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09.01.2011

14:40 Uhr

Fußball Bundesliga

Bayern klopfen große Sprüche vor Rückrunden-Start

Am Freitag fällt in der Bundesliga der Startschuss für die Rückrunde. Rekordmeister Bayern München kündigt eine Aufholjagd an, Borussia Dortmund gibt sich hingegen gelassen.

Greift jetzt in der Bundesliga an: Bayern-Coach Louis van Gaal. Foto: SID Images/Firo SID

Greift jetzt in der Bundesliga an: Bayern-Coach Louis van Gaal. Foto: SID Images/Firo

Verbal-Attacken auf den Herbstmeister, der größte Transfer im deutschen Fußball und ein Titelverteidiger mit altem Selbstbewusstsein: Eine Woche vor dem Rückrunden-Start ist die Bundesliga längst aus dem Winterschlaf erwacht. Meister Bayern München klopft angesichts der Rückkehr von Superstar Arjen Robben wieder große Sprüche und nimmt gleich Borussia Dortmund ins Visier. "Ich will alles gewinnen. Wir müssen Druck auf Dortmund machen", lautete die Kampfansage von Bayern-Coach Louis van Gaal trotz eines 14-Punkte-Rückstands.

Der BVB demonstriert dagegen nach einem harmonischen Trainingslager in Jerez Gelassenheit und will sich im Titelrennen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Bei Werder Bremen ist es dagegen mit der Ruhe schon wieder vorbeit, nach dem 1:4 im Testspiel gegen den MSV Duisburg hängt bei den Hanseaten wieder der Haussegen schief. Unterdessen sorgen neben dem 34-Millionen-Transfer des Bosniers Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg zu Manchester City die Torhüter für Wirbel: Bei Bayern steht ein spektakulärer Wechsel von Jörg Butt zum jungen Thomas Müller bevor. Und die beiden Nationaltorhüter Manuel Neuer und Rene Adler produzieren mit ihrer ungeklärten Vertragssituation weitere Schlagzeilen.

Am lautesten war es aber bei den Bayern. "Ich bin überzeugt, dass wir mindestens Zweiter werden", sagte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger nach einem gelungenen Trainingslager in Doha. Für Zuversicht sorgt in erster Linie die Rückkehr von Robben. Nach 231 Tagen trug der niederländische Nationalspieler erstmals wieder das Bayern-Dress - und war nach seinem ersten 45-Minuten-Einsatz gegen Al-Wakrah (4:0) überglücklich. "Es ist einfach super, wieder auf dem Platz zu stehen. Ich habe nicht erwartet, dass es so schnell wieder normal ist", sagte der 26-Jährige und strahlte dabei über das ganze Gesicht.

Van Gaal plant Zeichen im Tor

Ein (Ausrufe-)Zeichen plant van Gaal im Tor der Bayern. Der 22 Jahre alte Kraft wird Butt (36) in der Rückrunde als Nummer eins ablösen. Dies sorgt intern derzeit für einige Unruhe und Unverständnis, da Nerlinger, aber auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den brisanten Tausch nicht mittragen.

Wenig Beachtung schenkt Klopp den Psycho-Spielchen der Konkurrenz. "Es ist im Fußball alles schon mal gesagt und erlebt worden. Das hat keine Relevanz für das tatsächliche Spiel", meinte der Coach im Interview mit dem SID. Rudi-Völler, Sportdirektor des mit zehn Punkten Abstand folgenden ersten Rückrunden-Gegners Bayer Leverkusen am kommenden Freitag, hatte indes verlauten lassen: "Der BVB kann sich nur noch selbst schlagen." Und auch Kaiser Franz Beckenbauer gratulierte vorzeitig bereits zur Meisterschaft.

Insgeheim rechnen sich aber nicht nur die Bayern Chancen aus. Auch Leverkusen mit einem kompletten Kader wieder angreifen. Dafür schob auch Michael Ballack Extra-Schichten. Der DFB-Kapitän ist seit dem Trainingsauftakt Anfang Januar wieder im Mannschaftstraining. Ballack will mit Bayer noch Titel gewinnen. Ob er dieses Unterfangen noch lange zusammen mit Rene Adler angehen wird, ist dagegen fraglich. Der 25-Jährige hat die Vertragsverhandlungen mit dem Werksklub bis April auf Eis gelegt. Der Vertrag Adlers in Leverkusen läuft noch bis 2012, der Keeper hat aber eine Klausel, die ihm einen Wechsel zu Manchester United erlauben würde.

Neuer hat noch bis 2012 bei Schalke Vertrag

Bis 2012 läuft auch noch der Vertrag von Neuer bei Schalke 04, doch noch ist alles offen. "Ich sage nicht, dass ich ohne Europa- oder Champions League nächstes Jahr den Verein wechseln werde. Schalke ist mein erster Ansprechpartner", sagte Neuer der Bild am Sonntag: "Ich habe mit Magath auch schon darüber geredet, wie es hier weitergehen könnte. Dazu gehören auch Gespräche über eine Vertragsverlängerung auf Schalke."

Die Zukunft von Dzeko ist dagegen nach einem monatelangen Hickhack geklärt. Viele Tränen weinen die Niedersachsen auch wegen des üppigen Schmerzensgeldes in Höhe von 34 Mill. Euro Dzeko nicht nach. "Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen ist Dzeko mit seiner Klasse ein Verlust. Zum anderen freue ich mich, dass die ständigen Diskussionen beendet sind", sagte Manager Dieter Hoeneß dem SID.

In Bremen ist dagegen das Krisengerede längst nicht beendet. Nach dem 1:4 im Test gegen Duisburg platzte Geschäftsführer Klaus Allofs der Kragen. "Was die Mannschaft gezeigt hat, war zu wenig, damit kann man nicht zufrieden sein. Es ist das Mindeste, sich zu wehren", sagte Allofs. Unruhe herrscht auch beim Nordrivalen Hamburger SV. Nicht wegen der sportlichen Leistungen (4:2 im Testspiel gegen Ajax Amsterdam), sondern vielmehr wegen der brisanten Mitgliederversammlung am Sonntag, wo es auch um die Zukunft von Klubchef Bernd Hoffmann ging - und damit auch um die von Trainer Armin Veh ging.

© SID

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