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05.08.2011

10:08 Uhr

Finanzen der Clubs

Die neue Bescheidenheit der Bundesliga

VonMarkus Hennes, Susanne Schier

Heute startet die Bundesliga in ihre 49. Saison. Zwar rechnen die Klubmanager mit mehr Einnahmen, gespart wird dennoch - zumal die letzte Spielzeit bewiesen hat, dass Geld keine Titel garantiert.

Dortmunds Präsident Reinhard Rauball schaut Geschäftsführer Hans-Jochim Watzke auf die Finger. Quelle: ap

Dortmunds Präsident Reinhard Rauball schaut Geschäftsführer Hans-Jochim Watzke auf die Finger.

Düsseldorf/FrankfurtDrei Wochen nach der Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland dreht es sich im Fußball nun wieder um die Männer. Zum Saisonauftakt der Bundesliga treffen Borussia Dortmund und der Hamburger SV morgen Abend aufeinander.

Eine Partie mit Symbolcharakter: Dortmund kann nach dem Gewinn des Meistertitels aus dem Vollen schöpfen. Die Einnahmen aus Sponsorengeldern werden um einen zweistelligen Prozentsatz steigen, sagt Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung des BVB. Die Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League bringt den Dortmundern weitere 25 Millionen Euro ein.

Der HSV dagegen muss sparen. Nach dem enttäuschenden achten Platz zuletzt, haben sich die Hamburger für keinen internationalen Wettbewerb qualifiziert. Der Verein musste das Budget für die Mannschaft um fast ein Viertel kürzen.

Mit seiner neuen Bescheidenheit liegt der HSV im Trend. Die meisten Bundesligaklubs halten sich bei den Ausgaben zurück. Sie wollen im Schnitt nur zwei Prozent mehr ausgeben, zeigt eine aktuelle Befragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Das ist verwunderlich, weil sie mit einem Plus von sechs Prozent bei den Gesamteinnahmen rechnen, gaben die befragten Klubmanager zu Protokoll.

Geld schießt keine Tore, lautet eine der Lehren aus der vergangenen Saison. Die Millionentruppen von Wolfsburg und Schalke etwa spielten lange gegen den Abstieg. Dagegen schaffte Dortmund mit einem Mini-Etat von 35 Millionen Euro und einem Durchschnittsalter von 22 Jahren die Meisterschaft.

Die meisten Erstligisten setzen deshalb jetzt verstärkt auf den Nachwuchs statt auf teure Stars. Die Vereine wollen die neue Saison positiv abschließen, nachdem zuletzt noch einige Klubs finanziell zu kämpfen hatten. Außerdem sitzt ihnen der europäische Fußballverband im Nacken: Die Uefa will mit strengen Auflagen für einen fairen Wettbewerb im europäischen Profifußball sorgen. Danach dürfen Profiklubs ab dem Jahr 2014 nur noch so viel ausgeben, wie sie durch den Spielbetrieb einnehmen.

Der dadurch angeregte Sparwille der Bundesliga zeigt sich besonders bei den Neuverpflichtungen. Die 18 Vereine gaben für neue Spieler bisher 137 Millionen Euro aus. In der italienischen Serie A waren es mit 375 Millionen Euro dreimal so viel.

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