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22.01.2008

14:56 Uhr

Fußball Bundesliga

EM bringt Bundesligisten kleine Finanzspritze

Zahlreiche Bundesligisten erhalten dank der EM in Österreich und der Schweiz eine kleine Finanzspritze. Für jeden teilnehmenden Spieler erhalten die Klubs rund 4 000 Euro pro Tag.

Die Europameisterschaft spült erstmals auch den Bundesligisten Geld in ihre Kassen. Nach einer Einigung mit der Europäischen Fußball-Union (Uefa) erhalten Vereine bei der EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz für jeden ihrer abgestellten Nationalspieler pro Tag rund 4 000 Euro. Für jeden Endspielteilnehmer überweist die Uefa dann insgesamt 148 000 Euro.

Die Bayern werden von der neuen Regelung bei der EM besonders profitieren: Für ihre zehn aktuellen Nationalspieler der EM-Teilnehmer könnten sie mehr als eine Million Euro kassieren. Die Uefa zahlt für jeden Teilnehmer zwei Wochen Vorbereitung sowie die EM-Tage bis zum Ausscheiden seiner Mannschaft. Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine steigt der Satz auf 5 000 Euro pro Tag und die Maximalsumme auf 185 000 Euro.

Positive Resonanz in der Bundesliga

Die Einigung in Nyon trifft in der Bundesliga auf positive Resonanz. "Unser Ziel war es immer, ein Mitspracherecht bei den Entscheidungen der Fifa und Uefa zu haben. Dieses Mitspracherecht ist uns jetzt garantiert worden", sagte Bayerns Vorstand-Chef Karl-Heinz Rummenigge, zugleich ECA-Vorsitzender, dem sid.

Es sei gewährleistet, "dass wir im Entscheidungsprozess eine wichtige und bedeutende Rolle spielen werden, was wir bislang überhaupt nicht hatten. Das Gleiche ist uns übrigens auch von Sepp Blatter (Fifa-Präsident, d. Red.) garantiert worden". Wichtig sei es nun, die vier deutschen von insgesamt 103 Stimmen in der ECA zu bündeln.

Fifa bei WM 2010 weniger großzügig

Bislang gab es nur Geld für deutsche Nationalspieler. Rund 45 000 Euro pro Abstellung erhält jeder Klub. Den Großteil überweist die Deutsche Fußball Liga (DFL) aus den Zahlungen gemäß des Grundlagenvertrages mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der DFB steuert 3 000 Euro pro Spieler und Spiel bei. "Bisher haben wir für die ausländischen Nationalspieler gar nichts bekommen, deshalb ist es eine gute Sache", sagte Werder Bremens Vorstandsvorsitzender Jürgen L. Born.

Deutlich weniger als von der Uefa erhalten die Vereine künftig vom Weltverband Fifa für die WM-Teilnahme ihrer Profis. 27,5 Mill. Euro stellt die Fifa für die WM 2010 in Südafrika zur Verfügung. Analog zur Uefa-Regelung wären pro Tag und Spieler knapp 1 000 Euro fällig. Zur Endrunde 2014 in Brasilien erhöht sich der Betrag auf gut 1 700 Euro und insgesamt 48 Millionen. Die Uefa zahlt in diesem Jahr 43,5 Mill. sowie 55 Mill. Euro für die EM 2012.

Neue Klub-Vereinigung in Nyon

Auch bei anderen Bundesligisten freute man sich über die Einigung. "Das ist ein Durchbruch. Damit werden eine Menge Probleme, die wir hatten, deutlich abgemildert", sagte Peter Peters, Geschäftsführer von Vizemeister Schalke 04, neben Bayern, Meister VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen deutscher Vertreter in der neuen Europäischen Klub-Vereinigung (ECA): "Das war ein sehr vernünftiger und notwendiger Schritt." Auch Werder-Chef Born sprach von einer "guten Lösung für etwas, das uns jahrelang gequält hat". Er habe "großes Vertrauen in dieses Vehikel".

In Nyon hatten am Montag die Uefa und die europäischen Spitzenklubs die neue Klub-Vereinigung gegründet, die künftig die Interessen der Vereine gegenüber den großen Verbänden vertreten soll. Im Gegenzug wird die bisherige Klubvertretung G14 aufgelöst, die Prozesse gegen die Verbände sollen eingestellt werden. Die neue ECA besteht aus 103 Klubs. Gemäß der Uefa-Rangliste stehen der Bundesliga vier Plätze zu, die vorerst München, Schalke, Stuttgart und Leverkusen einnehmen. Grundlage ist das Klub-Ranking von 2006.

Alle zwei Jahre wird das Mitgliederfeld der aktuellen Rangliste angepasst. Dies geschieht bereits nach der laufenden Saison. Nach derzeitigem Stand des Uefa-Rankings würde Werder Bremen den Platz von Leverkusen einnehmen.

© SID

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