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03.06.2015

07:31 Uhr

Fifa

Bringt das FBI Sepp Blatter zur Strecke?

VonMoritz Koch

Fifa-Boss Sepp Blatter flüchtet aus dem Amt, die US-Justiz ist ihm auf den Fersen. Ermittlungen gegen den Fußballpaten laufen wohl bereits. Doch noch fehlt die „smoking gun“, der Beweis für sein Mitwissen und Mitwirken.

Fifa-Insider

Sepp Blatter im Visier der Fahnder

Fifa-Insider: Sepp Blatter im Visier der Fahnder

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Zürich, DüsseldorfSepp Blatter fühlte sich sicher, er erschien unantastbar – fast so, als stünde er als irdischer Stellvertreter des Fußballgottes über dem Gesetz. Verblendung? Hybris? Nicht nur: Blatters Glaube an die eigene Immunität stützte sich auf Erfahrungswerte, empirische Daten, wenn man so will. Irgendwie hatte der Fifa-Boss jede Affäre unbeschadet überstanden, jede Anschuldigung pariert.

Nun aber ist eingetreten, was Empiriker, die nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit Sprache umgehen können, als schwarzen Schwan bezeichnen: Ein unvorhergesehenes Großereignis. Wer hätte schon geglaubt, dass ausgerechnet die Amerikaner, die „Soccer“ in erster Linie als Freizeitspaß für Schulkinder erachten, sich anschicken würden, den Weltfußball von der Geißel der Korruption zu befreien?

Der schwarze Schwan hat einen Namen: Loretta Lynch. Vor genau einer Woche hat die Justizministerin und Generalstaatsanwältin das Fifa-Kartell angeklagt. Nun kollabiert das Regime, das den Fußball beherrscht und vermarket hat. Und Blatter, von Stars wie Luis Figo und Diego Maradona als Diktator gescholten, tut was Diktatoren tun, wenn sie spüren, dass ihre Macht zerrinnt. Er flüchtet.

In einer hastig anberaumten Pressekonferenz verkündete der Fifa-Präsident am Dienstag seinen Rücktritt. 17 Jahre nach seinem Amtsantritt, fünf Tage nach seiner Wiederwahl, auf die er trotz des Korruptionsskandals beharrt hatte. Triftige Gründe nannte Blatter nicht. „Ich habe das Gefühl, dass ich nicht das Mandat der gesamten Fußball-Welt habe“, sagte er nur.

Der Schweizer wird geahnt haben, dass ihm US-Strafverfolger auf den Fersen sind. Und diese Ahnung hat sich inzwischen konkretisiert. US-Medien berichten, dass die Justizbehörden gegen Blatter ermitteln.

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Zwar wollte eine Sprecherin der zuständigen New Yorker Bezirksstaatsanwaltschaft die Meldungen dem Handelsblatt nicht bestätigen. „Wir haben uns in der Vergangenheit zu den laufenden Ermittlungen nicht geäußert und werden es auch künftig nicht tun“, sagte sie. „Die Informationen stammen nicht von uns.“ Doch das bedeutet nicht, dass die Berichte des Fernsehsenders ABC und der „New York Times“ nicht plausibel sind. Denn die Informanten können etwa bei der Bundespolizei FBI oder der Steuerbehörde IRS sitzen. Schon in der vergangenen Woche hieß es aus Justizkreisen zum Thema Blatter: „Sein Schicksal hängt davon ab, wie das Verfahren weitergeht.“

Kommentare (16)

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Herr Norbert Bluecher

02.06.2015, 20:32 Uhr

In welchem Wahlgang ist Blatter denn zum Fifa-Präsidenten gewählt worden???

Herr Jürgen Dannenberg

03.06.2015, 07:30 Uhr

Das wäre mit einer deutschen Staatsanwaltschaft oder europäischen Staatsanwaltschaft nie, nie soweit gekommen das man die FIFA so unter Druck setzen kann. Na, was hat die FIFA daraus gelernt?
Leg dich nicht mit den Amis an, besonders wenn man so korrupt ist wie die FIFA. und meint man, könne das nicht nicht minder korrupte Katar die WM geben. Dieses Katar. das bisher nicht mit fußballerischen oder anderen nicht muslimischen Glanztaten geglänzt hat.
Das wäre mit einer deutschen Staatsanwaltschaft oder europäischen Staatsanwaltschaft nie, nie soweit gekommen das man die FIFA so unter Druck setzen kann. Na was hat die FIFA daraus gelernt?
Leg dich nicht mit den Amis an, besonders wenn man so korrupt wie die FIFA uistnd meint man könne das nicht nicht minder, korrupte Katar die WM geben.Das wäre mit einer deutschen Staatsanwaltschaft oder europäischen Staatsanwaltschaft nie, nie soweit gekommen das man die FIFA so unter Druck setzen kann. Na was hat die FIFA daraus gelernt? Leg dich nicht mit den Amis an, besonders wenn so korrupt ist wie die FIFA und meint man könne das nicht nicht minder korrupte Katar die WM geben.

Herr Fred Meisenkaiser

03.06.2015, 07:49 Uhr

Die seit Jahren bekannten Verhältnisse in der FIFA stören nun plötzlich. Ausgerechnet zu einer Zeit, da Rußland in die Knie gezwungen werden soll.

Was wird den nun mit dem Österreicher Rummenigge? Der war Teil des Systems Blatter!

In der Politik, sei es nun Deutschland, die EU, die USA wird Korruption in Form von Lobyyismus hoch geschätzt - das Geld fließt hier offensichtlich in die richtigen Taschen! Hätte Blatter den Reichen in den USA an seinen Gewinnen teilhaben lassen - nie wäre Kritik aufgekommen!

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