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07.01.2008

10:54 Uhr

Fußball Bundesliga

Bayern nehmen sich bei Trainersuche Zeit

Nach dem feststehenden Abschied von Ottmar Hitzfeld zum Saisonende will sich Bayern München bei der Suche nach einem neuen Trainer nicht unter Druck setzen. "Wir haben alle Zeit der Welt", so Manager Uli Hoeneß.

Rekordmeister Bayern München will sich nach dem feststehenden Abschied von Trainer Ottmar Hitzfeld zum Saisonende ohne jeglichen Druck nach einem Nachfolger umsehen. Die Jagd nach einem neuen Übungsleiter habe am Montag begonnen, sagte Uli Hoeneß dem Fachmagazin kicker, doch die Verantwortlichen "werden sicherlich keine Panik-Entscheidung treffen. Denn uns allen ist klar: Der nächste Schuss muss sitzen", ergänzte er in der Bild-Zeitung.

"Wir werden in aller Ruhe die sportlichen Ziele anpacken", versicherte der Manager beim Trainingsauftakt der Münchener, und auch Trainer Ottmar Hitzfeld versprach am Montag mit Entschlossenheit: "Ich bin überzeugt, dass wir eine erfolgreiche Rückrunde spielen werden."

"Haben alle Zeit der Welt"

Am ersten Tag der letzten Monate von Hitzfeld an der Säbener Straße herrschte dort erst mal ein Ausnahmezustand, als stelle der FC Bayern bereits einen neuen Trainer vor. Vor elf Fernseh-Kameras und zwei Dutzend Reportern wollte Hoeneß jedoch nicht mal verraten, wie denn das Anforderungsprofil für den künftigen Coach auszusehen hat. "Wir haben alle Zeit der Welt, um alle Kriterien zu bewerten. Wir haben keine Hektik", behauptete der Manager. Allzu lange, also etwa bis zum Saisonende, solle die Suche aber nicht dauern.

Namen möglicher Nachfolger von Hitzfeld, versicherte Hoeneß, seien bislang nicht diskutiert worden. Sobald sich allerdings die Trainerfindungskommission der Bayern, die mutmaßlich aus Klub-Chef Karl-Heinz Rummenigge, Hoeneß und "Berater" Paul Breitner besteht, auf einen neuen Mann geeinigt habe, werde der auch kommen, betonte der Manager kess: "Wenn wir uns für einen entschieden haben, dann kriegen wir ihn, so selbstbewusst sind wir." Wenn also etwa Jose Mourinho der Beste für Bayern sein sollte, dann kommt er auch!?

Hoeneß räumte allerdings auch ein, dass schon die Suche nach dem neuen Trainer "schwer genug" werden wird, denn: "Die Schuhe von Ottmar sind groß, und wenn man jemanden in diese Schuhe steckt, muss man sich das reiflich überlegen." Zumal Hitzfeld die Aufgabe für seinen Nachfolger naturgemäß nicht einfacher machen will. Er möchte möglichst alle drei noch erreichbaren Titel gewinnen und den eingeleiteten Umbruch der Mannschaft abschließen. "Das ist meine Mission", sagte er, "und wir sind auf einem guten Weg."

Er habe ja zunächst nur vorgehabt, den Bayern die vier, fünf Monate in der vergangenen Saison zu helfen, erklärte Hitzfeld. Dann jedoch habe ihm die Aussicht, eine neue Mannschaft aufzubauen, viel Spaß gemacht. Doch diese von ihm begleitete Entwicklung, erläuterte er, "sehe ich nach einem Jahr nun abgeschlossen". Und wenn er neben den angestrebten Titeln "eine intakte Mannschaft hinterlasse, habe ich mein Ziel erreicht". Er habe schließlich "nicht vorgehabt", so beteuerte Hitzfeld, "längerfristig zu arbeiten".

Hitzfeld lässt Zukunftspläne offen

Ob er danach Schweizer Nationaltrainer wird oder wieder fürs Fernsehen arbeitet, ließ Hitzfeld offen. Sehr präzise sind freilich seine Vorstellungen für seine letzten Monate beim FC Bayern. Ruhe solle herrschen, ist sein größter Wunsch, und die will er notfalls erzwingen. "Ich werde die Mannschaft straffer führen", kündigte der "General" an. Äußerungen über Kollegen in der Öffentlichkeit, sehr eigenwillige Verhaltensmuster bei Weihnachtsfeiern wie von Kapitän Oliver Kahn und dergleichen will er strikt ahnden.

Nichts und niemand soll nach dem festen Willen von Hitzfeld gefährden, dass er sich beim FC Bayern noch einen grandiosen Abgang zum Saisonende verschafft. "Ich werde durchgreifen, wir können uns nichts erlauben", erklärte der 58 Jahre alte Trainer. Bei Hitzfeld, stellte Hoeneß dazu fest, sei der FC Bayern daher "gut aufgehoben": "Mit Ottmar haben wir einen erstklassigen Mann für die Aufgaben in dieser Saison." Und Hitzfeld, so versprach er, werde den FC Bayern "nicht durch die Hintertür verlassen, sondern durch das große Tor".

© SID

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