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12.05.2011

10:52 Uhr

Fin Bartels

Der Serien-Absteiger

Er ist erst 24 - und doch schon viermal abgestiegen: Fin Bartels. Mit dem FC St. Pauli peilt der Außenverteidiger nach einer bitteren Bundesliga-Rückrunde den Wiederaufstieg an, damit es für ihn auch mal aufwärts geht.

Vierter Abstieg in fünf Jahren: Fin Bartels Quelle: dpa

Vierter Abstieg in fünf Jahren: Fin Bartels

Fin Bartels muss sich allmählich vorkommen wie ein Kicker mit eingebauter Abstiegs-Garantie. Der Fußball-Profi des FC St. Pauli ist zwar erst 24 Jahre alt, hat aber gerade seine bereits vierte sportliche Degradierung mit einem Verein in fünf Spielzeiten erlebt. „Es fühlt sich jedes Mal anders an. Dabei will man es eigentlich überhaupt nicht erleben“, bekannte der frustrierte Bartels am vorigen Samstag. Denn bei der 1:8-Packung im Heimspiel gegen einen gnadenlosen FC Bayern München erlebte der gebürtige Kieler erst die wohl bittersten 90 Minuten seiner noch jungen Karriere - danach stand der Weg des Kiez-Clubs zurück in die Zweitklassigkeit endgültig fest.

Dieses „blöde Gefühl“ kennt Bartels nur allzu gut. Schon in seinem ersten Jahr im Erwachsenen-Bereich stieg er mit Holstein Kiel 2006/07 aus der Regionalliga in die Oberliga Nord ab. Es folgte sein Wechsel zu Hansa Rostock, das nach der Saison 2007/08 den Weg von der 1. in die 2. Liga antreten musste. Nach einem Jahr „Verschnaufpause“ ging es für den FC Hansa 2009/10 dann weiter runter in die 3. Liga. Bartels wechselte zu St. Pauli, doch bei den Braun-Weißen wiederholte sich nach nur einem Jahr im Oberhaus die ganze Chose: Ab in Liga 2!

„Man spürt eine große Leere. Und wenn man dann so wie von den Bayern an die Wand gespielt wird, kommt noch die Wut hinzu“, erzählte Bartels. Er ist jedoch längst nicht die Nummer 1 in Abstiegs-Dingen. Die fragwürdige Bestmarke von jeweils fünf Abstiegen - allesamt aus Liga 1 in Liga zwei - halten Jürgen Rynio, Stephan Paßlack und Andreas Keim. Torhüter Rynio, dem dieses Los übrigens unter anderem auch mit dem FC St. Pauli widerfahren ist (1985/86), hat seine persönlichen Erfahrungen mit sportlichen Talfahrten mittlerweile sogar auf 200 Seiten in dem Buch „Der Rekordhalter“ festgehalten.

Bartels hingegen ist mit nicht mal Mitte 20 für Memoiren noch zu jung. Und zu ehrgeizig: Er hat vor, den Spieß umzudrehen mit dem FC St. Pauli, bei dem sich der gelernte Mittelfeld- und Angriffsspieler auch in der ungewohnten Rolle als Außenverteidiger bewährt hat. Da sein Vertrag auch für die 2. Liga gilt, will er den Hanseaten treubleiben und mit einem runderneuerten Team einen neuen Anlauf nehmen. Dann könnte es für den „ewigen Absteiger“ schon bald auch mal andersherum gehen - mit dem Fahrstuhl sportlich nach oben.

Von

dpa

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