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30.01.2010

08:38 Uhr

Fußball Bundesliga

Für wen geht im Tabellenkeller das Licht aus?

Schon am 20. Spieltag geht es für ein Quartett aus dem Bundesligakeller um alles. Die Münchner Bayern dagegen wollen mit einem Pflichtsieg gegen Mainz wieder an die Tabellenspitze.

Umkämpftes Kellerduell: Berlin gegen Bochum. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Umkämpftes Kellerduell: Berlin gegen Bochum. Foto: Bongarts/Getty Images

Es ist erst der 20. Spieltag, doch für vier Teams aus dem Bundesligakeller geht es in der internen "Abstiegs-Meisterschaft" schon fast um die letzte Chance auf ein geruhsames Saisonfinale. Der 16. gegen den 17. und der 18. gegen den 14. - vier der letzten fünf Mannschaften spielen gegeneinander um die Punkte, die ja doppelt zählen sollen.

Besondere Brisanz birgt heute (15.30 Uhr/live bei Sky und Liga total) die Rückkehr von Nürnbergs Coach Dieter Hecking zu seinem alten Klub Hannover 96. "Ich habe meine Aufgabe hier in Nürnberg, Hannover ist nicht mehr mein Thema", sagte Hecking ohne Pathos. Schlusslicht Hertha BSC Berlin empfängt den VfL Bochum und will den ersten Heimsieg nach knapp sechsmonatiger Durststrecke feiern.

Ganz andere Sorgen hat Hannover nach der Talfahrt mit nur einem Punkt aus den letzten sieben Spielen. Der neue 96-Coach Mirko Slomka zog vor seinem ersten Heimspiel die Zügel an. "Wir müssen unsere Chancen eiskalt nutzen, sonst werde ich fuchsig. Unser Ziel ist es, Platz 16 zu verlassen", sagte Slomka und berichtete von der kurzfristig auf Eis gelegten Freundschaft mit Hecking: "Natürlich haben wir jetzt keinen Kontakt. Da will ja keiner irgendwelche Hinweise geben."

Heckings brisante Rückkehr

Mindestens genauso steht der Tabellenvorletzte Nürnberg (fünf Niederlagen in sechs Spielen) unter Druck. Von einem Endspiel will Hecking aber trotz des Fünf-Punkte-Rückstands zum rettenden Ufer nichts wissen: "Natürlich ist die Partie sehr wichtig. Aber wir haben auch danach noch Spiele."

Genauso wiegeln die Berliner die Brisanz der "Abstiegsrunde" am Wochenende ab. "Selbst wenn wir gegen Bochum nicht gewinnen, ist noch nichts verloren", sagte Hertha-Kapitän Arne Friedrich. Auch im Fall einer Niederlage wollen die Berliner bis zum Ende der Wechselfrist am Montag keine Leistungsträger abgeben. Die Bochumer befinden sich nach zuletzt zwei Auswärtssiegen und tollen Aufholjagden im Aufwärtstrend. "So etwas gibt einem Selbstvertrauen. Allerdings kann man kein Tor aus dem letzten Spiel ins nächste mitnehmen", mahnte VfL-Trainer Heiko Herrlich.

Wie bereits in der Woche zuvor können die Bayern mit einem Sieg über Mainz zumindest für eine Nacht die Tabellenspitze von Leverkusen erobern. An den Aufsteiger hat Münchens Trainer Louis van Gaal allerdings keine gute Erinnerung. Das 1:2 im Hinspiel war die erste Niederlage unter seiner Regie. Van Gaal gesteht: "Das ärgert mich immer noch." Trotz überstandener Zehenverletzung wird Franck Ribery höchstens als Joker auflaufen.

Tuchel: Parken, um zu punkten

Für den Mainzer Coach Thomas Tuchel ist sein Team auch aufgrund der Bayern-Serie von acht Pflichtspielsiegen in Folge krasser Außenseiter. "Wir können ja vielleicht den Mannschaftsbus vor unserem Tor parken", scherzte Tuchel.

Leverkusen wird sich den Auftritt der Münchner entspannt anschauen. "Bayern hat jetzt zweimal vorgelegt, und wir haben beide Male zurückgeschlagen. Wir haben gezeigt, dass wir absolut gefestigt sind", kündigte Toni Kroos vor dem Spiel gegen Freiburg an. Die Breisgauer sind seit 399 Minuten ohne Torerfolg.

Moralische Unterstützung erhält die Bayer-Elf ausgerechnet von Felix Magath. Der Schalke-Trainer hält den großen Wurf der Werkself für möglich: "Unter Jupp traue ich Bayer den Titel zu", sagte Magath, der mit den "Königsblauen" am Samstagabend auf 1 899 Hoffenheim (18.30 Uhr) trifft und mahnt: "Die TSG wird momentan unter Wert gehandelt. Hoffenheim wird um die vielleicht letzte Chance kämpfen, Anschluss nach oben zu finden."

In der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln stehen gleich zwei Neuverpflichtungen im Blickpunkt: Halil Altintop bei den Hessen und Zoran Tosic bei den Rheinländern.

© SID

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