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16.05.2014

14:01 Uhr

Fifa-Präsident

Blatter bezeichnet WM-Vergabe an Katar als „Fehler“

Quelle:SID

Fifa-Präsident Sepp Blatter hat eingeräumt, dass die WM-Vergabe an Katar ein Irrtum war. Bei der Begründung klammert er die Menschenrechtssituation aus. Experten vermuten hinter den Aussagen ein sportpolitisches Manöver.

Endlich Klartext von Sepp Blatter: Er räumt ein, dass die WM in Katar ein Fehler ist. SID

Endlich Klartext von Sepp Blatter: Er räumt ein, dass die WM in Katar ein Fehler ist.

NyonMit unverhohlener Kritik an der Katar-WM und erstaunlich unverschlüsselten Aussagen zu politischer Einflussnahme aus Deutschland und Frankreich hat Joseph Blatter für Aufsehen gesorgt. Die Breitseiten des FIFA-Präsidenten sind aber offenkundig vor allem ein weiteres Wahlkampfmanöver gegen einen unliebsamen Konkurrenten um den Präsidententhron im Fußball-Weltverband: UEFA-Chef Michel Platini.

„Natürlich war es ein Fehler. Aber wissen sie, man macht viele Fehler im Leben. Der Technische Bericht zu Katar hat eindeutig gesagt, dass die Temperaturen im Sommer zu hoch sind“, sagte Blatter in einem Interview mit dem Schweizer Sender RTS zu der umstrittenen Katar-Kür vor dreieinhalb Jahren. In dieser Weise hat bislang kein hoher FIFA-Funktionär die WM 2022 am Golf kritisiert.

Angesichts der Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius, hartnäckiger Bestechungsvorwürfe und menschenunwürdiger Zustände auf Baustellen mit Verbindung zur WM 2022 kocht die Diskussion über einen Entzug der Gastgeberrolle für Katar immer wieder hoch.

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Ausbeutung von Gastarbeitern, Anti-Homo-Gesetze und Gigantismus: Sportphilosoph Volker Schürmann hält die Winterspiele in Sotschi für unvereinbar mit der Olympischen Charta. Doch auch die WM-Vergabe an Katar sei falsch.

Die Führungspersonen des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) sprechen vor dem Hintergrund zahlreicher Todesfälle unter den Fremdarbeitern seit langem von "Sklaverei" und warnen, bis zur WM könnten bis zu 4000 Arbeiter sterben. Amnesty International dokumentierte im vergangenen Jahr in einem Bericht schwere Menschenrechtsverletzungen.

Bei der Vergabe durch das Exekutivkomitee der FIFA am 2. Dezember 2010 in Zürich hatte sich Katar gegen die USA, Japan, Südkorea und Australien durchgesetzt.

Mögliche Bestechung durch das Emirat an die stimmberechtigten Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees wollte Blatter nicht kommentieren: „Nein, nein, das habe ich nie gesagt.“ Unmissverständlich stellte der Schweizer jedoch fest, dass es offenbar „politischen Druck“ aus Frankreich und Deutschland gegeben habe. „Man weiß gut, dass große Firmen aus Frankreich und Deutschland in Katar arbeiten, aber sie arbeiten nicht nur für die WM. Die WM ist eine relativ kleine Angelegenheit für Katar.“

Kommentare (1)

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16.05.2014, 14:53 Uhr

Es wäre mehr als angemessen, zumindest diese WM in jeder Hinsicht zu boykottieren. Jeder, der diese WM unterstützt, hat das Blut der Arbeiter, die verstorben sind und noch versterben werden an den Fingern kleben.

Wenn die WM dann erst im TV läuft, wird wieder alles so schön und prächtig sein wie im Tier-Zirkus!

Was für ein abartiges Unterfangen!

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