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30.06.2015

18:19 Uhr

Financial Fair Play

Uefa lockt mit Selbstanzeige

Die Uefa präsentiert das Financial Fair Play mit beeindruckenden Zahlen als Erfolgsmodell. Die Regularien wurden verfeinert, um Transparenz, Wettbewerb und Investitionen zu fördern. Unter anderem mit einer Selbstanzeige.

UEFA-Boss Michel Platini und seine Funktionärs-Kollegen wollen mit einem überarbeiteten Reglement nun für noch mehr Transparenz, mehr Wettbewerb und Chancengleichheit sorgen. dpa

Michel Platini

UEFA-Boss Michel Platini und seine Funktionärs-Kollegen wollen mit einem überarbeiteten Reglement nun für noch mehr Transparenz, mehr Wettbewerb und Chancengleichheit sorgen.

PragEuropas Fußball-Dachverband sieht sich mit der Einführung des nicht unumstrittenen Financial Fair Play (FFP) auf ganzer Linie bestätigt. Die Zahlen, die die Europäische Fußball-Union (UEFA) beim Exekutivmeeting in Prag präsentierte, stützen dies: Allein der Gesamtschuldenberg schrumpfte seit der Einführung des Programms 2011 von 1,67 Milliarden Euro um mehr als 70 Prozent auf 487 Millionen Euro 2014.

UEFA-Boss Michel Platini und seine Funktionärs-Kollegen wollen mit einem überarbeiteten Reglement nun für noch mehr Transparenz, mehr Wettbewerb und Chancengleichheit sorgen. Kernstück ist das Voluntary Agreement (VA), das einer Selbstanzeige im deutschen Steuerrecht gleichkommt. Zusammen mit anderen Anpassungen soll diese Maßnahme sogar für Entlastung und Wachstum sorgen.

„Das übergeordnete Ziel des finanziellen Fairplays bleibt unverändert, und wir gehen von einer Zeit der Sparpolitik in eine Zeit über, in der wir mehr Möglichkeiten für nachhaltiges Wachstum und Entwicklung bieten können“, erklärte Platini in einem Statement. Das exzessive Finanzgebaren im europäischen Fußball hat die UEFA 2009 zu Einführung des FFP veranlasst. 2012 griff erstmals die Break-Even-Regel (BE), nach der Vereine nicht mehr über ihre Verhältnisse leben dürfen .

Millionenspiel Champions League: Prämien wie im Vorjahr

Antritt

Alle 32 Teilnehmer an der Gruppenphase der Champions League können bereits fest mit 8,6 Millionen Euro Antrittsprämie kalkulieren.
Quelle: dpa

Siege

Dazu bringt jeder Sieg in den sechs Vorrundenspielen eine weitere Million Euro ein, jedes Unentschieden 500 000 Euro.

Erhöhung

Die Prämien bleiben auch die dritte Saison im Finanzzyklus 2012-2015 gleich, für die kommende Spielzeit werden sie dann vom Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union UEFA neu festgelegt.

 

K.o.-Runde

Für das Erreichen von Achtelfinale (3,5 Millionen Euro), Viertelfinale (3,9) und Halbfinale (4,9) werden weitere Gelder ausgeschüttet.

Sieger

Der Sieger des Endspiels sichert sich 10,5 Millionen Euro, der Finalist 6,5. Maximal kann der Gewinner der Königsklasse damit 37,4 Millionen Euro an Prämien einstreichen.

 

Pool

Dazu kommen noch Einnahmen aus dem sogenannten Marktpool. Diese verteilen sich auf die Teilnehmer aus dem jeweiligen Land und werden zu einem Teil durch das Abschneiden in der nationalen Liga der Vorsaison berechnet.

 

Real Madrid

In der Spielzeit 2013/14 verzeichnete Champions-League-Sieger Real Madrid mit insgesamt 57,414 Millionen Euro die höchsten Einnahmen.

 

Bayern München

Aus dem deutschen Quartett strich der FC Bayern München 44,616 Millionen Euro ein.

Weitere Bundesligisten

Dahinter folgten Borussia Dortmund (34,725), Bayer Leverkusen (26,335) und der FC Schalke 04 (23,720).

Karl-Heinz Rummenigge hat die Einführung des Financial Fair Play begrüßt und alle Vereine zur Unterstützung des neuen Reglements aufgerufen. „Die Regeln zum finanziellen Fairplay sind ein sehr wichtiges Instrument für Klubs, um ihre wirtschaftliche Situation zu kontrollieren“, sagte der Vorsitzende der Europäischen Club-Vereinigung. Die ECA appellierte an die Clubs, „das System des finanziellen Fairplays weiterhin zu unterstützen und innerhalb des Rahmens der neuen Vorschriften zu wirtschaften“.

Bis heute stehen 24 Vereine in Europa nach einem Verstoß gegen das Financial Fair Play unter Beobachtung der UEFA und dürfen nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen. Ihnen wurde ein sogenanntes Settlement Agreement aufgezwungen verbunden mit finanziellen Sanktionen. Mitte Mai wurden die größten Sünder, Manchester City und Paris St. Germain, die aus Abu Dhabi beziehungsweise Katar mit märchenhaften Summen finanziert werden, wegen Verstößen mit einer Rekordstrafe von jeweils 60 Millionen Euro belegt.

Diese Strafen fallen weg, wenn man sich freiwillig meldet. Und der Club hat nicht nur drei Jahre Zeit, eine schwarze Null zu schreiben, sondern vier. Zudem darf der Club im von der UEFA abgesegneten Businessplan auch ein Defizit einkalkulieren, wenn der Haushalt am Ende wieder ausgeglichen ist.

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