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27.08.2012

18:49 Uhr

Financial Fairplay

Rummenigge fordert strengere Kostenkontrollen

Karl-Heinz Rummenigge hat an die UEFA appelliert, das Financial Fairplay strenger zu kontrollieren. Angesichts der Investitionen einiger Clubs zweifelt Bayern Münchens Vorstandschef an einer wirksamen Finanz-Überwachung.

Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge fürchtet Tricksereien. dpa

Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge fürchtet Tricksereien.

MünchenKarl-Heinz Rummenigge hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) aufgefordert, das Financial Fairplay strenger zu überwachen. Angesichts der Investitionen von Clubs wie Paris St. Germain äußerte der Vorstandschef von Bayern München im „Münchner Merkur“ (Dienstag) Zweifel an einer wirksamen Kostenkontrolle.

„Gerüchtweise hört man, dass Paris St. Germain wohl in diesem Sommer einen internationalen Verlust-Rekord aufstellt“, sagte er. „Es wurde uns mal versichert, dass man das Financial Fairplay seriös angeht und umsetzt, dass keine Tricksereien erlaubt sind, keine Hintertürchen geöffnet werden. Jetzt ist die UEFA gefragt, da auch genau hinzuschauen.“

Der französische Hauptstadtclub hat in diesem Sommer mit Hilfe von Ölscheichs aus Katar Spieler für über 140 Millionen Euro geholt. Allein der Schwede Zlatan Ibrahimovic war für schätzungsweise 20 Millionen Euro vom AC Mailand gekommen und soll angeblich 14 Millionen Euro netto pro Jahr verdienen. Es drehe sich ihm der Magen um, wenn er davon höre, sagte Rummenigge. PSG könnte am Donnerstag den Bayern als Gruppengegner in der Champions League zugelost werden.

Rummenigge kritisierte, dass die UEFA den Sanktionen-Katalog bei Verstößen gegen das vor drei Jahren beschlossene Financial Fairplay noch nicht an die Vereine gegeben hat. „Es kann Geldstrafen, Transfersperren und eine Lizenzverweigerung für internationale Wettbewerbe geben. Der Strafenkatalog ist entwickelt, aber noch nicht an die Vereine weitergereicht worden. Das wundert mich sehr“, meinte Rummenigge, der auch Chef der Vereinigung der europäischen Top-Clubs ist. „Vielleicht steckt dahinter auch Politik, dass das bewusst so lange wie möglich zurückgehalten wird. Sinnvoll finde ich das nicht.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

27.08.2012, 21:17 Uhr

Lieber Herr Rummenigge!
Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass die ganzen Gangster aus der englischen, französischen, spanischen und italienischen Liga nicht schon längst Pläne in den Schubladen haben, mit denen sich das ganze Financial-Fair-Play-Gedöns locker aushebeln lässt? Die werden einen Scheiß auf die Regeln geben! Spanien - ausgerechnet Spanien! - hat ja schon versucht, Barcelona und Real Madrid durch Steuergeschenke bei der Entschuldung behilflich zu sein; und niemand hat sich groß darüber aufgeregt.

Account gelöscht!

28.08.2012, 10:29 Uhr

Lieber Herr Rummenigge,
bei 40 Millionen für einen gewissen Balltreter namens Hernandez aus Bilbao meldet sich Ihr Magen wohl nicht.
Ach so, es sind ja nur 30 Millionen, weil Herr Hernandez
jährlich auf 2 Million Gehalt verzichtet.
Das ist doch pure Heuchelei. Die ganze Fussballbranche hat doch einen an der Waffel. Vor Jahren fordert ein gewisser
Uli Höneß, die GEZ -Gebühren um eine Euro pro Monat zu erhöhen, damit "der FC Bayern auch mal die ChampionsLeage
gewinnen kann". Kürzlich rügt er das deutsche Gericht, das seinen Spieler Breno wegen Brandstiftung ins Gefängnis schickt, er müsse viel weniger bestraft werden, weil er als
Fussballprofi ja nur 15 Berufsjahre habe und so 3 mal mehr
bestraft sei als ein Handwerker.

Alle diese Herrschaften haben jedes Maß verloren. Jemand sollte ihnen mal das Handwerk legen.


gogo02

28.08.2012, 15:33 Uhr

Meine beiden Vor-Schreiber zeigen mächtig Emotionen und ihre Ausdrucksweise ist auch nicht gerade Vor-Schul-geeignet. Leider liegen beide richtig: Sehr geehrter Herr Rummenigge, wir wissen ja, dass der FCB super gut gewirtschaftet hat im konventionellen Sinne. Wenn Real Madrid heute 700 Mio € Verbindlichkeiten hat, dann hört sich das grausam an im Vergleich zu 250 Mio € Guthaben beim FCB. Aber die USA und Japan haben ähnlich hohe ProKopf Schulden wie Griechenland - geniessen aber (noch) Vertrauen - Derjenige genießt Vertrauen, der die Massen begeistern kann und der das größte Rad dreht - Macht doch beim FCB einfach mal einen auf "Real"....

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