 Uhr

Fifa 2.0

Mammut WM und Strukturwandel

Die Entscheidung mit wie vielen Teams die Fußball-Weltmeisterschaft künftig stattfindet, soll im Januar fallen. Fest steht: Es werden mehr als 32 sein. Fifa-Chef Infantino hat sich durchgesetzt. Und plant noch mehr.

Der Fifa-Chef hat seine Pläne für eine Reformierung des Weltverbands und der WM vorgestellt. AFP; Files; Francois Guillot

Gianni Infantino

Der Fifa-Chef hat seine Pläne für eine Reformierung des Weltverbands und der WM vorgestellt.

ZürichDie Mammut-WM wird schon bald beschlossene Sache sein. Eine Entscheidung über die umstrittene Aufstockung der Teilnehmerzahl auf möglicherweise 48 Teams fällt laut Fifa-Präsident Gianni Infantino Ende Januar 2017. „Wir befinden uns noch in einem intensiven Diskussionsprozess. Die Entscheidung wird beim nächsten Council-Meeting im Januar getroffen“, sagte der Weltverbands-Chef am Donnerstag in Zürich. Zuvor hatte sich das Council mit den in den europäischen Profiligen ungeliebten Vorschlägen Infantinos befasst, die WM von 2026 an mit bis zu 16 Mannschaften mehr zu veranstalten.

„Es ist noch viel Arbeit zu verrichten, aber wir hatten eine sehr gute Diskussion“, berichtete Infantino. Er habe das Gefühl, dass es in dem Fifa-Gremium eine positive Grundhaltung für eine Aufstockung gäbe. Die Beibehaltung des bisherigen Modus mit 32 Teams ist offenbar schon vom Tisch, auch wenn Infantino auf eine entsprechende Frage diplomatisch ausweichend antwortete. In seinem Präsidentschafts-Wahlkampf hatte er eine Erhöhung auf 40 Teams versprochen.

In der Vorwoche überraschte der Schweizer dann bei einer Rede vor Studenten in Kolumbien mit der Idee, sogar 48 Mannschaften zuzulassen. Von denen ermitteln 32 in einer Playoffrunde 16 Endrundenteilnehmer, die dann zu 16 bereits gesetzten Teams stoßen.

Eine Probeabstimmung habe es im Council noch nicht gegeben, sagte Infantino. Die Entscheidung, in welchem Umfang erhöht wird, werde auch davon abhängen, wie viele Startplätze den einzelnen Konföderationen zugesprochen werden. Bislang stellt Europa mit 13 fixen Startern mehr als ein Drittel aller WM-Teilnehmer. Knackpunkt ist offenbar die Frage, nach welchem Modus die gesetzten Teams ausgewählt werden sollen. Würde man die Fifa-Weltrangliste als Grundlage nehmen, müssten nur sehr wenige Teams aus Europa oder Südamerika in die Playoffs.

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Seit 1998 nehmen 32 Teams an einer WM teil. Für 2018 und 2022 wird diese Größe sicher beibehalten, da bereits entsprechende TV- und Marketingverträge abgeschlossen sind. Infantino verspricht sich von der Aufstockung eine weltweite Förderung des Fußballs.

„Wenn sich ein Land im November qualifiziert hat, herrscht dort große Euphorie, wenn man die Qualifikation verpasst, ist es eine nationale Katastrophe. Das schadet dem Fußball“, sagte Infantino. Kritiker wie Bundestrainer Joachim Löw befürchten eine zu große Belastung für die Spieler. Die Idee der Playoffrunde, von der Teams wie der viermalige Weltmeister Deutschland sicher verschont blieben, gilt daher als attraktiver Kompromiss.

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