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10.01.2017

14:55 Uhr

Fifa-Beschluss

48 Mannschaften – Mammut-WM kommt

16 Mannschaften mehr: Fifa-Chef Gianni Infantino bringt die umstrittene Erweiterung des WM-Turniers durch den Rat des Fußball-Weltverbandes. Jetzt kommt es zum Verteilungskampf zwischen Europa, Afrika und Asien.

WM-Erweiterung gegen den Willen der großen europäischen Verbände. Reuters, Sascha Rheker

Fifa-Präsident Infantino

WM-Erweiterung gegen den Willen der großen europäischen Verbände.

ZürichGroß, größer, Fußball-WM. Die historische Entscheidung für eine Weltmeisterschaft im XXL-Format mit 48 Teams hat bei den deutschen Champions großes Unverständnis ausgelöst. „Ich finde das bisherige WM-Format mit 32 Mannschaften immer noch gut und kann aus rein sportlicher Sicht einer Aufstockung gar nichts abgewinnen“, sagte Bundestrainer Joachim Löw kurz nach dem Beschluss des FIFA-Councils, die Teilnehmerzahl vom Turnier 2026 an zu erhöhen. Auch Oliver Bierhoff fand am Dienstag schnell kritische Worte. „Wir müssen aufpassen, dass der Wert und der Kern des Fußballs erhalten bleiben und die Fans weiterhin spüren, dass es primär um den Fußball auf dem Platz geht“, sagte der DFB-Teammanager.

Im Eiltempo hatte die FIFA zuvor die vor allem in Deutschland umstrittenen Pläne von Präsident Gianni Infantino für das Mega-Event durchgewunken. In neun Jahren wird der Fußball-Weltmeister erstmals bei einem Turnier mit 48 Mannschaften gekürt. Auch die von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge angeführte Vereinigung der europäischen Spitzenclubs reagierte umgehend empört und beklagte, in die Entscheidung nicht adäquat eingebunden gewesen zu sein.

Warum der Fußball eine Mammut-WM will

Welche Konflikte gibt es?

Der Plan von Weltverbandschef Gianni Infantino ist beschlossen: Die Mammut-WM ab 2026 mit 48 Mannschaften kommt. Doch die Interessenkonflikte zwischen den kontinentalen Verbänden sind groß.

Wieso soll es mehr WM-Teilnehmer geben?

Die Idee mit einer 40er-WM stammt vom einstigen UEFA-Präsidenten Michel Platini. Sein Funktionärs-Ziehsohn Gianni Infantino punktete damit erfolgreich in seinem Wahlkampf für den Posten als Fifa-Chef gerade in Afrika und Asien.

Welche Vorschläge gab es?

Vier Varianten lagen auf dem Tisch, zwei für eine WM mit 40, zwei mit 48 Teams. Die Gesamtzahl der WM-Spiele steigt von 64 auf 80 Partien.

Was spricht gegen eine größere WM?

Die WM wird komplizierter und sportlich ungerechter. Fundamentalkritik kommt aus dem europäischen Profifußball. Die reichen Europäer sehen eine Überbelastung der von ihnen teuer bezahlten Superstars. Die europäischen Ligen stellen die mit Abstand meisten WM-Spieler.

Warum war Joachim Löw gegen eine Erweiterung?

Der Bundestrainer, der den höchsten sportlichen Wettkampf propagiert, fürchtet eine „Verwässerung“ der Fußball-Qualität. Die nervte Löw schon bei der 24er-EM vergangenen Sommer.

Wer hat über die Erweiterung entschieden?

Das Fifa-Council mit seinen derzeit 33 Mitgliedern aus allen sechs Konföderationen kann das WM-Format bestimmen. Der deutsche Fußball saß nicht mit am Tisch. Der Platz von Wolfgang Niersbach ist noch nicht besetzt.

Das FIFA-Council beschloss die Aufstockung um satte 50 Prozent bei seiner Sitzung in Zürich einstimmig - und im Blitzverfahren. Nach nur etwas mehr als 90 Minuten wurde die Nachricht vom Weltverband per Twitter verkündet. Das Mega-Turnier soll der FIFA Mehreinnahmen von rund einer Milliarde Dollar bringen. Politische und ökonomische Gründe sprachen für die Aufblähung - sportlich ist das Format höchst diskutabel.

Statt der bislang acht Gruppen mit jeweils vier Teams wird es in neun Jahren in der Vorrunde 16 Gruppen mit je drei Mannschaften geben. Voraussichtlich werden die Teams auf den Plätzen eins und zwei jeder Gruppe in die neue K.o.-Zwischenrunde einziehen. Danach geht es wie beim bislang üblichen 32er-Format mit dem Achtelfinale weiter. Der Weltmeister muss somit bis zum Titel wie bislang sieben Spiele absolvieren. Darauf hatten die Kritiker aus Europa massiv gedrängt. Andere Details zur Mega-WM wollte die FIFA erst nach Ende der Sitzung bekanntgeben.

Man müsse diese Einzelheiten vor einer Bewertung abwarten, sagte Bayern-Coach Carlo Ancelotti im Trainingslager in Katar. Die FIFA habe versprochen, dass sie die Zahl der Spiele für jedes Team nicht ändern werde. Der Kalender ist dem Italiener aber ohnehin zu voll.

Die Gesamtzahl der WM-Spiele steigt voraussichtlich von 64 auf 80 Partien. 2018 und 2022 findet die WM noch mit 32 Teams statt, da für die Turniere schon entsprechende Marketing-Deals abgeschlossen sind. Den FIFA-Funktionären lagen insgesamt vier Reformmodelle vor, darunter zwei mit 40 Teams, die durch andere Vorrundenkonstellationen noch mehr WM-Spiele bedeutet hätten. Diese Varianten wurden abgelehnt, wie auch das Format mit einer Playoffrunde vor dem eigentlichen Turnierstart.

Kommentare (7)

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G. Nampf

10.01.2017, 11:01 Uhr

Dann seh´ich mir die WM erst an wenn nur noch 32 Teilnehmer übrigsind.

Oder garnicht.

Es gibt an jedem Fernseher einen "Aus"-Knopf.

G. Nampf

10.01.2017, 11:01 Uhr

Dann seh´ ich mir die WM erst an wenn nur noch 32 Teilnehmer übrigsind.

Oder garnicht.

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G. Nampf

10.01.2017, 11:01 Uhr

Dann seh´ ich mir die WM erst an wenn nur noch 32 Teilnehmer übrigsind.

Oder garnicht.

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