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09.02.2015

20:01 Uhr

FIFA bestätigt

Drei Gegenkandidaten für Präsident Blatter

Prinz Ali bin al-Hussein, Luís Figo und Michael van Praag: Bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten hat Amtsinhaber Joseph Blatter drei Gegenkandidaten – jetzt auch offiziell. Die Wahlkommission hat alle Bewerber zugelassen.

Joseph Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident und hat für eine Wiederwahl gute Chancen. AFP

Präsident seit 1998

Joseph Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident und hat für eine Wiederwahl gute Chancen.

ZürichJoseph Blatter muss sich bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten wie erwartet drei Gegenkandidaten stellen. Der Fußball-Weltverband bestätigte am Montagabend neben Amtsinhaber Blatter auch die Kandidaturen von FIFA-Vizechef Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien, Portugals früherem Weltfußballer Luís Figo und dem niederländischen Verbandschef Michael van Praag. Die zuständige Ad-hoc-Wahlkommission ließ damit alle vier noch verbliebenen Bewerber zur Wahl am 29. Mai in Zürich zu.

Die Kandidaten wurden von der Ethikkommission der FIFA auf ihre Integrität untersucht. Danach beurteilte die Ad-hoc-Wahlkommission die Bewerbungen und erteilte die Zulassungen. Unter anderem mussten die Kandidaten nachweisen, in den vergangenen fünf Jahren mindestens zwei Jahre eine offizielle Funktion im Fußball ausgeübt zu haben.

Joseph Blatter

Blatter als Fußballer

Blatter war selbst von 1948 bis 1971 aktiver Fußballer und schaffte es bis in die oberste Schweizer Amateurliga.

Karriere vor der Fifa

Joseph Blatter studierte an der Rechtsfakultät der Universität Lausanne und schloss sein Studium mit dem Lizentiat der Handels- und Volkswirtschaftswissenschaften ab. Er begann er seine Karriere als Journalist und PR-Fachmann im sportlichen und privatwirtschaftlichen Sektor. Kontakte zur internationalen Sportszene knüpfte Blatter als Direktor für PR und Sport der Longines S.A., die an der Organisation der Olympischen Spiele 1972 und 1976 beteiligt war.

Mitgliedschaft im Exekutivkomitee

Schon seit 1981 gehört Blatter zum Exekutivkomitee des Fussball-Weltverbandes und war somit an insgesamt fünf Weltmeisterschaften beteiligt. Einen Namen machte sich Blatter zusammen mit dem damaligen Präsidenten Havelanges bei den Verhandlungen für Fernseh- und Marketingverträge zur kommerziellen Verwertung der Fussball-Weltmeisterschaften bis 2006.

Präsidentschaft

1998 wurde Blatter zum achten Präsidenten der Fifa gewählt. Seit 1999 ist er auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOK). Im Laufe seiner Amtszeit setzte Blatter viele Projekte um, die sein Vorgänger João Havelanges initiiert hatte. Dazu gehören die Wettbewerbs- und Ausbildungsprogramme der Fifa, die Weltmeisterschaften in den Alterskategorien U-20 und U-17 sowie im Frauen- und Hallenfußball. Blatter wurde 2002 für eine zweite Amtsperiode gewählt und 2007 erneut für eine weitere Amtszeit bestätigt.

Soziales Engagement

Joseph Blatter engagiert sich seit langem für verschiedene humanitäre Projekte und untermauert dadurch seine Überzeugung, dass Fußball eine gesellschaftliche Verantwortung trägt. Er begann 1994 eine Partnerschaft mit den SOS Kinderdörfern, die die Fifa finanziell und materiell unterstützt. Seit 1998 führt Blatter auch immer wieder Kampagnen mit UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, durch.

Seine Fußballphilosophie

„Fußball für alle, alle für den Fußball“ - Neben der gesellschaftlichen Verantwortung liegt Blatter das Fairplay am Herzen. Fußball ist für ihn eine Möglichkeit für eine bessere Völkerverständigung. Er setzt zudem darauf, sämtliche Akteure des Fußballs über ein modernes Kommunikationsnetz zu verknüpfen und mit Politik und Wirtschaft in Kontakt zu treten. In erster Linie aber bedeutet der Fußball für Blatter natürlich Leidenschaft und Emotionen.

Die unabhängigen französischen Kandidaten Jérôme Champagne und David Ginola hatten die notwendigen fünf Unterstützerschreiben nationaler Verbände beide nicht vorweisen können und ihre Kandidaturen daher bereits zurückziehen müssen.

Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident. Trotz anhaltender Kritik am Weltverband wegen der umstrittenen WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) ist der machtbewusste 78-jährige Schweizer weiterhin Favorit für eine Wiederwahl.

Von

dpa

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