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27.01.2007

08:28 Uhr

Fußball Bundesliga

Forsche Töne bei Werder, Schalke in "Reiselaune"

Zum Rückrundenstart sieht Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf sein Team in der Favoritenrolle. Derweil träumt Schalke 04 vom ersten Titelgewinn seit 1958 und baut dabei auf die allgemeine Euphorie bei den Königsblauen.

Ungewohnte Töne kommen zum Start der Bundesliga-Rückrunde vom sonst so zurückhaltenden Thomas Schaaf. "Alle können sich an uns beweisen und aufrichten, weil wir im Moment die Nummer eins sind. Alle werden uns jagen, aber wir wollen uns absetzen", sagte der Trainer von Werder Bremen vor dem Nordderby am Sonntag (17.00 Uhr/live auf arena) gegen Hannover 96.

Vom ersten Titel seit 1958 träumt allerdings auch Schalke 04. Beim Auswärtsspiel heute (15.30 Uhr/live auf arena) gegen Eintracht Frankfurt wollen die Königsblauen, die vor allem auf die Künste von Spielmacher Lincoln setzen, ihre Ambitionen unterstreichen. "Wir wollen eine Welle der Euphorie entfachen und unsere Fans mit auf eine erfolgreiche Reise nehmen", meinte Trainer Mirko Slomka.

Bundestrainer Joachim Löw glaubt sogar an einen "Vierkampf" um die Meisterschaft. Als Topfavoriten sieht er zwar Bremen und Titelverteidiger Bayern München, der am Freitagabend in Dortmund den 18. Spieltag eröffnete: "Aber ich traue Schalke und auch dem VfB Stuttgart zu, dass sie ein Wörtchen mitreden."

Nicht weniger spannend gestaltet sich das Rennen um den Klassenerhalt. Bei sechs Punkten Rückstand zum rettende Ufer steht vor allem dem FSV Mainz 05, der beim VfL Bochum antritt, das Wasser bis zum Hals. Aber auch Borussia Mönchengladbach (bei Energie Cottbus) und der Hamburger SV (bei Arminia Bielefeld) stehen gehörig unter Druck. Beide Traditionsklubs verbreiten dennoch Optimismus und glauben wie HSV-Coach Thomas Doll an eine "tolle Rückrunde" und daran, "dass wir da unten rauskommen werden". Allerdings geben weder die Testspiele der Hamburger großen Anlass zu Hoffnungen noch die weiterhin angespannte personelle Situation. Kapitän Rafael van der Vaart ist noch gesperrt, fünf Spieler sind verletzt.

Ein wichtiger Ausfall droht auch Herbstmeister Werder Bremen: Torjäger Miroslav Klose plagen Adduktoren-Probleme. "Wir müssen schauen, wie die Belastung von seinem Körper akzeptiert wird. Ich hoffe, dass eine positive Reaktion kommt. Es wäre wichtig, wenn er spielen könnte, und es sieht ganz gut aus", meinte Schaaf vor einem letzten Härtetest im Training.

Als Ersatz könnte der kurzfristig verpflichtete Angreifer Markus Rosenberg (24) von Ajax Amsterdam eingesetzt werden. Der schwedische Nationalspieler wechselte für eine Ablösesumme von schätzungsweise 4,5 Mill. Euro an die Weser. Trotz einer starken Vorrunde erwartet Schaaf eine weitere Steigerung: "Wir dürfen uns nicht auf den guten Leistungen ausruhen, die wir in dieser Saison schon gezeigt haben."

Schalke, zuletzt acht Spiele ungeschlagen, muss wieder ohne Christian Pander auskommen. Der Linksverteidiger, der erst im November sein Comeback nach 19-monatiger Verletzungspause gefeiert hatte, erlitt im Abschlusstraining am Freitag einen Bänderriss im linken Sprunggelenk. Wieder fit sind dagegen Fabian Ernst (Fußverletzung) und Kapitän Marcelo Bordon (muskuläre Probleme), der sich vor der Partie in Frankfurt sicher ist, "dass Gott in dieser Saison ein Schalker ist. Auf Schalke will jeder unbedingt die Schale."

Derart forsche Töne sind aus Stuttgart nicht zu hören. Doch ins internationale Geschäft soll der Weg der Schwaben schon führen. Das Spiel beim in der Hinrunde überraschend starken 1. FC Nürnberg soll der erste Schritt dahin sein, jedoch auch Revanche für das 0:3 zu Saisonbeginn. "Wir wollen nicht noch einmal die gleichen Fehler machen", sagte VfB-Trainer Armin Veh, der im Sturm auf Mario Gomez und Cacau setzen wird. Dem vom HSV ausgeliehenen Benny Lauth bleibt nur die Jokerrolle. Im Mittelpunkt des Interesses steht jedoch FCN-Keeper Raphael Schäfer, dessen Wechsel nach Stuttgart zur neuen Saison in dieser Woche perfekt gemacht wurde.

Beim Spiel zwischen Hertha BSC Berlin und dem VfL Wolfsburg wird das Augenmerk auf dem exzentrischen Brasilianer Marcelinho liegen. Der Ex-Berliner kam im Winter für 2,8 Mill. Euro vom türkischen Erstligisten Trabzonspor nach Wolfsburg und hat mit dem VfL noch Großes vor: "Ich denke schon an den Uefa-Cup und die Champions League mit dem VfL."

© SID

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