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05.06.2015

10:28 Uhr

Frauen-WM in Kanada

Fifa pfeift schwedischen TV-Sender zurück

VonHelmut Steuer, Gerd Braune

Erst überschattet die Kontroverse um den Kunstrasen die Vorbereitung auf die Frauenfußball-WM. Nun kommt noch der Fifa-Korruptionsskandal dazu. Der Verband zeigt auch in einem anderen Punkt wenig Fingerspitzengefühl.

Kanada hatte beim Fifa-Kongress in Zürich in der vergangenen Woche gegen Blatter gestimmt. dpa

FIFA-Präsident Joseph Blatter

Kanada hatte beim Fifa-Kongress in Zürich in der vergangenen Woche gegen Blatter gestimmt.

StockholmSchweden gilt gemeinhin als gleichberechtigtes Land. Auch wenn das nicht immer stimmt, so bemühen sich Politik, Wirtschaft, Kultur und der Sport tatsächlich um eine weitgehende Gleichstellung von Mann und Frau. Dass dieses Streben nach Gleichberechtigung aber seine deutlichen Grenzen hat, musste jetzt der zweitgrößte Fernsehsender des Landes, der Privatkanal TV4, erfahren.

Der Sender hat die Übertragungsrechte für die in einer Woche beginnende Fußballweltmeister der Frauen in Kanada erworben. Ganz dem Grundsatz nach, dass Männer- und Frauensport gleich zu behandeln ist, wollte TV4 das Event einfach „Fifa Fußball Weltmeisterschaft 2015“ nennen.

Man hatte das Turnier also genauso bezeichnen wollen, wie im vergangenen Jahr die Fußballweltmeisterschaft der Männer. Doch die Verantwortlichen in Stockholm hatte ihre Rechnung ohne die Wirte in Genf gemacht.

Frauenfußball: Der deutsche Kader für die WM in Kanada

Bundestrainerin

Silvia Neid. Geboren am 2. Mai 1964 in Walldürn. Größe: 1,66 m. Persönliche Auszeichnungen: Welttrainerin des Jahres 2010, 2013, Silbernes Lorbeerblatt (Quelle: sid)

Tor

Nadine Angerer. Geboren am: 10. November 1978 in Lohr/Main. - Größe: 1,75 m. Verein: Portland Thorns. Persönliche Auszeichnungen: Weltfußballerin des Jahres 2013, Europas Fußballerin des Jahres 2013.
Almuth Schult. Geboren am 9. Februar 1991 in Dannenberg. - Größe: 1,80 m. Verein: VfL Wolfsburg.
Laura Benkarth. Geboren am 14. Oktober 1992 in Freiburg. - Größe: 1,73 m. Verein: SC Freiburg.

Abwehr (1)

Saskia Bartusiak. Geboren am 9. September 1982 in Frankfurt/Main. - Größe: 1,70 m. Verein: 1. FFC Frankfurt.
Jennifer Cramer. Geboren am 24. Februar 1993 in Frankenberg. - Größe: 1,68 m. Verein: Turbine Potsdam.
Josephine Henning. Geboren am 8. September 1989 in Trier. - Größe: 1,75 m. Verein: Paris St. Germain.

Abwehr (2)

Tabea Kemme. Geboren am 24. Dezember 1991 in Stade. - Größe: 1,68 m. Verein: Turbine Potsdam
Annike Krahn. Geboren am 1. Juli in Bochum. - Größe: 1,73 m. Verein: Paris St. Germain.
Leonie Maier. Geboren am 29. September 1992 in Stuttgart. - Größe: 1,63 m. Verein: Bayern München.

Abwehr (3)

Babett Peter. Geboren am 12. Mai 1988 in Oschatz. - Größe: 1,71 m. Verein: VfL Wolfsburg.
Bianca Schmidt. Geboren am 23. Januar 1990 in Gera. - Größe: 1,74 m. Verein: 1. FFC Frankfurt

Mittelfeld (1)

Melanie Behringer. Geboren am: 18. November 1985 in Lörrach. - Größe: 1,72 m. Verein: Bayern München.
Sara Däbritz. Geboren am 25. Februar 1995 in Amberg. - Größe 1,71 m. Verein: SC Freiburg
Lena Goeßling. Geboren am 8. März 1986 in Bielefeld. - Größe: 1,71 m. Verein: VfL Wolfsburg.

Mittelfeld (2)

Simone Laudehr. Geboren am: 12. Juli 1986 in Regensburg. - Größe: 1,75 m. Verein: 1. FFC Frankfurt.
Melanie Leupolz. Geboren am: 14. April 1994 in Wangen im Allgäu. - Größe: 1,73 m. Verein: Bayern München.
Lena Lotzen. Geboren am 11. September 1993 in Würzburg. Größe: 1,71 m. Verein: Bayern München.
Dzsenifer Marozsan. Geboren am 18. April 1992 in Budapest/Ungarn. Größe: 1,71 m. Verein: 1. FFC Frankfurt.

Angriff (1)

Pauline Bremer. 10. April 1996 in Dransfeld. Größe: 1,71 m. Verein: Turbine Potsdam.
Anja Mittag. 16. Mai 1985 in Chemnitz. Größe: 1,68 m. Verein: FC Rosengard/Schweden.
Lena Petermann. 5. Februar 1994 in Cuxhaven. Größe: 1,74 m. Verein: SC Freiburg.

Angriff (2)

Alexandra Popp. Geboren am 06.04.1991 in Witten. Größe: 1,74 m. Verein: VfL Wolfsburg.
Celia Sasic. Geboren am: 27.06.1988 in Bonn. Größe: 1,74 m. Verein: 1. FFC Frankfurt.

Denn kurz nach Bekanntwerden der TV4-Entscheidung reagierte die Fifa. In einem Brief wurde dem schwedischen TV-Sender mitgeteilt, dass die Veranstaltung „Fifa Frauenweltmeisterschaft 2015“ zu heißen habe. Kein Wort von Fußball, dafür eine klare Geschlechternennung.

Andreas Odén, verantwortlicher Produzent für die Fußball-WM in Kanada, gibt sich geschlagen. „Wir haben mit der Fifa lange diskutiert“, sagt er, „aber wir haben auch einen Vertrag unterschrieben, den wir einhalten müssen“. Es sei ihnen schwergefallen, so Odén, doch der Rechteinhaber könne nun einmal die Bedingungen vorgeben.

Die Frauennationalmannschaft in Kanada

Rahmendaten

Die 7. Frauen-WM findet vom 6. Juni bis 5. Juli erstmals mit 24 Mannschaften in Kanada statt. Veranstaltungsorte sind Edmonton, Ottawa, Moncton, Montreal, Vancouver und Winnipeg. Die deutsche Mannschaft spielt in Gruppe B.

Eröffnungsspiel

Kanada vs. China, 06. Juni 2015 in Edmonton

07. Juni

Deutschland vs. Elfenbeinküste, 07. Juni 2015 in Ottawa

11. Juni

Deutschland vs. Norwegen, 11. Juni 2015 in Ottawa

15. Juni

Deutschland vs. Thailand, 15. Juni 2015 in Winnipeg

Von Seiten der Fifa wird argumentiert, dass es eine klare Unterscheidung der beiden Großereignisse geben müsse. Warum jedoch bei der Fußballweltmeisterschaft der Herren die Geschlechterbezeichnung stets fehlt, bleibt weiterhin ein Geheimnis der von Skandalen erschütterten Fifa. Auch geht der Verband nicht auf das Argument ein, dass es in diesem Jahr doch gar keine Herren-Fußball-WM gibt und insofern das Risiko einer Verwechslung äußerst gering sein dürfte.

Die Fifa-Direktive gilt für alle offiziellen Trailer und Programmvorankündigungen der TV-Sender. Sollten die TV4-Moderatoren und Kommentatoren während der Übertragungen das Turnier anders als von der Fifa gewünscht bezeichnen, wird das nach Meinung von schwedischen Rechtsexperten keine Folgen für den Sender haben.

Kommentare (2)

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Herr Chris Frank

05.06.2015, 15:33 Uhr

Das eine ist eben Fußball. Das andere.... na ja, Frauenfußball. Und da bringt auch alles Streben nach Gleichberechtigung nichts. Es wird immer einen deutlich sichtbaren Leistungsunterschied geben. Also sollte man aufhören hier etwas gleichzusetzen, was eben nicht gleich ist.

Herr Friedrich Kunz

05.06.2015, 16:36 Uhr

Ist doch schnurtzpiep egal ob die Leistungen gleichwertig sind oder nicht! Es ist nun mal eine Fußball-Weltmeisterschaft. Und zwar für Frauen. Was soll denn eine Frauenweltmeisterschaft sein? Im kochen, Strümpfe stopfen, o.ä.? Kam dieser Titel von der korrupten Gesellschaft vielleicht gegen Millionenzahlungen zustande?

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