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12.01.2009

15:08 Uhr

Fußball 2.Bundesliga

FSV-Boss Strutz will Top-Ligen weiter aufstocken

Harald Strutz, Präsident des FSV Mainz 05, hat den Kampf um eine Aufstockung von 1. und 2. Bundesliga nicht aufgegeben. Auch den Alleingang des Unterhauses hält Strutz für möglich.

Harald Strutz. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Harald Strutz. Foto: Bongarts/Getty Images

Trotz des Gegenwinds der Topklubs kämpft Präsident Harald Strutz von Zweitligist FSV Mainz 05 weiter für eine Aufstockung der 1. und 2. Bundesliga. Sollte sich die 1. Bundesliga gegen eine Aufstockung auf 20 Vereine entscheiden, plant Strutz als Vizepräsident des Ligaverbandes einen Alleingang der 2. Liga.

"Wenn sich die Bundesliga nicht zu einer Aufstockung durchringt, sollte die 2. Liga ihren eigenen Weg gehen. Der Fußball muss neue Wege einschlagen. Wir können uns nicht immer von den Reichen regieren lassen. Wir müssen zum Ursprung zurück und dürfen nicht nur Interessensverwalter der Reichen und der Halbreichen sein. Die Zeit ist mehr als reif für eine Aufstockung", sagte der 58-Jährige in einem Interview mit dem kicker.

Laut Strutz sei Deutschland durch die Wiedervereinigung um 17 Millionen Menschen gewachsen, der Fußball durch die Lobbyarbeit der Spitzenvereine in den letzten 20 Jahren aber stehengeblieben. "Das Gerede über die internationale Wettbewerbsfähigkeit kann ich nicht mehr hören. Wer nimmt hier eigentlich eine Qualitätsprüfung vor? Die Nationen, die im internationalen Vereinsfußball führend sind, spielen in 20er-Ligen und haben, Beispiel England, sogar noch mehr Wettbewerbe", meinte Strutz.

Strutz verweist auf das Beispiel Spanien

Dem Argument, dass die Nationalteams unter einer Aufstockung der Profiligen leiden würden, hält Strutz entgegen: "Spanien ist 2008 souverän Europameister geworden, dort wird auch mit 20 Vereinen gespielt. England marschiert im Moment souverän durch die WM-Qualifikation. Die Qualität der Nationalteams hat nichts mit der Größe der Ligen zu tun. Wir sind ein Luxus-Arbeitgeber. Mit Spielerkadern um die 27 Mann, praktisch zwei Teams, und einer Sommerpause über fast drei Monate. Wir können uns diese Exklusivität nicht mehr leisten."

Das Thema Aufstockung wird innerhalb der Deutschen Fußball Liga (DFL) seit Monaten kontrovers diskutiert. Im vergangen Oktober hatte der Ligaverband beschlossen, eine Machbarkeitsstudie hinsichtlich einer eventuellen Aufstockung der Liga in Auftrag zu geben. In der Machbarkeitsstudie soll anhand von spielbetriebs- und vermarktungstechnischen Aspekten sowie sportmedizinischen und organisatorischen Gesichtspunkten eine Entscheidung vorbereitet werden.

© SID

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