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02.04.2014

16:00 Uhr

Fifa-Entscheid

Transferverbot für den FC Barcelona

Der FC Barcelona ist wegen Wechseln von minderjährigen Spielern von der Fifa mit einem Transferverbot belegt worden. Die Strafe gilt für zwei Wechselperioden. Der Klub hat schon angekündigt, Einspruch einlegen zu wollen.

Darf vermutlich nicht nach Barcelona: Borussia Mönchengladbachs Torwart Marc-Andre ter Stegen. dpa

Darf vermutlich nicht nach Barcelona: Borussia Mönchengladbachs Torwart Marc-Andre ter Stegen.

ZürichPaukenschlag in Zürich: Der FC Barcelona muss in den anstehenden zwei Spielzeiten mit seinem bestehenden Kader um Messi und Neymar auskommen: Der Fußball-Weltverband Fifa hat den amtierenden spanischen Meister wegen des Transfers von minderjährigen Spielern mit einem Transferverbot belegt und angewiesen, „die Situation aller fraglichen minderjährigen Spieler binnen 90 Tagen zu legalisieren“.

Die Strafe gilt für zwei volle Wechselperioden, teilte die Fifa am Mittwoch mit. In dieser Zeit darf der Verein keine Spieler kaufen. Zudem muss Barcelona eine Strafe von 450.000 Schweizer Franken zahlen

Auch der spanische Verband RFEF muss wegen der Verstöße gegen Artikel 19 des „Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern“ 410.000 Euro (500.000 Schweizer Franken) bezahlen. Die Fifa forderte den RFEF auf, „innerhalb eines Jahres sein Regelwerk und das bestehende System bezüglich des internationalen Transfers von Minderjährigen im Fußball zu legalisieren“.

Der Klub wie der spanische Verband erhielten zudem von der Fifa-Disziplinarkommission eine offizielle Rüge. Die harte Fifa-Sanktion könnte auch Auswirkungen auf den möglichen Wechsel von Marc-André ter Stegen nach Barcelona haben.

Die Finanzlage beim FC Barcelona 2012

Einnahmen

In der Money League der Wirtschaftsprüfer von Deloitte liegt der FC Barcelona mit einem Umsatz von 451 Millionen Euro auf Platz zwei. Die mit Abstand größten Einnahmen kommen aus der TV-Vermarktung. Ein lukrative Vertrag mit der TV-Vermarktungsgesellschaft Mediapro spülte rund 183 Millionen Euro in die Kassen des Vereins, das sind rund 40 Prozent der Gesamteinkünfte.
Ein Viertel der Einnahmen stammen aus dem Ticketverkauf. Mit durchschnittlich knapp 80.000 Zuschauern liegt Barça im Vergleich zu anderen europäischen Top-Mannschaften ganz weit vorne.

Ausgaben

Barça hat angefangen zu sparen: Insgesamt gab der Klub in der Saison 2010/2011 laut Geschäftsbericht rund 441 Millionen Euro aus, 54 Millionen weniger als in der Vorsaison. Wichtigster Kostenblock sind die Personalkosten des Kaders, die Barcelona mit 257 Millionen Euro beziffert.
Barça hat auch hier den Rotstift angesetzt und die Gehälter um rund 10 Millionen Euro gekürzt. Insgesamt wies der Verein nach Steuern einen Verlust von neun Millionen Euro nach Steuern aus.

Schulden

Nach der Saison 2010/2011 wies der Verein Schulden in Höhe von 364 Millionen Euro aus. Immerhin rund 77 Millionen Euro weniger als in der Vorsaison. José Gay de Liébana, Wirtschaftsprofessor an der Universität von Barcelona, taxiert die Schulden jedoch deutlich höher: Er schätzt, dass der Verein mit 578 Millionen Euro in der Kreide stünde, würde man alle Verbindlichkeiten mit einrechnen.
Danach wäre der FC Barcelona der am höchsten verschuldete Verein der spanischen Liga. Ein Gläubiger Barcelonas ist auch der Staat, dem der Verein derzeit rund 48 Millionen an Steuern schuldet.

„Ich habe davon noch nichts gehört und ich weiß nicht, was ihr jetzt von mir wollt. Ich will dazu nichts sagen. Fakt ist: ich werde Borussia auf jeden Fall im Sommer verlassen“, sagte der Torhüter von Borussia Mönchengladbach am Mittwoch der Zeitung „Express“.

Auch ein Vereinssprecher des Bundesligisten erklärte lediglich: „Wir sagen dazu nichts.“ Entscheidend ist ob der Wechsel schon fix und der Vertrag zwischen ter Stegen und Barça bereits unterzeichnet ist. Dann würde die Fifa-Strafe nicht greifen.

„Die Ermittlungen betrafen mehrere minderjährige Spieler, die über verschiedene Zeiträume zwischen 2009 und 2013 beim Verein registriert waren und mit diesem an Wettbewerben teilnahmen“, hieß es. Dem spanischen 22-fachen Meister werden demnach Verstöße gegen die internationalen Transferbestimmungen bei zehn minderjährigen Spielern vorgeworfen.

Der Verein muss eine Geldstrafe in Höhe von 450.000 Schweizer Franken bezahlen und wurde zudem angewiesen, „die Situation aller fraglichen minderjährigen Spieler binnen 90 Tagen zu legalisieren“. Barcelona und der Ligaverband können nach Fifa-Angaben gegen die Entscheidung Einspruch einlegen.

Der FC Barcelona will gegen das Transferverbot Einspruch einlegen. „Unsere Schule zur Ausbildung von Nachwuchsfußballern ist weltweit ein Vorbild“, sagte ein Vereinssprecher des spanischen Meisters am Mittwoch der Nachrichtenagentur Efe. Das Reglement, auf das die Fifa sich berufe, stelle das Modell der Ausbildung von Talenten infrage.

Die Deutsche Fußballliga begrüßte das Urteil: „Ungeachtet des Vereins, den das Urteil jetzt trifft, begrüße ich, dass die Fifa den Schutz von Minderjährigen ernst nimmt und den Auswüchsen, dass schon Spieler unter 18 Jahren international transferiert werden, entgegentritt. Das ist ein richtiges Signal", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig der „Welt“.

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