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21.04.2014

23:22 Uhr

Fußball-Bundesliga

Der 1. FC Köln ist wieder erstklassig

VonThorsten Giersch

Für Tausende Fans des 1. FC Köln ist Ostermontag im Jahr 2014 wie Weihnachten und Geburtstag zusammen: Ihr Club steigt nach dem 3:1-Sieg gegen Bochum wieder in die erste Liga auf. Eine (Dom)stadt im Freudentaumel.

Jubel bei den Kölnern nach dem Treffer zum 3:1. dpa

Jubel bei den Kölnern nach dem Treffer zum 3:1.

KölnEs gibt viele Dinge, die Kölner und Düsseldorfer unterschiedlich sehen. Einig sind sie sich beim Hass auf den jeweils anderen - gerade im Fußball. Und in der Tatsache, dass es sich bei einem Aufstieg eben gehört, den Platz zu stürmen: Als die Fortuna vor rund zwei Jahren in die erste Bundesliga aufstieg, rannten Tausende Fans aufs danach nicht mehr frische Grün. Und das sogar kurz vor dem Abpfiff gegen Hertha BSC, was wochenlange Debatten um ein Wiederholungsspiel auslöste.

Die rheinländischen Rivalen aus Köln waren da nur wenige Sekunden weiser: Die Fans hörten  auf die eindringlichen Apelle der Vereinsoberen vor dem Anpfiff und verließen nach Abpfiff nicht ihre Ränge - für handgestoppte zehn Sekunden. Erst nur ein Paar unter den Pfiffen der "braven Anhänger", dann immer mehr und nach wenigen Minuten waren es rund 15.000. 

Dabei war die Stimmung nach dem mühevollen 3:1-Sieg gegen den VfL Bochum auch so sensationell. Zwei Jahre nach dem Abstieg ist der 1. FC Köln wieder erstklassig! Das Bier floss wie versprochen zum halben Preis - und alle Kölner hoffen: Zum letzten Mal für viele Jahre an einem Montagabend, wo bekanntlich nur die Zweitligavereine aktiv sind.

Die Kölner Cheerleader trugen zu einer elektrisierenden Stimmung bei. dpa

Die Kölner Cheerleader trugen zu einer elektrisierenden Stimmung bei.

Schon die Minuten vor dem Spiel waren besonders: Emotional ist es während der Hymne stets, aber an diesem Abend sangen die 50.000 minus die Bochumer Fans besonders laut, die Cheerleader boten eine besondere Show und überhaupt lag eine elektrisierende Stimmung über der Arena. 

Dabei hatte der VfL Bochum durchaus das Zeug zum Partyschreck: Mit dem Selbstvertrauen aus zwei Siegen infolge im Gepäck konnten die Gäste aus dem Ruhrpott ziemlich befreit aufspielen, weil der Abstieg nur noch theoretisch droht. Und so zeigten die Gäste gleich nach fünf Minuten mit zwei Großchancen, dass sie keineswegs die Punkte wegschenken wollten.

Doch Köln fing sich nach einer übermütig-nervösen Anfangsviertelstunde und erhöhte den Druck. In dieser Phase wurde Schiedsrichter Guido Winkmann zum Buhmann der FC-Fans, als er so manche knifflige Szene rund um den Strafraum der Bochumer oft in deren Sinne entschied. Darunter war auch elfmeterverdächtiges Foul an Nagasawa (20.).

Das stachelte aber nicht nur die Kölner Fans umso mehr an, sondern auch die Spieler. Der VfL reagierte zwischenzeitlich nur noch. Einzig Keeper Andreas Luethe zeigte in mehreren Szenen, warum der VfL zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen holte. Nach einer halben Stunde war die Kölner Führung überfällig und die Zuschauer wollten sie in jeder Szene herbeischreien. 

Doch dann nahmen die Gastgeber ihr hohes Tempo zurück und verloren ein wenig den Faden. Die Bochumer kamen wieder ins Spiel und kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Danny Latza sogar zum 1:0. Recht glücklich, aber unterm Strich nicht unverdient. 

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