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09.02.2012

06:19 Uhr

„Football Money League“

Revierklubs schließen zur Fußball-Elite auf

VonThomas Mersch

Gute Nachrichten für Pokalsieger Schalke 04 und Meister Borussia Dortmund. Laut Studie „Football Money League“ der Wirtschaftsprüfung Deloitte haben die beiden Klubs in der Geldrangliste des europäischen Fußballs Boden gut gemacht. Rekordmeister Bayern München behauptet sich als bester Bundesligist auf Rang vier hinter Real Madrid, Barcelona und Manchester United.

Raúl beim Torjubel: Pokalsieger Schalke 04 hat es in die Top Ten geschafft. dapd

Raúl beim Torjubel: Pokalsieger Schalke 04 hat es in die Top Ten geschafft.

KölnIm Norden Englands war die Europareise beendet. „Theatre of Dreams“ wird das Stadion von Manchester United auch genannt – der FC Schalke 04 musste dort seinen Traum vom Finale der Champions League begraben.  Mit 1:4 gingen die Königsblauen im letzten Frühjahr gegen eine B-Auswahl der Reds unter – das war es dann. Das Trostpflaster für das Aus im Halbfinale konnte sich allerdings sehen lassen: Knapp 40 Millionen Euro flossen in die Schalker Kasse. Der europäische Fußballverband Uefa überwies die Summe aus der TV-Zentralvermarktung der Champions League. Hinzu kamen üppige Spieltagserlöse aus dem Verkauf der Eintrittskarten für die Heimspiele.

Die Champions-League-Sause wirkt angenehm nach: In der Klub-Geldrangliste hat der FC Schalke wirtschaftlich einen mächtigen Sprung nach vorne gemacht. Ein weiterer Grund dafür: Auch der DFB-Pokal-Sieg im Mai 2011 brachte noch einmal acht bis zehn Millionen. Insgesamt um 45 Prozent von 139,8 auf 202,4 Millionen Euro konnte der Bundesligist seinen Umsatz in der vergangenen Saison steigern – kein anderer Klub in Europa legte so stark zu. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Football Money League“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, die die Fußball-Geldrangliste zum 15. Mal erstellt hat.

Die Schalker haben es damit geschafft, in die Top-Ten der umsatzstärksten europäischen Fußballklubs vorzustoßen. Eine starke wirtschaftliche Leistung: „Es ist seit Jahren das erste Mal, dass einer der zehn wirtschaftsstärksten Vereine verdrängt wird“, sagt Stefan Ludwig, Direktor der Sport-Business-Gruppe von Deloitte – nun traf es Juventus Turin, das für Schalke weichen musste. Das letzte Mal waren vor 14 Jahren mit Bayern München und dem damalige Champions-League-Sieger Borussia Dortmund zwei deutsche Vertreter unter den zehn erlöskräftigsten Klubs in Europa.

Die umsatzstärksten Fußballklubs in Europa (Rang 1-10)

Platz 1

Der umsatzstärkste Fußballklub der Saison 10/11 ist Real Madrid mit 479,5 Mio. Euro. Damit bleibt der Verein seinem Platz des Vorjahres weiterhin treu.

Quelle: Studie „Football Money League“, Deloitte (März 2012)

Platz 2

Auf der zweiten Position bleibt der FC Barcelona in der Saison 10/11 mit 450,7 Millionen Euro.

Platz 3

Der Verein Manchester United behält ebenfalls seine Position 3 als umsatzstärkster Fußballklub. In der Saison 10/11 machte er einen Umsatz von 367,0 Millionen Euro.

Platz 4

Auch Bayern München hält sich wacker auf der vierten Position vom Vorjahr mit 321,4 Millionen Euro Umsatz in der Saison 10/11.

Platz 5

Arsenal London gibt ebenfalls seinen Platz vom Vorjahr nicht ab und machte in der Saison 10/11 einen Umsatz von 251,1 Millionen Euro.

Platz 6

Kurz dahinter liegt Chelsea London weiterhin auf dem sechsten Platz mit 249,8 Millionen Euro.

Platz 7

Der AC Mailand nimmt - wie im Vorjahr auch - mit 235,9 Millionen Euro die siebte Position des umsatzstärksten Fußballklubs ein.

Platz 8

Inter Mailand hingegen stieg von Platz neun auf Platz acht auf und erzielte einen Umsatz von 211,4 Millionen Euro.

Platz 9

Vom achten Platz auf den neunten Platz fiel der FC Liverpool. Sein Umsatz in der Saison 10/11 betrug 203,3 Millionen Euro.

Platz 10

Den zehnten Platz nimmt schließlich der FC Schalke ein. Im Vorjahr war er noch auf Platz 16 und schaffte es jetzt, mit einem Umsatz von 202,4 Millionen Euro auf den zehnten Platz vorzudringen.

Seit Jahren gibt es kaum Bewegung auf den Spitzenplätzen. Real Madrid ist mit 479,5 Millionen Euro nach wie vor Umsatzkönig in Europa, Champions-League-Sieger FC Barcelona verteidigt mit 450,7 Millionen Euro Rang zwei, Manchester United behauptet den dritten Platz – allerdings mit deutlichem Abstand. Die Erlöse der Engländer betrugen zuletzt 367 Millionen Euro. Es folgt der deutsche Rekordmeister Bayern München (321,4 Mio.) vor dem Fünftplatzierten Arsenal London (251,1 Mio.). Hauptursache für die wirtschaftliche Dominanz der Spanier ist die dezentrale TV-Vermarktung. Im Gegensatz zu den anderen großen Ligen verkaufen die Klubs die Rechte an ihren Spielen in Eigenregie. „Madrid und Barcelona können gut die Hälfte der TV-Gelder für sich vereinnahmen“, sagt Ludwig.  Das Gefälle innerhalb der Primera División ist enorm. Mit Valencia auf Rang 19 findet sich nur ein weiterer spanischer Verein in der Deloitte-Rangliste – der Umsatz beträgt nicht einmal ein Viertel des Niveaus von Real Madrid.

Kommentare (2)

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debrasseur

09.02.2012, 14:50 Uhr

Jeder Kaufmann weiß, Umsatz ja, aber nicht unbedingt Gewinn. Es soll Vereine geben, die leben regelrecht von der Substanz. Quasi von der Hand in den Mund.

Account gelöscht!

09.02.2012, 16:52 Uhr

... genau wie Zahnärzte!!^^

Sie haben vollkommen Recht!
Die italienischen, spanischen und auch englischen Vereine dürften, wenn das FinancialFairplay korrekt umgesetzt werden würde, in großem Maße vom internatinalen Wettbewerb ausgeschlossen werden.

Das es aber so kommt, kann ich mir -leider- nicht vorstellen...

Ps. Ich bewundere manche der im Artikel genannten Klubs für ihre sportlichen Leistungen. Trotzdem sollten auch und gerade im Sport die alten Kaufmannsregeln FÜR ALLE gelten, dass man z. B. nur soviel ausgeben darf, wie man auch vorher verdient hat...

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