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19.01.2007

16:22 Uhr

Fußball Bundesliga

Frankfurt-Boss Bruchhagen mit Rundumschlag

Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen hat massive Kritik am Niveau der Bundesliga geübt und will gemeinsam mit Bayern München Manager Uli Hoeneß für ein Umdenken bei der DFL sorgen.

Heribert Bruchhagen hat heftige Kritik am Niveau der Bundesliga geäußert. Der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt will zudem gemeinsam mit Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß die Deutsche Fußball Liga (DFL) zum Umdenken bewegen.

"Es kann doch nicht sein, dass Bundesliga-Teams gegen polnische oder rumänische Provinzmannschaften ausscheiden. Der laufende Rückschritt in der Fünf-Jahres-Wertung der Uefa ist das klarste Indiz dafür, dass die Leistung der Liga nachlässt. Das Spiel ist nicht schnell genug, wir spielen zu wenig direkt. Und wir sind dieses Tempo nicht mehr gewohnt", erklärte Bruchhagen im Interview mit der Frankfurter Rundschau (Samstags-Ausgabe).

Vor allem im Vergleich zur englischen Premier League hinke die Bundesliga meilenweit hinterher: "Es kann nicht sein, dass auf der Insel ein Match ein-, oder zweimal unterbrochen ist und bei uns 14-mal. Dabei ist unser Spiel langsamer als das der Engländer, auch von der Antizipation und Handlungsschnelligkeit her. In der Premier League gibt es weniger Ballkontakte, da gibt es keinen Spieler, der für Ballannahme, Bewegungsaufnahme und Ballabspiel immer eine gewisse Zeit braucht."

Bruchhagen kritisiert Bundesliga-Profis

Genervt zeigt sich Bruchhagen zudem von Verhaltensweisen der Bundesliga-Profis, denen er "heroische Selbstverliebtheit" unterstellt. "Ich kann es nicht leiden, was derzeit abläuft: sich selbstverliebt mit Schiedsrichtern anzulegen, wehleidig auf dem Rasen zu liegen. Es haben Rituale Einzug gehalten, die wir nicht gutheißen können. Wir unterscheiden uns immer mehr vom englischen Fußball, das ist nicht der richtige Weg", meinte Bruchhagen, der für Spieler, die sich während eines Spiels behanden lassen, eine Schutzpause von drei Minuten fordert.

Gemeinsam mit Bayern-Manager Hoeneß will Bruchhagen die DFL in den kommenden Wochen zum Nachdenken anregen, damit "der Fußball wieder einen größeren Stellenwert bekommt." So habe er mit einigen Bundesliga-Kollegen bereits einen Maßnahmen-Katalog erstellt, den er den DFL-Gremien unterbreiten will.

Als falschen Weg betrachtet Bruchhagen unterdessen die Pläne der DFL, auf dem asiatischen Markt Fuß fassen zu wollen. "Vergessen wir das! In Asien nimmt uns doch keiner zu Kenntnis. Die englische Premier League hat doch allein aus der kolonialen Vergangenheit ein viel, viel höheres Standing. Glauben Sie, dass unser Ligapokal-Endspiel wirklich einer in Asien sehen will? Niemand will das! Der asiatische Markt wird überschätzt", meinte Bruchhagen.

© SID

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