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31.05.2015

10:28 Uhr

Fifa-Skandal

Jetzt spricht Prinz William

Prinz William ist seines Zeichens Präsident des englischen Fußballverbands FA. In der Korruptions-Affäre der Fifa forderte William nun die Sponsoren auf, dem Fußball-Weltverband Druck zu machen.

Der königliche Verbands-Präsident am Samstag beim FA-Cup mit Arsenal-Kapitän Per Mertesacker. dpa

Prinz William

Der königliche Verbands-Präsident am Samstag beim FA-Cup mit Arsenal-Kapitän Per Mertesacker.

DüsseldorfDer britische Prinz William hat die Sponsoren der Fifa aufgefordert, im Korruptionsskandal Reformdruck auf den Fußball-Weltverband auszuüben. „Es scheint eine scharfe Trennung zu geben zwischen dem Sinn für Fairness, der diejenigen leitet, die das Spiel spielen und unterstützen, und den Anschuldigungen von Korruption, die es gegen Managements des internationalen Sports schon lange gibt“, sagte William am Rande des FA-Cup-Finales.

William ist Präsident des englischen Fußballverbands FA. Die Sponsoren müssten nun „ihren Beitrag leisten“, damit bei der Fifa Sport wieder an erster Stelle stehe, mahnte der 32-Jährige. Mehrere Fifa-Geldgeber hatten vor dem Fifa-Kongress Veränderungen im skandalgeplagten Weltverband gefordert.

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Amerikas Justiz bringt das Weltfußball-System von Fifa-Chef Joseph Blatter ins Wanken. Das ist kein Einzelfall: Der Zugriff der Behörden kennt keine Grenzen. Selbst die neutrale Schweiz beugt sich ihrem Willen.

William zeigte Verständnis für die Entscheidung des Engländers David Gill, sich nach der Wiederwahl von Präsident Joseph Blatter aus dem Fifa-Exekutivkomitee zurückzuziehen. Um in der Reformdebatte glaubwürdig zu sein, müsse die FA selbst vorbildhaft sein, sagte der Prinz.

Der deutsche Ligapräsident Reinhard Rauball forderte Europas Fußball-Spitzen zu einer Aufarbeitung des gescheiterten Angriffs auf den umstrittenen Fifa-Chef Blatter auf. „Die Uefa muss intern kritisch ihren Auftritt auf dem Fifa-Kongress hinterfragen, Schwachpunkte klar definieren und eine Strategie entwickeln, wie künftig europäische Interessen durchgesetzt werden können“, sagte Rauball der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Die Uefa um Präsident Michel Platini hatte beim Kongress des Weltverbands Fifa den Blatter-Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein unterstützt. Trotz des jüngsten Korruptionsskandals und der Festnahmen von sieben Fußball-Topfunktionären in Zürich war Blatter als Fifa-Präsident wiedergewählt worden.

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Nach seiner Wiederwahl teilt Fifa-Präsident Blatter gegen seinen Kritiker, Uefa-Chef Platini, aus. Die Verhaftungen kurz vor der Wahl seien „kein Zufall“ gewesen, sagt Blatter – und droht mit Konsequenzen.

Die Uefa hatte wegen der Ereignisse zunächst mit einem Boykott des Kongresses gedroht, dann aber doch darauf verzichtet. Während der Veranstaltung gab es keine verbalen Attacken gegen Blatter von Uefa-Vertretern.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verlangte einen grundlegenden Neustart des von Korruptionsvorwürfen erschütterten Weltfußballverbandes. Der Fußball stehe für weltweit geteilte Erinnerungen an große Momente und für eine universelle Sprache, die Menschen aus aller Welt begeistere und zusammenbringe, sagte der SPD-Politiker der „Welt am Sonntag“. „Das sollte das eigentliche Vermächtnis der Fifa sein. Ich habe ernste Zweifel, ob die Fifa ohne einen klaren Neuanfang dieser großen Aufgabe gewachsen ist.“

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