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19.04.2015

21:56 Uhr

Fußball-Bundesliga

Auch unter Labbadia: HSV taumelt weiter

Auch unter Bruno Labbadia taumelt der Hamburger SV weiter dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen. Ei n Elfmeter in der Schlussphase des Nordderbys gegen Werder Bremen sorgte beim HSV für die Enttäuschung.

Hamburgs Matthias Ostrzolek hockt nach Spielende am Boden. Durch einen Elfmeter in der Schlussphase verloren die Hamburger das Nordderby mit 0:1. dpa

Bittere Enttäuschung

Hamburgs Matthias Ostrzolek hockt nach Spielende am Boden. Durch einen Elfmeter in der Schlussphase verloren die Hamburger das Nordderby mit 0:1.

Bremen Bruno Labbadia musste seine Spieler nach dem gescheiterten Comeback-Auftakt trösten, während der Bremer Torschütze Franco di Santo auf dem Zaun ausgelassen mit den Werder-Fans feierte. Der nach fast fünf Jahren zurückgekehrte HSV-Trainer nahm die Profis in den Arm. Sie waren am Boden zerstört, nachdem sie das prestigeträchtige 102. Nordderby der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen mit 0:1 (0:0) verloren hatten. „Wir werden die Mannschaft wieder aufrichten“, kündigte Labbadia für das kommende Spiel gegen Augsburg an: „Das ist eine große Enttäuschung.“

Die Hamburger bleiben durch das misslungene Debüt des vierten Coaches in der laufenden Saison weiter Tabellenletzter, während die Bremer nach dem Elfmetertor durch di Santo (84. Minte) mit dem 500. Heimsieg  auf Platz sieben kletterten und von Fußball-Europa träumen dürfen. Di Santo ließ sich die Chance aus elf Metern nicht entgehen und schoss sein 13. Saisontor, nachdem Valon Behrami bei Zlatko Junuzovic am Trikot gerissen und gegen den Fuß getreten hatte. Der HSV-Mittelfeldspieler sah dafür zudem die Rote Karte.

Der 29. Spieltag im Überblick

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 0:0 (0:0)

Keine Tore, dafür aber eine durchaus sehenswerte Partie erleben die Zuschauer in Frankfurt. In der ersten Halbzeit ist Gladbach nach Chancen besser, Herrmann hat früh die Chance zur Gästeführung (11.). Auch die Eintracht hat einen Hochkaräter: Valdez scheitert an Sommer (34.). Nach dem Seitenwechsel kommt von der Borussia so gut wie gar nichts mehr nach vorne, dafür hat Aigner die Möglichkeit, den Treffer des Tages für Frankfurt zu erzielen (70.). Kurz vor dem Abpfiff kommt der eingwechselte Hazard zur besten Gladbacher Chance, doch auch er kommt nicht am souveränen Trapp vorbei. Am Ende ein leistungsgerechtes Resultat.

Bayer Leverkusen - Hannover 96 4:0 (2:0)

Die Werkself ist von Anfang an die bessere Mannschaft und belohnt sich mit vier Toren für eine starke Leistung. Ömer Toprak (20.), Julian Brandt (40.), Kyriakos Papadopoulos (49.) und Stefan Kießling (70.) sorgen für diesen Endstand. Hannover ist unglaublich harmlos und sieht sich nun wieder dem Abstiegskampf gegenüber. Die Werkself zieht hingegen an Gladbach vorbei auf den dritten Platz.

Hertha BSC - 1. FC Köln 0:0 (0:0)

Es ist das gefürchtet zähe Spiel im Olympiastadion geworden. Beide Mannschaften neutralisieren sich in Halbzeit eins durch ihre defensivtaktische Disziplin. In den zweiten 45 Minuten nimmt die Hertha das Spiel in die Hand, ohne übermäßig gefährlich zu sein. Die Hauptstädter zeichnen trotzdem für die größeren Chancen verantwortlich - Langkamp (17.) und Stocker (49.) scheitern am guten Horn, Skjelbred (30.) und Haraguchi (59.) verziehen freistehend. Köln kann mit dem Remis leben, sich aber auch über einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem Skjelbred-Foul an Maroh ärgern (23.).

SC Freiburg - FSV Mainz 05 2:3 (0:2)

Der FSV kann mit einer eiskalten Torausbeute die Begegnung für sich entscheiden. Die Breisgauer machen zwar das Spiel, können ihre zahlreichen Chancen allerdings nicht nutzen. Okazaki bringt die Mainzer nach seinem Doppelpack (39. und 45+1.) in Führung. In der zweiten Hälfte nimmt Freiburg das Spiel erneut in die Hand. In der 81. Minute kann Mehmedi auf 1:2 Verkürzung. Im direkten Gegenzug erhöht Malli allerdings auf 3:1 und entscheidet die Partie. Der Sport-Club kommt in der Nachspielzeit nochmal auf 2:3 durch Schmid heran (90+1.). Doch dabei bleibt es, Mainz nimmt die drei Punkte mit.

1899 Hoffenheim - Bayern München 0:2 (0:1)

In einem mäßigen Bundesliga Spiel reicht den Bayern eine durschnittliche Leistung, um souverän in Hoffenheim zu gewinnen. Die Gäste aus München kontrollieren den Ball, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Im Stile einer Spitzenmannschaft nutzt Rode die erste Chance der Gäste (38.). In der zweiten Halbzeit hat Rudy für die Gastgeber die beste Chance. Der Freistoß geht aber Millimeter am linken Pfosten vorbei (84.). Das Eigentor von Beck in der Nachspielzeit sorgt dann für die Entscheidung.

Borussia Dortmund - SC Paderborn 3:0 (0:0)

Anfangs ist der BVB noch ideenlos, aber je länger das Spiel dauert, desto mehr bekommt Dortmund Zugriff auf die Partie. Kurz vor der Halbzeit haben Aubameyang, Mkhitaryan und Ginter gute Chancen, vergeben aber allesamt. Kurz nach dem Seitenwechsel ist es Mkhitaryan, der mit seinem zweiten Saisontor Dortmund in Führung bringt (48.). Wenig später erhöht Aubameyang auf 2:0 (55). Zehn Minuten vor Schluss macht dann Kagawa den Deckel drauf (80.). Die Westfalen bringen diese Führung nach Hause.

FC Augsburg - VfB Stuttgart 2:1 (1:1)

Der FCA kommt besser in die Partie und geht dürch Tobias Werner (7.) verdient in Führung. Stuttgart wacht dann auf und gleicht durch Ginczek (22.) aus. In der zweiten Hälfte ist das Spiel weitestgehend offen, Raul Bobadilla (73.) entscheidet die Partie für die Augsburger.

Werder Bremen - Hamburger SV 1:0 (0:0)

Auch unter Bruno Labbadia taumelt der Hamburger SV weiter dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen. Der HSV verlor das 102. Nordderby beim Erzrivalen Werder Bremen am Sonntag durch ein spätes Elfmetertor von Franco Di Santo (84.) 0:1 (0:0) - es war die fünfte Niederlage der Hamburger in Serie unter dem dritten Trainer.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 1:1 (0:0)

Der VfL Wolfsburg ist gegen Schalke 04 überlegen. Muss sich aber mit einem Punkt begnügen. Nach der Pleite gegen Neapel im Europacup wirken die Niedersachsen etwas müde. Die erste Heimniederlage der Saison verhindert der Club-Superstar.

„Gezogen wird viel im Strafraum“, kommentierte Labbadia die entscheidende Szene: „Der Spieler hat es dankend angenommen.“ Der Hamburger Coach befand aber auch: „Es ist nicht so, dass man das nicht pfeifen kann.“ Werder-Coach Viktor Skripnik grinste nur und sagte: „Ich habe die Situation nicht gesehen.“ Umstritten war bei der Szene aber nur, ob Rot für Behrami zu hart war.

„In der ersten Halbzeit haben wir das richtig gut gemacht“, lobte Labbadia sein neues Team, das zumindest viel Einsatz zeigte. Durch kompromisslose Härte versuchten die Hamburger, den Gastgebern den Schneid abzukaufen. Allerdings fand auch der Coach: „In der zweiten Halbzeit fehlte uns die Klarheit.“ Werders Sieg war nicht unverdient, auch wenn klare Bremer Chancen Mangelware blieben.

„Das ist brutal bitter“, sagte Torwart Rene Adler. Der Hamburger Keeper war mit dem Spiel selber nicht unzufrieden. „Wir haben als Team gearbeitet“, sagte Adler: „Bremen sind nur lange Bälle eingefallen.“ Seiner Mannschaft fiel allerdings auch nicht mehr ein, um die Bremer zu gefährden. Der HSV spielte defensiv verbessert, aber so reicht es nicht für die erste Liga.

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Hannover kam in Leverkusen böse unter die Räder und droht weiter abzustürzen. Die Bayer Elf indes schob sich auf Platz Drei. Hertha und Köln sind nach einer Nullnummer unterdessen fast gerettet.

Seit 586 Minuten ist der HSV ohne eigenen Treffer. Nur 16 Treffer in 29 Spielen sind ein absoluter Negativ-Wert. Seit nunmehr neun Spielen gab es keinen Sieg mehr für den mit 26 Punkten hinter dem VfB Stuttgart (26) und dem SC Paderborn (27) am Tabellenende liegenden Traditionsverein. „Man sollte uns auf keinen Fall zu früh abschreiben“, sagte Labbadia: „Wir werden auch das wegstecken.“

Während die Hamburger enttäuscht nach Hause fuhren, feierten die Bremer - vor allem den Torschützen. „Ich bin froh, dass ich schießen durfte“, sagte di Santo: „Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben.“

Der Sieg und der Tabellen-Sprung eröffnet Werder neue Perspektiven. „Jetzt werden wir versuchen, den siebten Platz zu verteidigen“, sagte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin. In der als Risiko-Spiel eingestuften Begegnung waren rund 1000 Polizisten für die 42 100 Zuschauer im ausverkauften Weser-Stadion im Einsatz. Deshalb soll die Deutsche Fußball Liga (DFL) als Veranstalter erstmals einen Gebührenbescheid in Höhe von rund 300 000 Euro erhalten.

Von

dpa

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