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08.09.2011

00:00 Uhr

Freundschaftsspiele

Rummenigge kämpft gegen Länderspiel-Flut

VonStefan Merx

Bayern-Boss Rummenigge fordert mehr Mitspracherecht für die Vereine bei der Terminierung von internationalen Freundschaftsspielen. Diese "Nonsens-Termine" würden die Vereine zu unnötigen Spielerabstellungen zwingen.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. dpa

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

MünchenGinge es nach Karl-Heinz Rummenigge, bekämen internationale Freundschaftsspiele ab 2015 Seltenheitswert. Der Vorsitzende der Europäischen Klubvereinigung (ECA) fordert den Weltverband Fifa auf, Fußballklubs bei der Erstellung des Länderspielkalenders 2015 bis 2018 ein Mitspracherecht zu geben. "Es muss aufhören, dass die Vereine ihre Spieler für Nonsens-Termine abzustellen haben. Wir müssen zurückkommen zu mehr Qualität statt Quantität", sagte Rummenigge in Genf mit Blick auf den von der Fifa über die Jahre aufgestockten Länderspielplan, der bis Ende 2014 fixiert ist.

Mit klaren Forderungen für eine Reduzierung von internationalen Spielen um ein Drittel geht die ECA in Verhandlungen zunächst mit der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und dann mit der Fifa: Nach Berechnungen der ECA, die 201 europäische Topvereine vertritt, ließe sich eine Qualifikation für eine Europa- oder Weltmeisterschaft mit sechs Doppelterminen in zwei Jahren bewerkstelligen - je ein Spiel freitags und dienstags. "Sechs Spiele im Jahr sind ideal aus Klubsicht", bekräftigt ECA-Vorstandskollege David Gill, zugleich Chef von Manchester United. Hinzu kämen die Partien bei großen Turnieren. In der Vorbereitungsphase vor der Euro 2012 bleibe Raum für "zwei oder drei Freundschaftsspiele".

Auch finanziell sollen Uefa und Fifa nachlegen, fordern die Vereinslobbyisten. Zum einen müssten Fifa und Uefa als Ausrichter von Fußball-WM und -EM die Spieler versichern, damit im Verletzungsfall nicht der Verein das Gehalt weiterzahlen müsse. Auch für die Euro 2012 sei das Thema auf der Agenda. Zum anderen will die ECA erreichen, dass die Kompensationen für die Spielerabstellung bei großen Turnieren steigen. Bei der Euro 2012 teilen sich die Vereine insgesamt 55 Millionen Euro, die die Uefa bereitstellt. Die Klubs wollen künftig nicht mehr einen Fixbetrag erhalten, sondern prozentual an den Gesamteinnahmen der Turnierausrichter beteiligt werden.

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