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25.01.2010

14:47 Uhr

Fußball Bundesliga

Bundesliga-Trainer unterstützen Löws WM-Fahrplan

Auf dem Weg zur WM in Südafrika kann sich Bundestrainer Joachim Löw auf die Rückendeckung der Bundesliga-Trainer verlassen. Das ist das Ergebnis einer Trainertagung in Stuttgart.

Joachim Löw (l.) mit Bayer-Trainer Jupp Heynckes. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Joachim Löw (l.) mit Bayer-Trainer Jupp Heynckes. Foto: Bongarts/Getty Images

137 Tage vor dem Start der WM-Endrunde in Südafrika hat die Bundesliga einen Solidarpakt mit Bundestrainer Joachim Löw geschlossen und der Nationalmannschaft auf ihrem Weg zum vierten WM-Titel die volle Unterstützung zugesagt. "Für die Vereine und die Bundesliga ist ein erfolgreiches Abschneiden der Nationalmannschaft bei der WM sehr wichtig, deshalb werden wir den Bundestrainer auch unterstützen. Schließlich profitieren beiden Seiten von einer erfolgreichen Nationalmannschaft", sagte Trainer-Routinier Jupp Heynckes von Spitzenreiter Bayer Leverkusen stellvertretend für seine Kollegen.

Löw, der in den vergangenen Tagen vor allem wegen des Kurzlehrgangs der DFB-Auswahl von Sonntag bis Dienstag in Stuttgart harsche Kritik von Bayern-Trainer Louis van Gaal ("Das ist Wahnsinn") hinnehmen musste, wirkte nach dem dreieinhalbstündigen Meinungsaustausch mit seinen Kollegen in der Schwaben-Metropole erleichtert. "Ich habe absolut das Gefühl, dass wir die volle Unterstützung erfahren", sagte der 49-Jährige.

Heynckes kritisiert van Gaal

Die Breitseiten von van Gaal könnten an dieser Einschätzung nichts ändern. "Es wird immer unterschiedliche Meinungen geben, das müssen wir respektieren, und das ist auch kein Problem. Das gilt auch für Louis van Gaal." Deutlicher wurde da schon Heynckes, der seinen Nachfolger bei den Bayern aber auch in Schutz nahm. "Der Termin stand schon lange fest, da kann man nicht kurz vorher aufschreien. Da müssen wir in der Bundesliga auch etwas aufpassen", äußerte Heynckes und fügte hinzu: "Van Gaal kennt so etwas nicht aus Holland oder Spanien, deshalb ist er vielleicht etwas über Ziel hinausgeschossen."

Heynckes unterstrich, dass die DFB-Auswahl nach wie vor das Aushängeschild des deutschen Fußball sei. "Für Deutschland ist es wichtig, dass die Nationalmannschaft bei der WM nicht nur gut, sondern auch erfolgreich spielt. Deshalb ist die Bundesliga auch in der Verantwortung", sagte der 65-Jährige. Löw wiederum erklärte, dass die Nationalmannschaft ihrerseits eine große Verantwortung für die Klubs und der Liga trage: "Das spüren wir deutlich und dem wollen wir auch gerecht werden."

Hecking: "Gutes Verhältnis"

Der Bundestrainer machte deutlich, dass trotz aller Meinungsverschiedenheiten das Verhältnis zwischen ihm und seinen Bundesliga-Kollegen sowie zwischen Nationalelf und Liga "absolut intakt" sei. Dies unterstrichen Heynckes und auch Nürnbergs Coach Dieter Hecking, der von einem "guten Verhältnis" sprach.

Für Heynckes sind die Verpflichtungen seiner Nationalspieler bei der Nationalmannschaft sogar förderlich. "Wenn ein Spieler weiß, dass er Chancen auf die WM hat, dann wirkt sich das auch positiv auf seine Leistung im Verein aus", berichtete der Bayer-Coach, der diese Beobachtung auch in der laufenden Saison gemacht hat. Zudem seien die Nationalspieler auch nicht über Gebühr strapaziert. "Der dreitägige Test in Stuttgart und das eine Länderspiel vor Bundesligaende gegen Argentinien im März können wir als Klubs gut verschmerzen."

Bei der Tagung in Stuttgart fehlten aus der Bundesliga neben van Gaal, der von seinem Assistenten Hermann Gerland vertreten wurde, noch Christian Gross (VfB Stuttgart), Thomas Schaaf (Werder Bremen), Ralf Rangnick (1 899 Hoffenheim), Mirko Slomka (Hannover 96) und Armin Veh (VfL Wolfsburg).

Auch DFL und DFB vertreten

Neben Löw nahmen aus dem Trainerstab der Nationalmannschaft auch Assistenztrainer Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke sowie Nationalteammanager Oliver Bierhoff an dem Meeting teil. Zudem war DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach bei dem Treffen zugegen, die DFL wurde durch Christian Seifert und Holger Hieronymus vertreten.

Neben den Informationen durch die Sportliche Leitung der DFB-Auswahl standen noch zwei Vorträge auf der Tagesordnung: Sportpsychologe Dr. Hans-Dieter Hermann referierte über das Thema "Psychiatrische Erkrankungen im Profifußball".

Darüber hinaus stellte Albert Capellas, der verantwortliche Koordinator für die Nachwuchsarbeit von Champions-League-Gewinner und Klubweltmeister FC Barcelona, die Ausbildungsphilosophie seines Vereins vor.

© SID

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