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06.01.2011

11:42 Uhr

Fußball Bundesliga

Ba hat in Hoffenheim wohl keine Zukunft mehr

Die Verantwortlichen von 1 899 Hoffenheim gehen davon aus, dass Demba Ba nicht mehr für die Kraichgauer auflaufen wird. Ba fühlt sich vom Verein unfair behandelt.

Demba Ba hat in Hoffenheim wohl keine Zukunft mehr. Foto: SID Images/Firo SID

Demba Ba hat in Hoffenheim wohl keine Zukunft mehr. Foto: SID Images/Firo

Die Tür für Demba Ba ist zu: Der streikende Torjäger des Bundesligisten 1 899 Hoffenheim hat keine Zukunft mehr bei seinem Klub. Sowohl Mäzen Dietmar Hopp als auch Manager Ernst Tanner gehen davon aus, dass der Senegalese nicht mehr für die Kraichgauer auflaufen wird. Auch Ba selbst will nicht mehr für Hoffenheim spielen und gibt dem Klub die Schuld an der verfahrenen Situation.

In einem offenen Brief an den Klub, seine Mitspieler und die Fans bezichtigt der Senegalese die Vereinsführung, ein gegebenes Wechsel-Versprechen in die Premier League gebrochen zu haben. "Hoffenheim hat ein Angebot erhalten. Beide Klubs haben daraufhin einem Transfer zugestimmt. Aus unerklärlichen Gründen hat sich Hoffenheim dann plötzlich anders entschieden", schrieb Ba auf seiner Homepage: "Ich fordere meinen Klub auf, ehrlich zu sein und zu dem grünen Licht, das mir gegeben wurde, zu stehen."

Ba fühlt sich verunglimpft

Der Angreifer, der bis 2013 in Hoffenheim unter Vertrag steht und die Reise ins Trainingslager nach La Manga/Spanien seit Montag verweigert, nannte allerdings nicht den englischen Klub. Wahrscheinlich handelt es sich um West Ham United. West Ham soll sieben Mill. Euro für Ba, der bereits im Sommer 2009 seinen Transfer zum VfB Stuttgart provozieren wollte, geboten haben.

Ba sieht sich zudem von den Verantwortlichen verunglimpft. "Mein Name wird seit Tagen durch den Schmutz gezogen. Ich leide darunter", erklärte der Torjäger: "Ich weiß, was ich dem Verein zu verdanken habe. Aber ich bin mittlerweile einer der ältesten Spieler im Team, und deshalb verdiene ich es nicht, wie ein Söldner oder launenhafter Junge behandelt zu werden. Ich hoffe auf eine faire und schnelle Lösung."

Tanner will nichts von einem Versprechen für Ba wissen. "Wenn jeder Spieler, der ein Angebot hat, dieses Versprechen bekommt, dann hätten wir in zwei Wochen keine Mannschaft mehr. Demba ist massiv unter Druck. Er muss seinen Verein jetzt dazu bringen, dass er mal ein marktgerechtes Angebot für ihn macht. Aber das wollen sie anscheinend gar nicht. Wir verhandeln durchaus auch mit anderen Vereinen. Das Problem ist, dass Demba nur nach London will", sagte der Manager, der bereits "weltweit" einen Ersatz für Ba sucht.

Eine Versöhnung mit Ba schloss Tanner aus. "Wenn der Wechsel nicht zustande kommt, dann wird es für Demba ganz schwierig. Sein Einsatz wäre auch gegenüber unserer Mannschaft nicht mehr vermittelbar", erklärte der Manager. "Aufgrund der Vorfälle kann ich mir nicht vorstellen, dass er bei uns wieder spielt. Wenn wir nicht wollen, dann spielt er auch erst einmal nirgendwo anders. Wir müssen uns gegen solche Methoden wehren und in der Liga darüber reden. Wir werden uns auch über den DFB an die Fifa wenden", sagte Tanner der Bild-Zeitung, nach deren Informationen Ba mit einer Strafe von 30 000 Euro belegt wurde.

"Er hat die Mannschaft im Stich gelassen."

"Natürlich ist die Trennung sinnvoll, nachdem sich Ba nun zum zweiten Mal für den Weg der Konfrontation entschieden hat. Fraglich, ob er unter diesen Vorzeichen einen Verein findet", kommentierte Hopp im kicker den "Fall Ba". Wie Tanner und Hopp sieht auch Torwart Tom Starke kaum Chancen für eine Rückkehr Bas in das Team des neuen Trainer Marco Pezzaiuoli: "Er hat die Mannschaft im Stich gelassen. Ich bin riesig enttäuscht."

Die Regularien des Weltverbands Fifa sehen als mögliche Strafen im Fall eines Vertragsbruchs eine finanzielle Entschädigung und eine Sperre von vier bis sechs Monaten ab der folgenden Saison vor. Nach Ansicht von Tanner helfen diese Sanktionen dem Verein aber nicht entscheidend weiter. "Der Verein ist immer der Gelackmeierte", sagte der Manager.

© SID

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