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06.02.2006

13:35 Uhr

Beliebt dpa

Lothar Matthäus mit der Fahne von Paranaense in Brasilien.

dpa CURITIBA. Erfolgreicher und schöner hätte das Debüt von Lothar Matthäus als Fußball-Trainer in Brasilien kaum sein können. Der 44-Jährige kam mit seinem neuen Team Atlético Paranaense in einem lokalen Meisterschaftsspiel gegen Atlético Maringa daheim in Curitiba zu einem 1:0-Sieg.

Vor, während und nach dem Spiel wurde der deutsche Rekordnationalspieler von den Fans lauter und häufiger bejubelt als die Akteure auf dem Rasen. Viele auf den Tribünen schwenkten Fahnen und Plakate in den deutschen Farben. „Er hatte den Empfang eines Stars“, hieß es in der Online-Ausgabe der Zeitung „Estado de Sao Paulo“.

Matthäus gab sich nach dem Spiel indes bescheiden. „Mein Team kann sich in den nächsten Spielen und Turnieren noch erheblich steigern“, sagte er. Er habe gewusst, dass die Fans von Paranaense mit großer Freude und Hoffnung auf diese Begegnung gewartet hätten. „Und wir haben zum Glück auch die drei Punkte geholt“. Dabei war Matthäus vor der Vertragsunterzeichnung im Januar mit Skepsis empfangen worden. Vor allem die Medien stellten seine Trainerfähigkeiten in Frage. „Als Spieler war er toll, aber als Trainer ist er noch eine Null“, hieß es etwa in einer Diskussionsrunde des Sportfernsehsenders „Sport TV“.

Das Tor des Tages in einer technisch eher schwachen Partie erzielte Ricardinho vor 11 000 Zuschauern in der 65. Minute. Matthäus bewies ein „glückliches Händchen“. Er hatte den Torschützen in der 2. Halbzeit eingewechselt. Der neue Trainer war am Spielfeldrand trotz Sommerhitze elegant mit Krawatte gekleidet und zudem sehr aktiv. Ihn hielt es kaum auf der Trainerbank.

Nach dem Sieg kletterte Paranaense in der Meisterschaft des südlichen Bundeslandes Paraná auf den zweiten Platz der Gruppe A. Die Rot-Schwarzen haben 14 Punkte aus acht Begegnungen. Nun kommt es in Curitiba zum Duell mit Spitzenreiter Rio Branco - es wird die „Feuertaufe“ für Matthäus.

Schon bei seinem Debüt gab er einigen Männern eine Chance, die bisher nicht in der Stammelf zum Zuge gekommen waren. Die Chance nutzte unter anderem Tormann Cleber, der Tiago ersetzte. Matthäus, der zuvor Rapid Wien, Partizan Belgrad und die Nationalelf Ungarns coachte, ist seit dem 30. Januar Trainer in Brasilien. Er hat einen Vertrag bis zum Ende des Jahres.

Curitiba ist eine Stadt, die in Brasilien im Schatten von Politik- , Sport- und Wirtschaftszentren wie Sao Paulo, Rio oder Brasilia steht. Atlético Paranaense ist in Deutschland zwar eine unbekannte Größe. Der Verein, der auch „Furacao“ (Hurrikan) genannt wird, wurde aber nach dem Wiederaufstieg in die erste Liga 1995 im Jahr 2001 brasilianischer Landesmeister. Im vergangenen Jahr erreichte das Team sogar das Endspiel der „Copa Libertadores“ - der südamerikanischen Champions League. Paranaense unterlag dort dem späteren Weltcupsieger FC Sao Paulo. Das Kyocera-Stadion gilt als das modernste und schönste in ganz Brasilien.

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