Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.03.2011

09:20 Uhr

Fifa-Finanzchef Kattner

„Wir sehen noch neue Märkte, die Wachstumspotenzial bieten“

VonMathias Peer

ExklusivFür die abgelaufene WM-Periode hat er Rekordzahlen vorgelegt, für die laufende verpricht er eine weitere deutliche Steigerung: Fifa-Finanzchef Markus Kattner schwimmt im Geld. Im Interview spricht er über die Frage, ob die Fifa nicht auf zu großem Fuß lebt, die Kommerzialisierung der WM-Turniere - und über die Boni für das Fifa-Management.

"Die Fifa sieht durchaus noch neue Märkte": Finanzchef Markus Kattner. Quelle: foto-net / Kurt SchorrerPR

"Die Fifa sieht durchaus noch neue Märkte": Finanzchef Markus Kattner.

ZürichHerr Kattner, Sie sind bei der Fifa der Herr über die Finanzen des Weltfußballs und haben soeben Rekorderlöse von über vier Milliarden Dollar für die letzte WM-Periode vorgelegt. Wie zufrieden ist Ihr Chef, Joseph Blatter, mit Ihnen?

Ich kann natürlich nur einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Finanzen gut sind. Herr Blatter ist mit den Zahlen aber sehr zufrieden. Ganz besonders, weil wir das gute Ergebnis mit einer Weltmeisterschaft in Südafrika erzielen konnten, vor der im Vorfeld landauf, landab gewarnt wurde.

Bekommen Sie einen Bonus?

Natürlich gibt es bei einem so riesigen Vorhaben auch eine Erfolgsprämie. Was uns aber viel mehr zufrieden macht, ist dass die Veranstaltung sowohl organisatorisch, als auch ökonomisch so gut gelaufen ist.

Noch nie hat eine WM so viel Geld gebracht wie in Südafrika. Was sind die Gründe dafür?

Das Interesse der Zuschauer an Fußball ist so groß wie nie. Das übersetzt sich quasi automatisch in höhere Einnahmen aus dem Verkauf von Fernseh- und Marketingrechten. Und wir sehen durchaus noch neue Märkte, die uns weiteres Wachstumspotenzial bieten.

Wird die WM 2014 in Brasilien also noch lukrativer?

Die meisten Verträge im Bereich Fernsehen und Marketing haben wir bereits abgeschlossen und verzeichnen schon jetzt eine positive Entwicklung. Vergangenes Jahr haben wir für die Geschäftsperiode von 2011 bis 2014 mit Einnahmen von 3,8 Milliarden Dollar kalkuliert. Unsere Erwartung ist mittlerweile, dass es deutlich mehr sein wird. In der Vergangenheit hieß es immer, dass unsere Erlöse bald nur noch stagnieren würden. Wir freuen uns darüber, dass das bisher nicht der Fall ist.

Während bei Ihnen die Einnahmen nur so sprudeln, bleibt bei den Gastgeberländern nur wenig hängen.

Dem kann ich nicht zustimmen. Wir haben in den vergangenen vier Jahren in Afrika sehr viel investiert. Zum Beispiel haben wir Entwicklungsprogramm mit über 70 Millonen Dollar aufgelegt, mit dem wir neue Fußballinfrastruktur, insbesondere Kunstrasenfelder, finanzieren konnten. Der Haupteffekt für einen Gastgeber wie Südafrika liegt meiner Meinung nach aber auch nicht im Materiellen, sondern in der Aufmerksamkeit die das Land auf sich ziehen konnte. Südafrika konnte der Welt beweisen, dass es ein gastfreundliches Land mit großer Lebensfreude ist, das in der Lage ist, ein solches Großevent zu organisieren. Ich denke, das hilft langfristig deutlich mehr.

Dennoch lässt sich die Fifa von allen Gastgebern Steuerfreiheit garantieren und zieht somit indirekt Geld aus dem Land.

Diese Steuerbefreiung ist bei internationalen Sportevents üblich. Wir wollen nicht die örtlichen Steuerbehörden unterstützen, sondern den Fußball. Außerdem war die Steuerbefreiung in Südafrika begrenzt: Mehrwertsteuer auf Ticketverkäufe wurde beispielsweise bezahlt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×