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09.01.2007

12:32 Uhr

Fußball Bundesliga

Bayerns lustiges Duo mit neuer Ernsthaftigkeit

Der Spaß ist vorbei, genau wie das Sommermärchen 2006. Für Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski geht es in der Rückrunde darum, beim FC Bayern München endlich die großen Erwartungen zu erfüllen.

Dass Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski auch weiterhin gut miteinander auskommen, steht außer Frage. Für lockere Sprüche sind die beiden immer zu haben, wenn sie, wie am Dienstag im Trainingslager in Dubai, Dienst an einem Sponsor von Bayern München tun. Doch die Klamauk-Revue "Schweini und Poldi", bei der WM 2006 in Deutschland noch unterhaltsamer Programmpunkt des "Sommermärchens", wollen sie offensichtlich nicht mehr aufführen. Bei ihrem öffentlichen Termin im vierten Stock des Emirates Tower Hotel gaben sich Schweinsteiger und Podolski jedenfalls ziemlich ernsthaft.

Diese Ernsthaftigkeit ist durchaus angebracht. Aus den Worten ihrer Vorgesetzten ist zu entnehmen, dass sich auch Schweinsteiger und Podolski nicht mehr auf die Nachwirkungen der WM oder sonstige Begleitumstände rausreden können. Manager Uli Hoeneß etwa erklärte, er hoffe, die zwei hätten ihren Weihnachtsurlaub auch gut genutzt, denn jetzt gelte es: "Sie sollen nach einer gezielten Vorbereitung das bringen, was sie können." Wobei Podolski noch zugute gehalten werden kann, dass er sich in München eingewöhnen musste und zudem die Vorrunde nicht verletzungsfrei überstand.

Podolski brauchte "gewisse Eingewöhnungszeit"

Podolski räumt ein, dass er "eine gewisse Eingewöhnungszeit" gebraucht habe, denn es sei ja schon eine Umstellung, "wenn man mit 21 Jahren alleine mit der Freundin von zu Hause weg ist". Jetzt aber fühle er sich "immer wohler" in der neuen Umgebung, und deshalb hat er für die Rückrunde der Bundesliga auch klare Ziele: "Ich will noch mehr angreifen, und ich denke, dass ich mehr spielen und auch treffen werde." In der Hinrunde kam der Nationalstürmer, auch gehandicapt durch Wehwehchen, nur auf neun Bundesliga-Einsätze, in denen er einen Treffer erzielte und einen vorbereitete.

Schweinsteiger spielte nun auch keine überragende Vorrunde, wurde aber in der Bundesliga in jedem Spiel eingesetzt und brachte es dabei immerhin auf drei Treffer und fünf Vorlagen. Während der kurzen Winterpause hat er sich, wie von den Vorgesetzten erwünscht, keinen Stress gemacht nach seinen 66 Pflichtspiel-Einsätzen im Jahr 2006, ist zu Hause geblieben und nur ein bisschen Ski gefahren. Die Flausen im Kopf haben sie ihm beim FC Bayern wohl ausgetrieben, der 22-Jährige wirkt plötzlich erstaunlich seriös und wie der geborene Musterprofi, der alles dem Beruf unterordnet.

Schweinsteiger in der Rolle des Regisseurs

Die Erwartungen an Schweinsteiger haben sich bereits während der Vorrunde verändert. Er müsse nun mehr Verantwortung übernehmen, sagte Trainer Felix Magath vor der Saison, im Verlauf der Hinserie übertrug er sie ihm dann auch: Schweinsteiger wurde von der linken Seite in die zentrale Position und hinter die Spitzen beordert, um den Mangel an Kreativität im Spiel der Münchner zu beheben. Ob das so bleibt, weiß nicht mal der "Regisseur" selbst. "Die Mannschaft hat gesagt, ich mache das gut, und der Trainer war auch zufrieden, also wird es so schlecht nicht gewesen sein", sagt Schweinsteiger.

Magath hat angekündigt, während der Vorbereitung auf die Rückrunde "verschiedene Varianten zu versuchen". Letztendlich aber entscheide ohnehin nicht er, "sondern die Mannschaft, wie die Dinge am Besten funktionieren". Die Lösung mit Schweinsteiger scheint die schlechteste nicht, aber der 41-malige Nationalspieler, der so gerne mal eine "Mischung aus Zinedine Zidane, Stefan Effenberg und Lothar Matthäus" sein möchte, bittet um Geduld: "Ich brauche halt noch ein bisschen Zeit. In der Rückrunde wird es sicher besser." Bis dahin sind dann auch die Blasen an den Füßen ausgeheilt, die ihn derzeit plagen.

© SID

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