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02.05.2013

17:08 Uhr

Finale in Wembley

Briten drücken Dortmund die Daumen

VonMatthias Thibaut

Deutsche Klubs marschieren nach Wembley – die Briten freuen sich drauf, wobei es vor dem Finale auch nicht an heftiger Kriegsrhetorik mangelt. Doch statt zu neiden, analysieren sie nüchtern das deutsche Erfolgsrezept.

Willkommen! So lautet der Tenor der Briten mit Blick auf den Besuch der deutschen Mannschaften zum Champions-League-Finale am 25. Mai. Das Wembley-Stadion steht den Mannschaften also gern offen, wenn auch teils mit Augenzwinkern – schließlich wird es auch mindestens einen deutschen Verlierer geben. dpa

Willkommen! So lautet der Tenor der Briten mit Blick auf den Besuch der deutschen Mannschaften zum Champions-League-Finale am 25. Mai. Das Wembley-Stadion steht den Mannschaften also gern offen, wenn auch teils mit Augenzwinkern – schließlich wird es auch mindestens einen deutschen Verlierer geben.

LondonAn Kriegsmetaphern herrscht in der englischen Presse mal wieder kein Mangel. „Die Deutschen kommen“, schreibt die „Sun“ und Schlagzeilen wie „Deutsche Invasion in Wembley“ machen die Runde. Aber diesmal ist Freude und Bewunderung, nicht Furcht und Schrecken der Tenor.

Es ist fast, als würde am 25. Mai im Wembley Stadion beim Finale der Champions League eine Befreiungsarmee im Land einmarschieren, die von der Bevölkerung am Straßenrand mit Jubel und Blumen begrüßt wird. Jedenfalls hält Vazi im pakistanischen Zeitungsladen gleich grinsend den Daumen hoch, als ich die Zeitung abhole. „Super Fußball“, strahlt er. Man kann als Deutscher in London jetzt mit geschwellter Brust über die Straße gehen.

Die Bewunderung für den deutschen Fußball wächst schon seit Wochen und hat mit dem Bayern-Sieg über Real Madrid einen Höhepunkt erreicht. Überall wird man als Deutscher auf die Stärke der deutschen Mannschaften angesprochen. Sogar Patrick*, Pressesprecher im britischen Schatzamt, will am Telefon nichts von Steueroasen wissen, sondern über Bundesligaspiele sprechen. „Die Bundesliga ist jetzt die beste Liga in Europa“, sprudelt es aus ihm heraus.

„Good luck, Robert and the Dortmund Team. We are rooting for you“, kommentiert „Salford Red“ unter einem Bericht der „Daily Mail“ über Dortmund Stürmer Robert Lewandowski: „Viel Glück, wir drücken euch die Daumen.“

Dortmund gilt als „Underdog“ im Kampf gegen Bayern und das Herz der Engländer schlägt bekanntlich für diejenigen, die mit den geringeren Siegerchancen ausgestattet sind. Allenfalls in der „Sun“ ist die Debatte ein bisschen zurückhaltender. „O my gosh“, schreibt masterAK.

„Die Deutschen auf dem Marsch. Macht die Pubs auf, ihr werdet mit dem Bierverkauf ein Vermögen machen“. Im Internet werden Karten für das Endspiel ab 1344 Pfund (1585 Euro) angeboten und die Website verspricht, die „ganze Deutsche Affäre“ werde „ein massives Spiel für beide Clubs“. Fast genüsslich wird der Siegeszug des FC Bayern zum Finale nacherzählt. „Die Bayern spielten Arsenal in ihrem eigenen Hinterhof in Grund und Boden“.

Champions-League-Prämien

Hohe Ausschüttung

Die Champions League bleibt für die Uefa und die teilnehmenden Fußball-Klubs ein florierendes Geschäft. Mehr als 900 Millionen Euro werden in dieser Spielzeit ausgeschüttet.

Sichere Startprämie

Als fixe Startprämie verbuchen alle 32 Vereine 8,6 Millionen Euro. In der Summe sind für den Champions-League-Sieger im besten Fall mehr als 60 Millionen Euro möglich.

Siegprämien

Pro Sieg in der Gruppenphase gibt es eine Million Euro, für jedes Unentschieden halb so viel. Erfolg zahlt sich auch in der K.o.-Runde richtig aus. 3,5 Millionen Euro überweist die UEFA für den Achtelfinal-Einzug, weitere 3,9 Millionen für das Erreichen des Viertelfinales. Die Halbfinalisten erhalten 4,9 Millionen Euro, der unterlegene Finalist 6,5 Millionen. Der Sieger des Endspiels Ende Mai in Lissabon bekommt 10,5 Millionen Euro überwiesen. Dazu kommen Ticketeinnahmen in Millionenhöhe.

Bayern verdienen am meisten

Der FC Bayern kommt nach dem Achtelfinale bereits auf 28,76 Millionen Euro Startgeld und Prämien. Dortmund nahm 24,85, Leverkusen 21,43 und Schalke 18,51 Millionen Euro ein. Ziehen die Bayern ins Viertelfinale ein, würden die Gesamteinnahmen bereits annähernd 50 Millionen Euro betragen.

Der Titel war viel Geld wert

Beim Titelgewinn 2013 kassierten die Münchner insgesamt 55,046 Millionen Euro an Uefa-Prämien, davon 19,146 Millionen aus dem Markt-Pool. Hinzu kamen rund 15 Millionen Euro an Zuschauer-Einnahmen aus sechs Heimspielen.

Vergleich Europa League

Die Gelder in der Europa League sind im Vergleich zur Königsklasse nur Trostpflaster. Im kleinen Europacup fließen nur mehr als 200 Millionen Euro an die 48 Vereine. Der Cupsieger bekommt fünf Millionen Euro, der unterlegene Finalist muss sich mit 2,5 Millionen Euro begnügen. Mit speziellen Bonifikationen kann der Europa-League-Sieger fast zehn Millionen Euro einstreichen.

Aber jenseits der Bewunderung für die deutschen Klubs und der Freude auf das Endspiel hat eine nachdenkliche Debatte im englischen Fußball begonnen. „Premier Clubs waren einmal die Top Dogs in Europa. Dann wurden sie von den Spaniern auf den zweiten Platz verwiesen.

Kommentare (1)

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Steuerzahler

03.05.2013, 09:04 Uhr

Das Aushägeschild des deutschen Fußballs, der
FC-Kriminellen-Präsi tritt an mit Uhrenschmuggler Kinderschä**der der Brandstifter ist leider noch kein Freigänger und der Kriminellen-Präsi ist nur gegen Kaution auf freien Fuß.

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