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24.11.2011

12:51 Uhr

Frust nach Niederlage in London

Ein schwarzer Fußball-Abend für BVB

Schlimme Gegentore, düstere Aussichten, großes Verletzungspech - für Dortmund bleibt die Champions League ein verwunschener Wettbewerb. Neben dem 1:2 beim FC Arsenal, das die Chancen auf ein Happy End minimierte, schmerzen die Ausfälle von Götze und Bender.

Der sichtlich mitgenommene BVB-Coach Jürgen Klopp tröstet seinen jungen Mittelfeldspieler Moritz Leitner nach dem Spiel so gut er kann. dpa

Der sichtlich mitgenommene BVB-Coach Jürgen Klopp tröstet seinen jungen Mittelfeldspieler Moritz Leitner nach dem Spiel so gut er kann.

LondonDer bittere Fußballabend verschlug selbst dem redegewandten Jürgen Klopp die Sprache, der drohende Totalschaden auf der europäischen Fußball-Bühne geriet praktisch zur Nebensache. Melancholisch und ungewohnt leise kommentierte der Trainer von Borussia Dortmund das 1:2 (0:0) beim FC Arsenal. „Ich muss an Sven Bender denken. Es gibt noch anderes als Ergebnisse im Fußball. Die Spieler hauen sich voll rein und haben etwas anderes verdient als das“, sagte Klopp sichtlich geschockt. Nationalspieler Bender hatte bei einem unglücklichen Zusammenprall in der 25. Minute den Fuß von Arsenals Thomas Vermaelen ins Gesicht bekommen und einen doppelten Kieferbruch erlitten. „Das wahrscheinliche Ausscheiden rückt da in den Hintergrund“, klagte er auch mit Verweis auf die Verletzung von Mario Götze.

Noch in der Nacht zum Donnerstag wurden dem 22-Jährigen in einer dreistündigen Operation in einer Klinik in London im Beisein von Mannschaftsarzt Markus Braun zwei Metallplatten eingesetzt. „Ich war in unmittelbarer Nähe. Das sah ziemlich schlimm aus“, sagte Mario Götze über seinen Kollegen. Der 19-Jährige wurde vier Minuten nach Bender ausgewechselt, er hatte bei einem Zusammenprall mit dem Kameruner Alex Song einen Bluterguss im rechten Oberschenkel zugezogen. Bender wird bis Januar ausfallen und damit dem BVB auch im Revierderby am Samstag gegen Schalke fehlen. Ob sich Götze bis dahin von dem „Pferdekuss“ erholt hat, ist unklar.

Ausgerechnet vor dem prestigeträchtigen Duell mit dem Erzrivalen ging es für den zuletzt aufstrebenden deutschen Meister einen großen Schritt zurück. Mehr noch als die dritte Niederlage im dritten Auswärtsspiel der Königsklasse, die der Borussia selbst den Trostpreis Europa League kosten könnte, machte der Ausfall der Leistungsträger zu schaffen. „Das war ein Schock“, schilderte BVB-Kapitän Sebastian Kehl die Gefühlslage der Mannschaft. Angesichts der personellen Rückschläge hielt auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc die Frage nach der Minimalchance auf einen Verbleib in der Champions League für zweitrangig: „Wir müssen erst einmal unsere Wunden lecken und sehen, dass wir ein vernünftiges Derby hinbekommen.“

Nachdem nur wenige Minuten nach Bender auch Götze humpelnd den Platz verließ, dämmerte es spätestens zu diesem Zeitpunkt allen Beteiligten, dass kein Happy End zu erwarten war. Zwei Treffer von „Goal-Machine“ Robin van Persie (49./86.) machten das Unglück perfekt und minimierten die Chancen der Borussia auf ein Überwintern in Europa. „Die Dramaturgie des Spiels lief gegen uns“, kommentierte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke frustriert.

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