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08.01.2010

18:42 Uhr

Fußball Afrika-Cup

Togolesischer Mannschaftsbus gerät unter Beschuss

Der Bus der Nationalmannschaft Togos ist vor dem Beginn des Afrika-Cups an der Grenze zwischen dem Kongo und Angola beschossen worden. Offenbar kam dabei ein Busfahrer ums Leben.

Leverkusens Assimiou Toure (r.) im Freundschaftsspiel gegen Angola. Foto: AFP SID

Leverkusens Assimiou Toure (r.) im Freundschaftsspiel gegen Angola. Foto: AFP

Ein Terror-Anschlag auf den Bus der togolesischen Fußball-Nationalmannschaft mit einem Toten und mehreren Verletzten hat zwei Tage vor dem Start des Afrika-Cups in Angola alle Beteiligten in einen Schockzustand versetzt. Wie der togolesische Verband der französischen Nachrichtenagentur afp bestätigte, sei der Busfahrer bei dem Vorfall an der Grenze zwischen dem Kongo und der angolanischen Provinz Cabinda am Freitagabend im Kugelhagel getötet worden.

Zudem seien insgesamt neun Mitglieder des Teams verletzt worden, allerdings nicht lebensgefährlich. Ob der bei Bayer Leverkusen unter Vertrag stehende Ergänzungsspieler Assimiou Toure zu den Verletzten zählte, war zunächst unklar. Zu der Tat bekannte sich laut der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa die "Befreiungsfront für die Unabhängigkeit von Cabinda" (Flec).

Spieler fordern Absage des Turniers

Verängstigte togolesische Spieler forderten eine Absage des Turniers vom 10. bis 31. Januar in Angola, was der Kontinetalverband CAF umgehend ablehnte. "Wenn es möglich ist, sollte man das ganze Turnier boykottieren. Warum nicht gleich alle Spiele absagen. Wir wollen jedenfalls nur zurück nach Hause", sagte Alaixys Romao vom französischen Erstligisten Grenoble Foot.

Togos Auftaktspiel in der Gruppe B in der Provinzhauptstadt Cabinda ist für Montag gegen den deutschen WM-Gruppengegner Ghana angesetzt. In der Öl-reichen Exklave Cabinda, die im Norden an die Republik Kongo (Brazzaville) und im Süden an die Demokratische Republik Kongo (Kinshasa) grenzt, kämpfen Rebellen um Unabhängigkeit.

Zwei Spieler verletzt

Thomas Dossevi vom FC Nantes sagte dem französischen TV-Sender Infosports, dass es sich bei den verletzten Spielern um Torhüter Kodjovi Obidale vom französischen Amateurklub GSI Pontivy und Verteidiger Serge Akakpo vom rumänischen Klub Vaslui handele.

"Einer von ihnen wurde von einer Kugel in den Rücken getroffen, der andere in die Niere", sagte Dossevi der französischen Nachrichtenagentur afp. Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus in Cabinda gebracht und behandelt. Wie es Assimiou Toure geht, war nicht bekannt. Die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen versuchten zunächst vergeblich, Informationen aus erster Hand zu bekommen. "Wir haben versucht, Kontakt herzustellen, was uns bis jetzt nicht gelungen ist", sagte Bayers Pressesprecher Dirk Mesch dem SID am Freitagabend.

Dossevi: "Als ob Krieg ausgebrochen ist"

Dossevi schilderte den Vorfall. "Wir hatten gerade die Grenze überquert, nachdem wir die Formalitäten hinter uns gebracht hatten. Dann brach Maschinengewehrfeuer aus", sagte der 30-Jährige vom FC Nantes und fügte an: "Die Angreifer waren vermummt und bis an die Zähne bewaffnet. Auf uns wurde wie auf Hunde geschossen. Wir haben für 20 Minuten unter den Sitzen gekauert. Die Polizei feuerte zurück. Es war schrecklich und ein Schock. Ich habe mich gefühlt, als ob Krieg ausgebrochen ist."

Von Seiten der Turnier-Organisatoren kamen zunächst irritierende Reaktionen auf diesen Zwischenfall. afp wurde mitgeteilt, dass lediglich ein Reifen am Bus geplatzt sei. Danach hieß es, dass man von einem Vorfall keinerlei Kenntnis habe. Der angolanische Minister Antonio Bento Bembe, der für die Region Cabinda zuständig ist, verurteilte den Anschlag als "terroristischen Akt".

© SID

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