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31.05.2015

16:03 Uhr

Fifa-Korruptionsskandal

Beckenbauer – Blatters Kronzeuge wider Willen

Fifa-Boss Blatter schlägt um sich – und zieht Franz Beckenbauer in den Konflikt mit seinen Rivalen hinein. Eine Strategie für den skandalumtosten Fußball-Weltverband bleibt Blatter schuldig. Stattdessen geht er shoppen.

Blatter (m., Archivbild von 2007) teilt heftig gegen Uefa-Chef Platini (l.) aus. Beckenbauer (r.) muss als Kronzeuge gegen den DFB herhalten. dpa

Platini, Blatter und Beckenbauer

Blatter (m., Archivbild von 2007) teilt heftig gegen Uefa-Chef Platini (l.) aus. Beckenbauer (r.) muss als Kronzeuge gegen den DFB herhalten.

Nach wilden Tiraden gegen die USA und die Uefa hat Fifa-Präsident Joseph Blatter den Verbal-Feldzug gegen seine Widersacher fortgesetzt. Seinen Freund Franz Beckenbauer benutzte er dabei als vermeintlichen Kronzeugen für einen Frontalangriff gegen die Spitze des deutschen Fußballs. „Ich habe mit Franz Beckenbauer telefoniert. Er sagte mir, er jedenfalls habe den deutschen Verbandspräsidenten zusammengefaltet, weil der gegen mich stimmte“, sagte Blatter der Schweizer Zeitung „Sonntagsblick“. Beckenbauer und der damit massiv angegangene DFB-Chef Wolfgang Niersbach dementierten den kompromittierenden Vorwurf umgehend.

„Ich habe mit Wolfgang Niersbach freundschaftlich diskutiert. Von Zusammenfalten kann überhaupt keine Rede sein“, sagte Beckenbauer der „Bild“-Zeitung. Niersbach, seit Freitag Mitglied in dem vom weltweit kritisierten Blatter angeführten Fifa-Exekutivkomitee, ließ über DFB-Mediendirektor Ralf Köttker verlauten: „Keine Ahnung, wie Blatter auf sowas kommt, ein Telefonat mit dem Inhalt hat überhaupt nicht stattgefunden.“

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Mit den obskuren Anschuldigungen aus der Schweiz setzte Blatter am Sonntag sein unsouveränes Gebaren nach der knapper als erwarteten Wiederwahl zum Fifa-Boss fort. Eine Strategie für den Weg aus der größten Krise des Weltverbandes nach dem jüngsten Korruptionsskandal gab der 79-Jährige nicht vor. Schon bei der Pressekonferenz am Samstag hatte sich Blatter zu Beginn seiner fünften Amtszeit mehr mit der Verunglimpfung der Konkurrenten aufgehalten.

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Kommentare (4)

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Herr Patrick Müller

01.06.2015, 08:08 Uhr

Eine Schmierenkomödie wäre es, wenn nicht so viel Dreck dazwischen Läge. Das Interview mit dem FIFA-Sprecher gestern im TV hat gezeigt wie scheißegal es den Leuten ist die daran profitiert haben.
Da soll man seine Kinder in Vereine und Verbände schicken und auf Vorbilder hoffen,
Pfui Teufel.
Wir erinnern uns, schon vor über zehn Jahren sind Korruptionsvorwürfe gegen Platter
laut geworden !!!

Herr wulff baer

01.06.2015, 09:09 Uhr

Ich verstehe die Aufregung nicht.
Korruption und Wettbetrug sind doch auch beim deutschen Fußball gang und gäbe.
Oder fragen Sie doch einmal Adidas nach dem Zocker-Budget, das angeblich für Knast-Hoeneß für Börsen-Spekulationen auf einem schweizer Konto zur Verfügung gestellt wurde. (Deswegen tragen die Kicker auch immer nur Adidas!)
Im Grunde ist es doch auch egal, wo die Spiele für das bildungsferne Unterschichten-Publikum ausgetragen werden und die Riesen-Summen, die bei der Mafia-Organisation Fifa landen, werden ja auch teilweise für den Brot-und-Spiele-Mumpitz verwendet.

Account gelöscht!

01.06.2015, 09:28 Uhr

mit Sport hat Sport doch heute nichts mehr zu tun. Irrewitzige Summen werden für Spieler und Werbung gezahlt; bei eigentlich mittelmäßigen Leitungen / Werbeerfolge....wenn man mal ehrlich ist. McDoof und CocaCola Werbeträger für Sportler? Ich lach mich tot.

Aber der Fußball ist für Spieler und Funktionäre (hieß das im Osten nicht auch so?) ein ideales Biotop um für mittelmäßige Arbeit exorbitant viel Kohle zu machen. Und solange die Fans ( was haben die eigentlich davon das "Ihr" Club gewinnt ) die Kohle auch noch hintragen; naja....

Blattner: ist für mich nur ein kleiner übergewichtiger Zwerg mit Komplexen und ohne Stil.

Die UEFA hat sich bei dieser Komödie zum absoluten Affen gemacht und unfreiwillig herausgestellt, worum es der UEFA wirklich als Alleinstellungsmerkmal geht: GELD.

So wie den anderen Vereinigungen ebenso.

Und auch vieles davon: mit dem Bildungsauftrag des ÖR. Zum kotzen. Macht gefälligst ein Skyabo.

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