Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2015

01:29 Uhr

Fifa-Transfer-Bericht

Spielervermittler sahnen in Deutschland ab

Welcher Fußballer wechselt in welchen Verein? Berater und Agenten der Spieler haben laut Fifa in Deutschland 2014 fast viermal so viel eingenommen wie im Vorjahr. Die meisten Spieler kamen jedoch von anderswo.

Genug verhandelt: Fußballstar Lukas Podolski bei seiner Ankunft in Italien. Er wechselte vom FC Arsenal zu Inter Mailand. dpa

Genug verhandelt: Fußballstar Lukas Podolski bei seiner Ankunft in Italien. Er wechselte vom FC Arsenal zu Inter Mailand.

ZürichIm deutschen Profi-Fußball sind die Ausgaben für Spielervermittler bei grenzüberschreitenden Wechseln im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen. Bei den unter der Aufsicht des Fußball-Weltverbands Fifa getätigten internationalen Transfers wurden im Land des Weltmeisters 35 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 31 Millionen Euro, an Agenten und Berater gezahlt. Im Jahr 2013 waren es neun Millionen Dollar gewesen.

Insgesamt flossen dem Fifa-Report des Transferabgleichungssystems TMS zufolge 236 Millionen Dollar an Berater und andere Spielervertreter. Im Jahr 2011 waren es weltweit lediglich 131 Millionen Dollar an Gebühren gewesen.

Den größten aktuellen Anteil verzeichnete England, das 87 Millionen Dollar (37 Prozent der Gesamtsumme) an Spieleragenten überwies. Deutschland liegt hier auf Rang drei. „Die Zahl steigt weiter“, sagte der Direktor des Transferabgleichungssystem TMS, Mark Goddard, bei einer Telefonkonferenz über die Ausgaben für Spielervermittler. „Wir müssen das weiter genau beobachten.“

Unter Aufsicht der Fifa wurden 2014 grenzüberschreitende Transfers in Höhe von 4,1 Milliarden Dollar (3,48 Milliarden Euro) getätigt. Damit wurde erstmals die Vier-Milliarden-Grenze durchbrochen. Das ergibt eine Steigerung um 2,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013.

Daten und Fakten zum Geschäft mit den Spielertransfers

4,1 Milliarden Dollar

Für diese Summe haben die Fußball-Vereine auf der ganzen Welt im vergangenen Jahr Spieler ge- und verkauft. Damit hat das Transfer-Volumen zum ersten Mal die Marke von vier Milliarden Dollar überschritten, heißt es im „Global Transfer Market Report 2015“.

England liegt vorn

Mit einem Transfervolumen von 1,2 Milliarden Dollar sind englische Vereine für rund ein Viertel aller Transferumsätze verantwortlich. Auf Platz zwei folgen spanische Clubs (700 Millionen Dollar), auf Platz drei dann die Vereine der Bundesliga, die 2014 für 327 Millionen Dollar kickendes Personal an- und verkauften.

Es geht auch anders

Die Rangfolge ändert sich, betrachtet man, in welchem Land am meisten in neue Spieler investiert wurde; sprich, wo der Saldo zwischen An- und Verkäufen negativ ist. So betrachtet investierten die deutschen Clubs mit rund 168 Millionen Dollar am zweitmeisten. Noch tiefer griffen englische Vereine in die Tasche: Sie gaben 645 Millionen Dollar mehr für neue Spieler aus, als sie mit dem Verkauf von Fußballern erlösten.

Katar kauft und kauft und kauft

Auf Platz drei in dieser Liste folgen Clubs aus dem Wüstenemirat Katar, die netto knapp 90 Millionen Dollar in Fußballer investierten. Insgesamt wechselten im vergangenen Jahr 13090 Spieler den Verein, rein numerisch hat hier Brasilien mit 1493 Transfers die Nase vorn.

Durchschnittlicher Transfererlös pro Spieler

„Auch der durchschnittliche Transfererlös je Spieler stieg weiter an; von 2,2 auf 2,3 Millionen Dollar“, sagte Mark Goddard, General Manager des Fifa-Transfer-Systems TMS, auf dem alle Spieler-Transaktionen registriert werden. Rund 6000 Spielervermittler sind dort registriert. Daneben dürfen Anwälte, und bei minderjährigen Spielern auch die Eltern Sportler vermitteln. Ob auch in diesem Jahr der Spielermarkt wachsen wird, dazu wollte er keine Prognose wagen - es wäre indes eine Überraschung, sollte dies nicht so sein.

Die Bundesliga kann es sich leisten

Ihre 36 Vereine haben laut „Bundesliga Report 2015“ den Umsatz in der Spielzeit 2013/2014 um 13 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro gesteigert. 13 der 18 Erstligisten schreiben sogar nach Steuern schwarze Zahlen.

WM-Teilnahme lohnt sich

Laut der Daten-Analyse der Fifa lohnt für die Spieler die Teilnahme an einer WM. Denn bei Spielern aus Nationalmannschaften, die es bis in die Viertelfinal-Spiele geschafft haben, habe der Marktwert im Schnitt um 27 Prozent zugenommen.

Costa Rica profitiert

So schaffte die Mannschaft von Costa Rica bei der WM im vergangenen Jahr die Sensation und spielte sich unter die letzten acht Mannschaften. Prompt haben vergangenes Jahr  38 Spieler aus dem mittelamerikanischen Land über den Transfermarkt einen neuen Club gefunden, im Vorjahr waren es nur 29.

Kein Garant für den Erfolg

Laut der Webseite www.fussballtransfers.com hat der abstiegsbedrohte BVB netto 65 Millionen Euro in neue Fußballer investiert. Am teuersten war der Kauf des italienischen Stürmers Ciro Immobilie für 19,50 Millionen Euro.

Die Summe verteilt sich auf insgesamt 13.090 Spieler. Dabei haben englische Clubs mit knapp 1,2 Milliarden Dollar die größten Ausgaben verzeichnet; die Vereine aus Spanien hingegen haben mit 667 Millionen Dollar das meiste Geld eingenommen.

Deutsche Clubs kauften 2014 für 327 Millionen Dollar Profis aus dem Ausland ein, was einen Anstieg von 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Damit liegt die Weltmeister-Liga auf Rang drei hinter England und Spanien (700 Millionen). Deutschland nahm auf der Gegenseite 160 Millionen Dollar für in ausländische Ligen verkaufte Spieler wieder ein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×