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15.05.2012

12:11 Uhr

Fortuna-Stürmer Sascha Rösler

Das Enfant terrible der 2. Liga sagt Tschüss

Beim Gegner ist er verhasst, doch für Düsseldorf war er ein Glücksgriff: Sascha Rösler ist die Reizfigur der 2. Liga. Auf dem Platz sorgt er für Aufsehen – nicht nur mit seinen Toren. Heute beendet er seine Karriere.

Sascha Rösler ist auf dem Platz einer der lautesten. dpa

Sascha Rösler ist auf dem Platz einer der lautesten.

DüsseldorfGeachtet als Führungsspieler, geächtet als Provokateur der 2. Bundesliga: Fortuna Düsseldorfs Stürmer Sascha Rösler hat immer polarisiert. Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh nannte ihn „eine Schande für den deutschen Fußball“, weil Rösler ihn beim 1:1 Mitte Februar arg provoziert und seinem Böse-Buben-Image alle Ehre gemacht hatte. Auch Gegenspieler und Schiedsrichter, denen er einige Elfmeter abtrotzte, gerieten mit dem nicht zimperlichen Querkopf oft aneinander.

„Kann schon sein, dass sich da einige auf entspanntere Spiele freuen“, mutmaßte der 34-Jährige vor dem Relegations-Rückspiel gegen Hertha BSC am Dienstagabend. Nur die Mitspieler würden ihn als besten Einzahler in die Mannschaftskasse vermissen. In der Start-Elf steht er zwar nicht, Meier könnte ihn aber als Joker bringen.

Die bisherigen Relegationsspiele seit 1982

Historie

Erstmals eingeführt wurden die Relegationsspiele zwischen dem Tabellen-16. oder Drittletzten der 1. Fußball-Bundesliga und dem Drittplatzierten der 2. Fußball-Bundesliga 1982. Die Auswärtstorregel galt damals nicht, bei Gleichstand nach zwei Partien kam es zu einem Entscheidungsspiel.

Nach der zehnten Auflage war ab 1992 erst mal wieder Schluss mit dieser Regelung, es gab wieder ausschließlich direkte Ab- und Aufsteiger. Ab der Saison 2008/2009 wurde die Relegation schließlich wieder eingeführt - mit Auswärtstorregel bei Gleichstand nach zwei Spielen und Entscheidung in Verlängerung und Elfmeterschießen im zweiten Spiel.

Im folgenden die Ergebnisse aller Relegationsspiele, der erstgenannte Verein war jeweils der Bundesligist, der Zweitgenannte der Zweitligist. Die Sieger sind jeweils gefettet.

1982

Bayer 04 Leverkusen - Kickers Offenbach 1:0/2:1 (Hinspiel/Rückspiel)

1983

FC Schalke 04 - Bayer Uerdingen 1:3/1:1

1984

Eintracht Frankfurt - MSV Duisburg 5:0/1:1

1985

Arminia Bielefeld - 1. FC Saarbrücken 0:2/1:1

1986

Borussia Dortmund - Fortuna Köln 0:2/3:1/8:0 (Hin-/Rück-/Entscheidungsspiel)

1987

FC Homburg - FC St. Pauli 3:1/1:2

1988

SV Waldhof Mannheim - Darmstadt 98 2:3/2:1/0:0 - 5:4 i.E.

1989

Eintracht Frankfurt - 1. FC Saarbrücken 2:0/1:2

1990

VfL Bochum - 1. FC Saarbrücken 1:0/1:1

1991

FC St. Pauli - Stuttgarter Kickers 1:1/1:1/1:3

2009

Energie Cottbus - 1. FC Nürnberg 0:3/0:2

2010

1. FC Nürnberg - FC Augsburg 1:0/2:0

2011

Borussia Mönchengladbach - VfL Bochum 1:0/1:1

„Strafen bezahlen für Gelbe Karten wegen Meckerns: Da war ich der größte Sponsor“, berichtete Rösler in einem „Kicker“-Interview. In 14 Jahren als Profifußballer sah er 69 Mal Gelb, dreimal Gelb-Rot und musste einmal mit Rot direkt vom Feld.

Mit grenzwertiger Angriffslust hat der in Tettnang am Bodensee geborene Offensivmann seine Kollegen immer wieder auch mitgerissen. Im ersten Pflichtspiel der Saison, gegen den VfL Bochum, gelang ihm dies jedoch nicht mit Schimpftiraden oder verletzenden Gesten: Mit seinem zum „Tor des Monats“ gekürten Bilderbuch-Fallrückzieher verursachte er die Initialzündung für eine erstaunliche Erfolgsserie der Düsseldorfer, die in der Herbstmeisterschaft und im Erreichen der Relegation gipfelte.

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