Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2007

10:16 Uhr

Fußball Bundesliga

Beckenbauer hält die Tür für Deisler offen

Franz Beckenbauer hält eine Rückkehr von Sebastian Deisler nach dessen Rücktritt vom Profi-Fußball durchaus für möglich. "Die Tür für Sebastian Deisler bleibt offen", äußerte sich der Bayern-Präsident.

Franz Beckenbauer hat die Hoffnung nicht aufgegeben: Der Präsident von Bayern München hält es nach dem überraschenden Rücktritt von Sebastian Deisler vom Profi-Fußball für möglich, dass der ehemalige Nationalspieler wieder zum Rekordmeister zurückkehrt. Auch wenn es im Moment eher unwahrscheinlich sei, gebe er die Hoffnung nicht auf, schrieb Beckenbauer in seiner Bild-Kolumne. "Wer sagt denn, dass er sich nicht in einem halben Jahr körperlich und seelisch stark genug fühlt für eine Rückkehr? Die Tür für Sebastian Deisler bleibt offen. Es liegt an ihm, ob er noch einmal durch diese Tür zurückkehren will."

Der "Kaiser" bezeichnete den erst 27 Jahre alten Mittelfeldspieler, der am Dienstag sein Karriereende verkündet hatte, als "einen der wenigen Spieler, für den man mit Vergnügen ins Stadion gegangen ist". Es sei "die Tragik seiner Karriere", dass er sein Können wegen vieler Verletzungen und seiner Depressionen nie habe ausspielen können. "Die ständige Angst vor Verletzungen wurde wohl wie ein Albtraum für ihn. Deshalb ist seine Entscheidung zu akzeptieren", erklärte Beckenbauer weiter. Professor Dr. Florian Holsboer, der den 36-maligen Nationalspieler wegen seiner Depressionen erstmals 2003 behandelt hatte, sieht seinen ehemaligen Patienten derweil als geheilt an und zudem keinen Zusammenhang mit der Entscheidung zum Karriereende.

"Ein depressiver Mensch wäre gar nicht in der Lage gewesen, eine so weitreichende Entscheidung zu treffen", sagte Holsboer der Münchner Abendzeitung und bezeichnete Deisler als "Musterbeispiel dafür, was wir mit moderener Medizin erreichen können". Er habe die Depression vollkommen überwunden.

Auch Holsboer hält es wie Beckenbauer nicht für ausgeschlossen, dass der Mittelfeldspieler "mit dem nötigen Abstand wieder sein Vertrauen in seinen Körper zurückgewinnt. Wenn er es dann wieder versuchen will, sollte er sich das trauen", sagte der Psychologe.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×