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26.01.2015

10:35 Uhr

Fifa-Chef Joseph Blatter

„Sie wollen mich loswerden“

Joseph Blatter attackiert die Uefa: Vor der Präsidentschaftswahl stellt der Fifa-Chef klar, dass er eine fünfte Amtszeit anstrebt. Sein Vize Prinz Ali bin Al-Hussein gilt als sein einziger ernsthafter Herausforderer.

Der Schweizer Joseph Blatter bekräftigte erneut, dass er eine fünfte Amtszeit anstrebe und nicht freiwillig abtreten wolle. ap

Der Schweizer Joseph Blatter bekräftigte erneut, dass er eine fünfte Amtszeit anstrebe und nicht freiwillig abtreten wolle.

ZürichFifa-Chef Joseph Blatter hat vier Monate vor der Präsidentschaftswahl des Fußball-Weltverbandes die Uefa scharf attackiert und eine Kampfansage an seine Konkurrenten geschickt.

„Sie wollen mich loswerden. Die Opposition kommt, es ist schade das zu sagen, aus Nyon von der Uefa“, sagte der 78 Jahre alte Schweizer in einem Interview des US-Senders CNN und warf dem europäischen Dachverband und dessen Präsidenten Michel Platini vor, „nicht den Mut zu haben“, einen Kandidaten aus den eigenen Reihen zu nominieren.

Ein Sprecher der Uefa wollte laut CNN zunächst keinen Kommentar abgeben und verwies auf eine Erklärung Platinis nach der Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees am (heutigen) Montag in Nyon. Neben Amtsinhaber Blatter haben sein Vize Prinz Ali bin Al-Hussein, der frühere Fifa-Funktionär Jérôme Champagne und der ehemalige französische Nationalspieler David Ginola ihre Kandidaturen für die Wahl am 29. Mai angekündigt.

Zuletzt hatte sich auch der niederländische Spielervermittler Mino Raiola ins Gespräch gebracht. Al-Husseins Ansage wurde von der Uefa und vom Deutschen Fußball-Bund grundsätzlich begrüßt. Der Jordanier gilt als einziger ernsthafter Herausforderer von Blatter.

TV-Rechte: Was Fernsehsender für den Fußball zahlen

Bundesliga I

In der Bundesliga fließt Geld an die Klubs seit 1965. Am Anfang waren es mit umgerechnet gut 330.000 Euro, doch dieser Betrag erhöhte sich Schritt für Schritt. Einen richtig großen Sprung machte Bundesliga aber erst Ende der achtziger Jahr mit einem Volumen von mehr als 20 Millionen Euro.

Bundesliga II

In den neunziger Jahren wurde die Marke von 100 Millionen Euro pro Saison gerissen. In den folgenden Jahren vervierfachte sich der Betrag bis 2013 auf mehr als 400 Millionen Euro.

Bundesliga III

Aktuell sind folgende Erlöse für die 1. und 2. Bundesliga vereinbart, wie auf der Internetseite Fußball und Geld nachzulesen ist:
2014/2015: 642 Millionen (1. Bundesliga: 513,6 / 2. Bundesliga: 123,4)
2015/2016: 663 Millionen (1. Bundesliga: 531 / 2. Bundesliga: 132)
2016/2017: 673 Millionen (1. Bundesliga: 539 / 2. Bundesliga: 134)

Bundesliga IV

Ein neuer Vertrag muss also vorerst nicht ausgehandelt werden. Allerdings kursiert bereits die Erwartung, dass die Einnahmen aus TV-Rechten spätestens 2017 die Milliardengrenze erreichen.

Premier League

Vorbild dafür ist die englische Premier League, die bereits über die Milliardengrenze gesprungen ist. Mehr noch: Ab 2016 steigen dort die TV-Einnahmen auf mehr als zwei Milliarden Euro pro Saison - allein aus dem Inland.

Serie A

In Italien wurde ein Vertrag für den Zeitraum 2015 bis 2018 geschlossen. Die Serie A erhält danach 943 Millionen Euro. Das sind 114 Millionen mehr als im Zeitraum von 2011 bis 2014.

Ligue 1

Der französische Profifußball hat einen neuen Vertrag ab 2016 geschlossen. Danach kassiert die Liga pro Saison 748,5 Millionen Euro – also deutlich weniger als in Italien und vor allem England.

Primera Division

Anders ist die Situation in Spanien. Dort vermarktet sich nicht die Liga, sondern es verkaufen die Klubs ihre TV-Rechte einzeln. Deshalb schaffen beliebte Vereine wie Madrid und FC Barcelona seit Jahren hohe Millionenbeträge, während die meisten anderen deutlich weniger erlösen.

Fifa

Schon 2011 hat die Fifa für die von ihr veranstalteten Weltmeisterschaften TV-Rechte vergeben. Dies betraf den Zeitraum 2015 bis 2022. Es ging dabei um einen von 1,85 Milliarden US-Dollar.

Bis zum Donnerstag muss jeder Kandidat die Unterstützung von mindestens fünf der 209 Fifa-Mitgliedsstaaten vorweisen. Blatter bekräftigte erneut, dass er eine fünfte Amtszeit anstrebe und nicht freiwillig abtreten wolle. „Es ist nicht mein erster Kampf um die Präsidentschaft. Ich habe immer noch die Überzeugung und glaube an mich und an den Fußball“, sagte der Schweizer.

Als Datum für die Veröffentlichung der Kandidatenliste bei der Wahl beim Kongress Ende Mai in Zürich nannte Blatter in dem CNN-Interview den 7. oder 8. Februar. Zuvor hatte bereits Domenico Scala, der Vorsitzende der Wahlkommission, erklärt, dass das Gremium nach dem 29. Januar noch „etwas Zeit“ brauche bis zur Bekanntgabe der Namen.

Von

dpa

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