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08.09.2012

14:56 Uhr

Frauennachwuchs

Deutsche U20-Frauen verlieren Finale

Der Traum von der Titelverteidigung ist vorbei: Die deutsche U20-Frauenfußballnationalmannschaft hat das Endspiel gegen die USA mit 0:1 verloren. Einen kleinen Trost gab es für Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsan.

Kealia Ohai, rechts, erzielt das entscheidende Tor gegen die deutsche U20-Frauennationalmannschaft im WM-Finale in Japan. dapd

Kealia Ohai, rechts, erzielt das entscheidende Tor gegen die deutsche U20-Frauennationalmannschaft im WM-Finale in Japan.

Tokio/KölnTränen in Tokio: Die Mission Titelverteidigung der deutschen U20-Fußballerinnen hat ein bitteres Ende genommen. Die Auswahl von DFB-Trainerin Maren Meinert verlor im WM-Finale das Gipfeltreffen mit den USA 0:1 (0:1) und verpasste den dritten Triumph nach 2004 und 2010. Stattdessen nahmen die US-Girls in der japanischen Hauptstadt als neuer Rekordweltmeister zum dritten Mal nach 2002 und 2008 die von FIFA-Präsident Joseph Blatter überreichte Trophäe in Empfang.

Ausgerechnet im Finale mussten die bis dato scheinbar unbezwingbaren Titelverteidigerinnen die erste Niederlage und das erste Gegentor im Turnier hinnehmen. Kealia Ohai (44.) brachte die USA in einer temporeichen Begegnung kurz vor dem Seitenwechsel in Führung. Die deutsche Mannschaft rannte anschließend bemüht, aber ohne Durchschlagskraft an.

Zwölf Tage nach dem 3:0 im Vorrundenspiel hatte die deutsche Auswahl vor rund 25.000 Zuschauern im Nationalstadion, darunter der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger, Bundestrainerin Silvia Neid und DFB-Direktorin Steffi Jones, in einer ausgeglichenen, zähen Anfangsphase wesentlich mehr Mühe gegen die in der Abwehr deutlich stabilisierten US-Girls.

In der eigenen Defensive kam DFB-Torhüterin Laura Benkarth mehrfach in Bedrängnis, gerade bei hohen Bällen wurde es im deutschen Strafraum brenzlig. Die beste Chance zum Führungstreffer ließ Mittelfeldspielerin Melanie Leupolz (36.) bei einem Distanzschuss ungenutzt.

Kurz vor dem Pausenpfiff musste die Freiburgerin Benkarth dann zum ersten Mal im Turnier hinter sich greifen. Kealia Ohai bestrafte die unaufmerksame deutsche Hintermannschaft und ließ der deutschen Torfrau mit einem trockenen Schuss vom Elfmeterpunkt keine Chance.

Im zweiten Durchgang versuchte die sichtlich unzufriedene Meinert, die beim U20-Triumph vor zwei Jahren bereits an der Seitenlinie gestanden hatte, mit Wechseln frischen Wind in die Partie zu bringen. Die DFB-Elf stemmte sich in einer hektischen Schlussphase noch einmal gegen die Niederlage, doch Abwehrspielerin Leonie Maier (72.) verpasste den Ausgleich bei einem Lattentreffer denkbar knapp.

Für die deutsche Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsan gab es trotzdem einen kleinen Trost: Sie wurde bei der U20-WM als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet. Die 20-Jährige vom 1. FFC Frankfurt erhielt nach dem Finale den Goldenen Ball.

Die japanische Fußballspielerin Yoko Tanaka feiert ihr Tor zum 1:0 gegen Nigeria. Reuters

Die japanische Fußballspielerin Yoko Tanaka feiert ihr Tor zum 1:0 gegen Nigeria.

Im Spiel um Platz drei hatten sich zuvor die Gastgeberinnen aus Japan mit der Bronzemedaille getröstet. Die Nachwuchsauswahl der „Nadeshiko“ setzte sich im kleinen Finale in Tokio gegen Nigeria mit 2:1 (1:0) durch. Für die Japanerinnen, die im Halbfinale der deutschen Auswahl 0:3 unterlagen, ist es das bislang beste WM-Ergebnis im U20-Bereich.

Der Erfolg der deutschen U20-Frauen, die am Sonntagnachmittag am Frankfurter Flughafen von DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock in Empfang genommen werden, hatte auch Auswirkungen auf die Bundesliga. Dort mussten aufgrund der Abstellungen acht von zwölf Partien der beiden ersten Spieltage verlegt werden.

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