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25.06.2015

08:26 Uhr

Firmino-Transfer

Startschuss für den englischen Kaufrausch

Fernsehgelder bescheren englischen Fußballklubs einen Geldsegen. Der Kauf von Firmino dürfte daher nicht der letzte Transferhammer bleiben. Es bahnen sich weitaus größere Einkäufe jenseits der 100 Millionen Euro an.

Der Ex-Hoffenheimer dürfte nicht der letzte Megatransfer in England bleiben. dpa

Roberto Firmino

Der Ex-Hoffenheimer dürfte nicht der letzte Megatransfer in England bleiben.

HannoverRoberto Firmino ist nur der Anfang. Die 41 Millionen Euro des FC Liverpool für Hoffenheims Brasilianer sind für die Fußball-Bundesliga ein Rekordwert. In England werden die Transfersummen in den nächsten Wochen noch weiter explodieren. Dank der neuen TV-Milliarden können die Clubs der Premier League prassen. Die deutschen Vereine haben im Wettbieten praktisch keine Chance.

Manchester City will englischen Medienberichten zufolge 114 Millionen Euro Ablöse für den Franzosen Paul Pogba von Juventus Turin ausgeben – und das scheint tatsächlich möglich. Die englischen Clubs haben schon jetzt die mit Abstand höchsten Medien-Einnahmen, doch die Differenz zu den Vereinen im Rest der Welt wird sich dank des 2016 greifenden neuen Deals weiter vergrößern.

Bereits in der abgelaufenen Saison kassierten die Queens Park Rangers als Tabellenletzter der Premier League mit 86 Millionen Euro an Fernsehgeldern deutlich mehr als der deutsche Meister Bayern München (50,6 Millionen Euro).

Premier League – TV-Einnahmen 2014/2015

FC Chelsea und Manchester City

FC Chelsea: 134,3 Millionen Euro

Manchester City: 133,7 Millionen Euro

Manchester United und FC Arsenal

Manchester United: 131,3 Millionen Euro

FC Arsenal: 130,8 Millionen Euro

FC Liverpool und Tottenham Hotspur

FC Liverpool: 125,6 Millionen Euro

Tottenham Hotspur: 120,1 Millionen Euro

FC Southampton und FC Everton

FC Southampton: 111,4 Millionen Euro

FC Everton: 108,7 Millionen Euro

Swansea City und Newcastle United

Swansea City: 108,6 Millionen Euro

Newcastle United: 105,9 Millionen Euro

Stoke City und Crystal Palace

Stoke City: 104,8 Millionen Euro

Crystal Palace: 104,1 Millionen Euro

West Ham United und West Bromwich Albion

West Ham United: 102,7 Millionen Euro

West Bromwich Albion: 97,9 Millionen Euro

Leicester City und AFC Sunderland

Leicester City: 96,2 Millionen Euro

AFC Sunderland: 93,8 Millionen Euro

Aston Villa und Hull City

Aston Villa: 91,9 Millionen Euro

Hull City: 89,2 Millionen Euro

FC Burnley und Queens Park Rangers

FC Burnley: 87,5 Millionen Euro

Queens Park Rangers: 86,8 Millionen Euro

Oder um beim Beispiel Firmino zu bleiben: Liverpool benötigte nicht einmal ein Drittel seiner TV-Einnahmen (125 Millionen), um die Ablöse nach Hoffenheim zu überweisen. Für den Bundesliga-Zweiten VfL Wolfsburg (35,1 Millionen) wäre er so nicht zu bezahlen gewesen.

Und der Wettbewerbsnachteil der Bundesliga wird noch größer: Mehr als drei Milliarden kann die Premier League demnächst pro Saison verteilen. Die Bundesliga kann bis zum Auslaufen der derzeitigen Verträge 2017 lediglich ein Viertel davon ausschütten. Dieses Ungleichgewicht macht viele in der Bundesliga nervös, denn im Poker mit einem Club der Premier League ist ein deutscher Erstligist naturgemäß zweiter Sieger.

Der sich abzeichnende Kaufrausch kann aber auch angenehme Seiten haben. So wurde Hannover 96 den zuletzt auf der Bank sitzenden Stürmer Joselu für acht Millionen Euro los, die Stoke City aus seiner TV-Einnahme von 104 Millionen Euro locker zahlen konnte. Für die Niedersachsen war das eine Rekord-Einnahme.

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