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28.07.2017

09:52 Uhr

Finanzen 2. Bundesliga

In Reihe zwei brummt das Fußballgeschäft

VonAlexander Möthe

Der 2. Bundesliga geht es wirtschaftlich so gut wie noch nie. Zur neuen Saison fehlen jedoch die großen Klubs, zudem verschwinden die Live-Spiele im Free-TV. Ein lohnenswertes Geschäft bleibt das Unterhaus dennoch.

In der Relegation ist Eintracht Braunschweig in der vergangenen Saison knapp gescheitet am VfL Wolfsburg. Nun zählt der Klub wieder zu den Aufstiegskandidaten für die erste Liga. Reuters

Eintracht Braunschweig

In der Relegation ist Eintracht Braunschweig in der vergangenen Saison knapp gescheitet am VfL Wolfsburg. Nun zählt der Klub wieder zu den Aufstiegskandidaten für die erste Liga.

DüsseldorfWenn an diesem Freitag die 2. Bundesliga die Saison 2017/18 einläutet, hat sich im Selbstverständnis des deutschen Fußball-Unterhauses einiges verändert. Montagsspiele, zum Beispiel. Die gibt es zwar noch, viele Fans würden vielleicht auch sagen: zu oft.

Aber nach zwei Jahrzehnten sind die Montagsspiele nicht mehr im Free-TV zu sehen, nicht mehr bei Sport1, dem ehemaligen DSF. Der Sender hat über die Jahre praktisch jede Saison mit dem Claim „Die beste 2. Liga aller Zeiten“ angekündigt. Diesmal ließe sich, arg überspitzt, die These aufstellen: es ist die durchschnittlichste 2. Liga aller Zeiten.

Zwar ist es noch nicht so weit, dass der SV Meppen wieder seine Kreise zieht. Die Emsländer galten in den 1980er und 90ern als Inbegriff der 2. Liga, haben sich unlängst in die 3. Liga zurückgekämpft. Lange Synonym für die graue Maus, kein Entwicklungspotenzial, zu schlecht für den Aufstieg, zu gut für den Abstieg, teilte sich Meppen lange ein Phänomen mit Klubs wie Greuther Fürth und Mainz 05.

Bundesliga-Fußball im Fernsehen

Viele Neuerungen

Die 2. Fußball-Bundesliga beginnt an diesem Wochenende - und die Fans werden die erste Neuerung des Fernseh-Spieltages bemerken. Neben dem Wegfall des Montagsspiels im Free-TV bei Sport1 gibt es einige Änderungen. Quelle: dpa

Das TV-Wirrwarr

Drei Abonnements und mehr als ein halbes Dutzend Sender: Die Bundesliga im TV ist so kompliziert, unübersichtlich und teuer wie noch nie.

2. Liga verschwindet

Ohne zusätzliche Bezahlung kann der Fußballfan nur wenige Partien sehen, die 2. Liga ist sogar komplett im Pay-TV verschwunden.

Bitter für ZDF und ARD

Das ZDF löst die ARD beim Eröffnungsspiel der 1. Liga ab und zeigt fünf weitere Partien im frei zu empfangenden Fernsehen. Das Zweite zeigt je ein Spiel am 17. und 18. Spieltag, die Relegation zur 2. Bundesliga sowie den Supercup.

Eurosport ...

Neuer Anbieter im Pay-TV ist Eurosport. Der Spartensender zeigt 30 Erstliga-Spiele am Freitag sowie fünf am Sonntag (13.30 Uhr) und fünf am Montag (20.30 Uhr). Im Angebot des Spartensenders sind zudem alle Relegationspartien sowie der Supercup.

... nur übers Internet

Die Übertragungen laufen allerdings nur über das Internet mittels des Eurosport-Players. Sie sind - anders als andere Eurosport2-Angebote - nicht über Sky zu empfangen, so dass die Fans ein zusätzliches Abonnement benötigen.

Sky bietet ...

Nicht mehr alle, aber die meisten Partien zeigt Sky. Der Marktführer im Pay-Bereich überträgt unter anderem alle Spiele am Samstag sowie 60 Partien am Sonntag (15.30/18.00 Uhr).

... am meisten

Dazu bietet Sky weiterhin die Konferenzen am Samstag und an den Spieltagen während der englischen Wochen. Die 2. Liga live läuft komplett bei Sky. Das Montagsspiel beim frei zu empfangenden Spartensender Sport1 gibt es nicht mehr.

Zusammenfassungen

Die ersten Höhepunkte des Spieltages ohne zusätzliche Zahlung zeigt weiterhin die „Sportschau“ der ARD. Dazu zählen 1. und 2. Liga. Weitere Zusammenfassungen mit ersten Bildern vom späten Samstagsspiel gibt es beim ZDF im „Sportstudio“. Die Höhepunkte der Sonntagsspiele laufen in den 3. Programmen.

Nitro

Neu ist die Zusammenfassung am Montagabend bei Nitro. Der zur RTL-Gruppe gehörenden Nischensender kann als einziger Bilder von allen Partien ohne extra Bezahlung zeigen, nach 23 Uhr auch von den fünf Erstliga- und 23 Zweitligaspielen am Montag.

Sky News

Neu sind auch die frei zu empfangenden Bilder von Sky News. Der Sportnachrichten-Ableger des Pay-TV-Senders darf am Freitagabend von 22.30 Uhr an und am Sonntag von 19.30 an Bilder von der 2. Liga zeigen.

Sport1

Nur ein kleines Angebot hat Sport1. Der Spartensender kann am Sonntag zwischen 6 und 15 Uhr Highlights der Erst- und Zweitligaspiele vom Freitag und Samstag zeigen.

DAZN

Im Pay-Bereich ist erstmals das Streamingportal DAZN dabei, das zum Rechtehalter Perform gehört. Gegen eine Gebühr kann der Fan das Internet-Angebot sehen, das es zuletzt bei der „Bild“ online gab: Highlight-Clips 40 Minuten nach Abpfiff.

Spox und Goal

Frei zu empfangen gibt es die Höhepunkte frühestens am Montag von 0 Uhr an bei den ebenfalls zu Perform gehörenden Portalen Spox und Goal.

Wenn es nach oben gehen soll, stoßen kleine und mittlere Klubs an eine Art gläserne Decke. Den Aufstieg machen oft die sogenannten Fahrstuhlteams untereinander aus, die regelmäßig Finanz- und Strahlkraft in der ersten Liga tanken können. Nur, in dieser Saison mangelt es an denen. Und damit auch an Aufstiegsfavoriten.

In der Vorsaison wurde relativ rasch klar, dass sich die Absteiger VfB Stuttgart und Hannover 96 mit hohen Budgets und den Infrastrukturen langjähriger Erstligisten schnell an die Spitze setzen werden. Und genau so ist es am Ende gekommen. In der Relegation verpasste Eintracht Braunschweig, 2015 abgestiegen, gegen den VfL Wolfsburg die schnelle Rückkehr in die Erstklassigkeit.

Union Berlin, Dynamo Dresden und der FC St. Pauli fanden sich mehr oder minder zur eigenen Überraschung und trotz geringer Mitteln im Aufstiegsrennen wieder. Vereine wie der VfL Bochum und Fortuna Düsseldorf, einst feste Größen um Oberhaus, enttäuschen die eigenen Aufstiegsambitionen hingegen seit Jahren.

Die Absteiger der Vorsaison, sie hießen FC Ingolstadt und Darmstadt 98. Beide Vereine waren noch nicht in der 1. Liga etabliert und wurden ohnehin mehr als Zweitligisten auf Bewährung wahrgenommen. Darmstadt schaffte es zwar, sich in zwei Saisons ein vergleichsweise stabiles wirtschaftliches Polster aus Fernsehgeldern und Sponsoreneinnahmen zu erarbeiten. Dennoch gelten weder die Lilien noch die Schanzer als absolut gesetzte Aufsteiger. Auch, wenn die obligatorische Trainerumfrage vor der Saison diese Teams als Favoriten hervorgebracht hat.

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