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14.03.2006

12:33 Uhr

Fußball Bundesliga

Deutsche Profiklubs bauen Schulden ab

Die 36 Profiklubs aus der Bundesliga und der 2. Bundesliga haben ihren Schuldenberg in der Saison 2004/2 005 deutlich abgebaut. Die Klubs haben nur noch noch 716,7 Mill. Euro an Verbindlichkeiten und Rückstellungen.

Die DFL Deutsche Fußball Liga Gmbh hat am Dienstag den Bundesliga-Report 2006 veröffentlicht. Demnach haben die 36 Profiklubs der Bundesliga und 2. Bundesliga ihren Schuldenberg in der Saison 2004/05 von 770,7 Mill. Euro auf 716,7 Mill. Euro abgebaut.

Reduzierte Spielergehälter ein Hauptgrund

Der Rückgang der Schulden ist in erster Linie auf einen Rekordumsatz der Klubs zurückzuführen. Der Gesamtertrag der Vereine stieg im Vergleich zur Vorsaison um 19,1 Prozent auf 1,52 Mrd. Euro. Außerdem reduzierten die Klubs den Anteil der Personalkosten am Umsatz, also vor allem die Spielergehälter, von 45,2 auf 38,6 Prozent. Ein Bundesligaprofi verdiente in der vergangenen Saison im Schnitt eine Million Euro.

"Wir können über bessere Zahlen als je zuvor berichten. Im Augenblick steht die Bundesliga wirtschaftlich gut da. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass es in der laufenden Saison einen Rückschlag geben wird. Wir sind sehr stolz auf den Umsatzzuwachs. Im Schnitt machten die Bundesligaklubs drei Mill. Euro Gewinn", erklärte DFL-Finanzgeschäftsführer Christian Müller.

"Die Uefa ist gefordert"

Doch trotz der verbesserten Bilanz, eines Nettovermögens der Klubs in Höhe von 244 Mill. Euro, sowie nur vier Erstligisten, die einen Verlust verbuchen mussten, ist die DFL mit dem zuletzt schwachen Abscheiden der Europapokal-Teilnehmer unzufrieden und kritisierte die Europäische Fußball-Union (Uefa). "Die Uefa ist gefordert. Die Teams gehen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in den Wettbewerb. Eine Gleicheit der Waffen ist nicht gegeben", sagte Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung.

Seifert konnte zudem verkünden, dass die Bundesliga mit Sponsoreneinnahmen in Höhe von 416 Mill. Euro in Europa an der Spitze liegt und 31 000 Arbeitsplätze vom Profifußball, der 2004/05 rund 379 Mill. Euro Steuern zahlte, abhängen. Europäische Spitze sind auch die 10,8 Mill. Zuschauer, die in die Stadien pilgerten. "Diese Zahlen lassen sich nicht mehr steigern. Wir wollen den Level halten", sagte Seifert.

Um das Niveau tatsächlich zu halten, muss die DFL darum bemüht sein, die Ausgeglichenheit in der Eliteklasse einigermaßen zu erhalten. Dafür ist nach Ansicht des Spielbetriebs-Geschäftsführers Holger Hieronymus gesorgt. "Die Spannung bleibt erhalten, das zeigen unsere Zahlen", erklärte Hieronymus, der vor allem den Rückgang des Ausländeranteils in der Bundesliga von 49 auf 45 Prozent und die Nachwuchsförderung in Höhe von 57 Mill. Euro betonte.

Die DFL legte auch Zahlen aus der Marktforschung vor. Demnach hat die Bundesliga einen Bekanntheitsgrad von 98 Prozent unter den Bundesbürgern. Außerdem interessieren sich 52 Prozent der Deutschen über 14 Jahren, rund 34 Millionen Menschen, für den Fußball.

© SID

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