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11.04.2016

20:21 Uhr

Fifa-Skandal

Ex-Vizechef räumt Annahme von Bestechungsgeld ein

Alfredo Hawit, Präsident des Fußball-Verbandes von Honduras, hat zugegeben, für die Übertragungsrechte von Fußball-Turnieren in Lateinamerika mehrere Hunderttausend US-Dollar Bestechungsgeld kassiert zu haben.

Der Präsident des Verbandes von Honduras hat nach eigenen Angaben Bestechungsgelder in Höher von mehreren Hunderttausend US-Dollar angenommen. AP

Alfredo Hawit

Der Präsident des Verbandes von Honduras hat nach eigenen Angaben Bestechungsgelder in Höher von mehreren Hunderttausend US-Dollar angenommen.

New YorkIm Zuge des Korruptions-Skandals beim Fußball-Weltverband hat sich der frühere Fifa-Vizepräsident Alfredo Hawit schuldig bekannt.

Wie die Staatsanwaltschaft am Montag in New York mitteilte, habe der 64 Jahre alte Präsident des Verbandes von Honduras eingeräumt, Bestechungsgelder in Höhe von mehreren Hunderttausend US-Dollar für Übertragungsrechte von Fußball-Turnieren in Lateinamerika erhalten zu haben.

Fifa: Eine Chronologie zum Korruptionsskandal

2. Dezember 2010

Die Fifa vergibt die WM-Turniere 2018 und 2022 an Russland beziehungsweise Katar. Kurz vor der Abstimmung werden sechs Mitglieder des Exekutivkomitees gesperrt. Die britische Zeitung Sunday Times hatte aufgedeckt, dass sie ihre Stimmen zum Kauf angeboten hatten.

1. Juni 2011

Der Schweizer Joseph S. Blatter wird zum vierten Mal zum Fifa-Präsidenten gewählt und installiert eine Reformagenda. Wenige Wochen vor Blatters erneuter Wahl leitet der Verband eine Untersuchung aufgrund angeblicher rechtswidriger Zahlungen in die Wege.

23. Juni 2011

Mohamed bin Hammam, ehemaliger Präsident des asiatischen Kontinentalverbandes (AFC) und Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees, wird wegen nachgewiesener Korruption lebenslang gesperrt.

30. April 2013

Die Ethikkommission bestätigt, dass Ex-Fifa-Boss Joao Havelange und die einstigen Exekutivkomitee-Mitglieder Ricardo Teixeira und Nicolas Leoz illegale Zahlungen der Sport-Marketing-Firma ISL angenommen haben.

6. Mai 2013

Chuck Blazer, ehemaliger CONCACAF-Generalsekretär, wird von der Ethikkommission gesperrt.

17. Dezember 2014

Der ehemalige US-Bundesanwalt Michael Garcia tritt als Chefermittler der Fifa zurück. Der Amerikaner reagiert damit auf die Ablehnung seines Einspruchs gegen die Auswertung seiner Untersuchung der Korruptionsvorwürfe bei der WM-Vergaben 2018 und 2022. „Meine Rolle in diesem Prozess ist zu Ende“, sagt Garcia und bemängelte „fehlende Führung in der Fifa in diesen Fragen“.

27. Mai 2015

Kurz vor Beginn des Fifa-Kongresses in Zürich nimmt die Schweizer Polizei sieben hochrangige Funktionäre fest. Darunter sind auch die beiden Vizepräsidenten Jeffrey Webb (Kaimaninseln) und Eugenio Figueredo (Uruguay). Zudem werden Jose Maria Marin, Costas Takkas, Eduardo Li, Julio Rocha und Rafael Esquivel verhaftet. Den sieben Festgenommenen, die in die USA ausgeliefert werden sollen, werden Geldwäsche, die Annahme von Bestechungsgeldern sowie Korruption bei WM-Vergaben und TV-Rechten vorgeworfen.

29. Mai 2015

Blatter wird zum fünften Mal zum Präsidenten gewählt: Er erhält 133 Stimmen, sein einziger Gegenkandidat Prinz Ali bin Al Hussein 77.

2. Juni 2015

Der umstrittene Präsident Joseph S. Blatter stellt sein Amt für Neuwahlen bei einem außerordentlichen Kongress zur Verfügung. „Ich habe hart für Veränderungen und Reformen gekämpft. Aber ich kann das nicht alleine machen“, sagt er.

17. September 2015

Blatters rechte Hand, Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke, wird von allen Aufgaben entbunden. Er soll vom Ticketverkauf für Weltmeisterschafts-Endrunden persönlich profitiert haben.

25. September 2015

Die Schweizer Justiz-Behörden eröffnen ein Ermittlungsverfahren gegen Blatter. Ihm wird unter anderem „eine treuwidrige Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken im Februar 2011 zu Lasten der Fifa“ an Uefa-Präsident Michel Platini vorgeworfen. Platini, der zu diesem Zeitpunkt noch als Thronfolger Blatters gilt, betont, es habe sich um eine legale Zahlung gehandelt, und er habe nichts falsch gemacht.

2. Oktober 2015

Die einflussreichen Fifa-Sponsoren Coca-Cola, Visa und McDonald's fordern Blatter auf, mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. Der Schweizer winkt ab und hält an seinem Plan fest, dass sein Nachfolger im Februar 2016 gewählt wird.

8. Oktober 2015

Blatter, Platini und Valcke werden von der Ethikkommission vorläufig für 90 Tage suspendiert. Der ehemalige südkoreanische Fifa-Vize-Präsident Chung Mong-Joon wird zeitgleich für sechs Jahre gesperrt. Blatter soll gegen den Ethikcode verstoßen haben. FIFA-Vizepräsident Issa Hayatou (Kamerun) übernimmt interimsweise Blatters Amtsgeschäfte.

24. November 2015

Die Ethik-Kommission beantragt eine lebenslange Sperre für Platini. Einen entsprechenden Antrag bestätigt der Anwalt des Franzosen.

3. Dezember 2015

Im Vorfeld der Sitzung des Exekutivkomitees in Zürich verhaftet die Polizei auf Antrag der US-Justiz zwei weitere hochrangige Funktionäre. Erneut geht es um organisiertes Verbrechen, Geldwäsche und Betrug. „Die hochrangigen Fifa-Funktionäre sollen diese Gelder als Gegenleistung für den Verkauf von Vermarktungsrechten im Zusammenhang mit der Austragung von Fußballturnieren in Lateinamerika und von WM-Qualifikationsspielen erhalten haben“, teilt das Schweizer Bundesamt für Justiz mit.

15. Dezember 2015

Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erinnert sich laut der Befragungsprotokolle zur dubiosen Zahlung von 6,7 Millionen Euro des DFB an die Fifa, dass Beckenbauer ihm 2002 nach Blatters Wiederwahl gesagt habe: "Der ist auch mit meinen Geld gewählt worden." Ähnlich soll sich auch der ehemalige DFB-Vize-Generalsekretär Stefan Hans geäußert haben.

21. Dezember 2015

Die rechtsprechende Kammer der Ethikkommission spricht ihr finales Urteil: Blatter und Platini werden für acht Jahre gesperrt. Der Vorwurf lautet Untreue und Amtsmissbrauch.

Hawit stand nach der Verhaftung von Präsident Jeffrey Webb Ende Mai 2015 in Zürich an der Spitze der Konföderation für Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik, Concacaf. Am 3. Dezember wurde Hawit dann selbst in Zürich festgenommen und Mitte Januar von der Schweiz an die USA ausgeliefert.

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dpa

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