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12.01.2009

10:38 Uhr

Fußball Bundesliga

Frankfurt zögert mit Funkels Vertragsverlängerung

Bundesligist Eintracht Frankfurt und Trainer Friedhelm Funkel haben sich noch nicht über eine Vertragsverlängerung geeinigt. Eine Entscheidung könnte sich bis Mitte März hinziehen.

Die Zukunft von Friedhelm Funkel ist weiter offen. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Die Zukunft von Friedhelm Funkel ist weiter offen. Foto: Bongarts/Getty Images

Der Machtkampf zwischen Aufsichtsrat und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen um die Vertragsverlängerung von Trainer Friedhelm Funkel sorgt bei Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt weiter für Aufregung. Nach Angaben von Bruchhagen werden im Trainingslager der Hessen im portugiesischen Vale do Lobo derzeit zwar Gespräche mit Funkel geführt, eine endgültige Entscheidung wird offenbar aber erst Ende März fallen.

"Es ist richtig, dass wir selbstverschuldet angekündigt haben, im Trainingslager Gespräche mit Friedhelm Funkel zu führen. Das tun wir auch. Es steht aber nirgendwo geschrieben, dass wir schon eine Entscheidung treffen. Wir werden uns am Dienstag dazu äußern", sagte Bruchhagen dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Gegenwind im Aufsichtsrat

Dass sich Funkel wegen des Gegenwinds im Aufsichtsrat, der nach Medienberichten wegen der zumeist unspektakulären Spielweise der Frankfurter nicht geschlossen hinter dem Eintracht-Coach steht, gegen eine Verlängerung seines Ende Juni endenden Kontrakts entscheidet, kann sich Bruchhagen indes nicht vorstellen.

"Ich kann nicht für Herrn Funkel sprechen, aber wenn das so wäre, hätte er mir das gesagt", sagte Bruchhagen, für den eine Vertragsverlängerung erst im März nichts Außergewöhnliches wäre: "Von den letzten vier Verträgen haben wir zwei im Januar im Trainingslager und zwei erst Ende März verlängert." Zuletzt hatte auch Eintracht-Präsident Peter Fischer bezweifelt, dass eine Ausdehnung des Funkel-Kontrakts bereits vor Beginn der Rückrunde über die Bühne geht: "Ich glaube nicht, dass im Winter eine Entscheidung fällt."

Dass sich im Kontrollorgan des Bundesligisten heftiger Widerstand gegen eine Weiterbeschäftigung des Fußballlehrers regt, bestätigte Aufsichtratschef Herbert Becker am Montag im Trainingslager an der Algarve. "Der Aufsichtsrat hat keine klare Meinung, da diskutieren wir auch. Wir sind unterschiedlicher Auffassung", sagte Becker, der als einer der Kritiker von Funkel gilt, der Frankfurter Rundschau (Dienstag-Ausgabe).

2008 reichten 22 Minuten

Im Januar 2008 dauerten die Verhandlungen mit Funkel im Trainingslager nur ganze 22 Minuten, nach aktuellem Stand könnte sich eine Entscheidung in der laufenden Spielzeit bis in den Frühjahr hinauszögern. Bruchhagens Argumente für Funkel, der die Eintracht nach schwachem Saisonbeginn und trotz der zahlreiche Stammkräfte betreffenden Verletztenmisere zum Hinrundenende aus der Abstiegszone führte, scheinen im Aufsichtsrat nicht durchgehend Gehör zu finden.

Dabei steht Funkel bei der Eintracht für eine Konstanz, die beinahe beispiellos ist. Gemeinsam mit Bruchhagen trieb Funkel in den vergangenen viereinhalb Jahren der einstigen Diva ihre Launen aus, etablierte die Frankfurter in der Bundesliga. Sollte der 55-Jährige seinen Vertrag bei der Eintracht verlängern, könnte er sogar an Erich Ribbeck als Rekord-Trainer der Hessen vorbeiziehen.

Ribbeck, Spitzname "Sir Erich", trainierte die Eintracht vom 1. Juli 1968 bis 30. Juni 1973. Damit war der ehemalige DFB-Teamchef exakt 1 826 Tage Cheftrainer beim deutschen Meister von 1959. Wenn Funkels aktueller Vertrag am 30. Juni ausläuft, kommt er seit dem 1. Juli 2004 ebenfalls auf exakt 1 826 Tage. Mit seinem alten Kontrakt würde Funkel also den Trainer-Rekord von Ribbeck einstellen, bei einer Verlängerung alleiniger Rekord-Coach der Eintracht werden.

© SID

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