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18.01.2010

07:49 Uhr

Fußball Bundesliga

BVB siegt in einem irren Spiel gegen Köln

VonThorsten Giersch

Was für ein verrücktes Spiel in Köln: Zum Abschluss des 18. Bundesliga-Spieltags hat der 1. FC Köln ein 2:3 (0:2) gegen Borussia Dortmund kassiert. Vor allem die dramatische Schlussphase brachte so manchen Anwesenden an den Rand des Nervenzusammenbruchs.

Kevin Großkreutz trifft für den BVB in der Nachspielzeit. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Kevin Großkreutz trifft für den BVB in der Nachspielzeit. Foto: Bongarts/Getty Images

KÖLN. Was für ein denkwürdiger Abend in Köln. Das Spiel des 1. FC gegen die Borussia aus Dortmund bot so ziemlich alles, was die Herzen von Fußball-Fans höher schlagen lässt. Leider, aus Kölner Sicht, nur nicht den verdienten Punkt. 3:2 siegte der BVB nach einer hochdramatischen Schlussphase in einem Spiel, das gleich mehrere verrückte Geschichten schrieb.

Doch der Reihe nach. Die Kölner begannen sehr zweikampf- und laufstark. Bei Schüssen der Portugiesen Petit und Maniche in der 9. Minute sowie einer Chance von Milivoje Novakovic (19.) waren die Gastgeber, die auf Geromel und Manaseh Ishiaku verzichten mussten, der Führung nahe. Ohne den für den Afrika-Cup abgestellten Ägypter Mohamed Zidan, der sich zuletzt als Antreiber hinter den Spitzen bewährt hatte, tat sich der BVB im Spielaufbau zunächst schwer.

So manchem Spieler auf beiden Seiten merkte man allerdings an, dass die Technik auf dem seifigen Untergrund zu einem richtig guten Spiel nicht ausreichte. Die Fans beider Lager feuerten ihre Teams lautstark an, so dass zumindest die Stimmung allerhöchsten Bundesliga-Ansprüchen genügte. In der 20. Minute war es dann aber plötzlich still in der Arena: BVB-Keeper Roman Weidenfeller zog sich nach einem Zusammenprall mit Subotic eine tiefe Risswunde zu und musste ausgewechselt werden. Gut, dass der BVB mit Marc Ziegler einen der besten Ersatzkeeper der Liga beschäftigt. Ziegler hielt vom ersten Moment an prächtig.

Doch die zunächst starken Kölner brachten die junge BVB-Mannschaft nie wirklich aus der Ruhe: Nach Ecke von Nuri Sahin und einer Verlängerung von Lucas Barrios war Hummels aus kurzer Distanz per Kopf zur Stelle und brachte mit seinem dritten Saisontreffer den Kölner Angriffschwung zum Erliegen.

Kurz vor der Halbzeit kam dann der große Auftritt von Lukas Podolski, auch so eine Geschichte dieses Spiels: Fußballerisch gelang dem Nationalstürmer gar nichts. In den ersten 15 Minuten hatte er zumindest gekämpft, sein Trikot war eher braun als rot. Doch dann verlor Podolski immer mehr die Lust und leistete sich kurz vor dem Halbzeitpfiff ein überflüssiges Foul, für das er die gelbe Karte bekam. Den Freistoß trat Sahin perfekt auf den zweiten Pfosten, wo erneut Hummels nur noch einschieben brauchte. Podolski wurde in der 60. Minute gegen Freis ausgewechselt und stapfte wutendbrannt in die Kabine. Allerdings wirkte die Entscheidung von Kölns Trainer Soldo logisch.

Die Chancen standen zum Wiederanpfiff also ziemlich schlecht für Köln. Immerhin hatte Dortmund zum letzten Mal vor rund 25 Jahren eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben, da waren drei Viertel des aktuellen BVB-Kaders bei weitem noch nicht geboren. Und 35 Minuten lang sah es überhaupt nicht so aus, als ob sich daran etwas ändern sollte. Köln rannte planlos an, die Borussia kontrollierte die Partie. Allerdings zeigten sich die Gäste wenig effektiv. Sie verzichteten auf einen finalen Risikopass und schlossen lieber aus der Distanz ab. Da es der BvB versäumte, das 3:0 zu machen, kam Köln doch noch einmal zurück ins Spiel.

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