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03.05.2015

19:29 Uhr

Fußball Bundesliga

Gladbach bleibt auf Champions-League-Kurs

Dank Joker Ibrahima Traoré hält Borussia Mönchengladbach vor dem „Endspiel“ um die direkte Champions-League-Qualifikation weiter alle Trümpfe in der Hand. Für Berlin wird es noch einmal eng im Kampf um den Klassenerhalt.

Traoré-Tor macht Favre froh: Gladbachs Trainer Lucien Favre freut sich über den späten Siegtreffer der Fohlen. SID

Favres Fohlen feiern wichtigen Sieg in Berlin

Traoré-Tor macht Favre froh: Gladbachs Trainer Lucien Favre freut sich über den späten Siegtreffer der Fohlen.

BerlinEin spätes Tor des eingewechselten Ibrahima Traoré hat Trainer Lucien Favre mit Borussia Mönchengladbach im Rennen um den direkte Champions-League-Platz einen wichtigen Sieg beschert. Mit einem 2:1 (1:1) am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei Hertha BSC bleibt Gladbach in der Tabelle mit 60 Punkten im Fernduell vor Bayer Leverkusener (58) auf Rang drei. Für Berlin wird es noch einmal eng im Kampf um den Klassenerhalt. Mit 34 Zählern liegt Hertha nun nur noch vier Punkte vor dem Abstiegs-Relegationsplatz. Und für die Borussia kommt es am nächsten Samstag in Mönchengladbach zum direkten Duell der Champions-League-Kandidaten mit Bayer Leverkusen

Max Kruse hatte die Gäste am Sonntagabend in der 11. Minute in Führung gebracht, Valentin Stocker glich vor 55 000 Zuschauern praktisch im Gegenzug aus (13.) - und Traoré stellte den Auswärtssieg zwölf Minuten nach seiner Einwechslung sicher (85.). Die nunmehr seit elf Spielen unbesiegten Gladbacher kamen mit viel Selbstbewusstsein in Olympiastadion - die letzte Niederlage kassierte die Mannschaft des früheren Hertha-Trainers Favre Anfang Februar beim 0:1 auf Schalke.

Der 31. Spieltag im Überblick

SC Freiburg – SC Paderborn 07 1:2

Im ersten Durchgang tut sich Freiburg anfangs schwer, wird dann aber immer stärker und geht kurz vor der Pause verdient in Führung. Mit seinem siebten Tor im neunten Spiel trifft Nils Petersen in Minute 40 zum 1:0-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel bauen die Badener nach ordentlichem Beginn ab, Paderborn beißt sich fest und kommt nach 70 Minuten durch Rupp zum Ausgleich. Der erweist sich als absoluter Wirkungstreffer für die Freiburger, die vollkommen verunsichert wirken und sich zehn Minuten später auch noch das 1:2 durch Rupps zweiten Treffer eingangen. Die Gastgeber drängen zum Ende hin noch auf den Ausgleich, können die Pleite letztlich aber nicht mehr abwenden.

SV Werder Bremen – Eintracht Frankfurt 1:0

Die Partie ist lange offen. Beide Teams spielen voll auf Angriff und riskieren dabei auch instabile Defensivreihen. In der zweiten Hälfte reisst Bremen dann das Spiel an sich und geht durch Davie Selke (66.) auch verdient in Führung. Frankfurt schafft es danach nicht mehr die Gastgeber ernsthaft zu gefährden.

1899 Hoffenheim – Borussia Dortmund 1:1

Die ersten 45 Minuten starten mit harten Zweikämpfen und intensiven Mittelfeldduellen. Allerdings fehlen die Highlights. In der 33. Minute bringt Volland die Gastgeber in Führung. Hummels gleicht postwendend aus (35.). In de zweiten 45 Minuten geht es dann hoch und runter. Beide Mannschaften erarbeiten sich Hochkaräter am Fließband. Beide Torhüter halten jedoch glänzend.

FC Augsburg – 1. FC Köln 0:0

Zum neunten Mal spielt der 1. FC Köln in der laufenden Saison 0:0. Damit bauen sie den selbst aufgestellten Rekord weiter aus. Am Ende zittert das Team von Peter Stöger das Unentschieden über die Zeit. Lange Zeit ist es ein Duell auf Augenhöhe, mit Chancen auf beiden Seiten. Zum Ende hin werden die Hausherren stärker und erhöhen den Druck. Immer wieder ist es Werner, der mit gefährlichen Flanken für Unruhe vor dem Kasten von Timo Horn sorgt. Hong, der Augsburger Innenverteidiger vergibt gleich zwei Mal per Kopf die Führung für die Hausherren. Am Ende ist das Unentschieden etwas glücklich für die Kölner. Dennoch machen sie so einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

VfL Wolfsburg – Hannover 96 2:2

Also, wenn das keine Werbung für den Fußball ist, was dann? Wolfsburg dominiert nach starkem 96-Beginn die erste Halbzeit und geht durch den Treffer von Dost (24.) und das Traumtor von Perisic (45.) 2:0 in Führung. Kaum jemand rechnet zu diesem Zeitpunkt noch mit der Wende, doch die Gäste machen sie tatsächlich wahr. Der kurz zuvor eingewechselte Briand (47.) und Sane mit dem Tor des Monats - wenn nicht Jahres (58.) - brauchen nur zwölf Minuten für den Ausgleich. Es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch mit den besseren Chancen für 96. Doch es will kein weiterer Treffer mehr fallen.

FC Schalke 04 – VfB Stuttgart 3:2

Mit viel Glück, aber auch viel Leidenschaft bezwingt Schalke 04 den akut abstiegsbedrohten VfB Stuttgart vor 61.000 Fans in der Gelsenkirchener Arena. Die Freude des vermeintlichen Türöffners Klaas-Jan Huntelaar, dem in der 9. Minute der erste Treffer seit 1196 Minuten glückt, währt nur bis zur 22. Minute, als Martin Harnik überraschend zum 1:1 ausgleicht. Stuttgart will mehr, ist das bissigere Team und geht nach dem Seitenwechsel durch den starken Filip Kostic (51.) verdient in Führung. Ganz in Malocher-Manier bäumen sich die Ruhrpott-Kicker auf und erzielen durch Huntelaar den verdienten Ausgleich (78.). Mit ein wenig Glück erzwingt Boateng dann kurz vor Schluss das Eigentor von Florian Klein und damit den Siegtreffer.

Bayer Leverkusen – FC Bayern München 2:0

Vor 30.210 siegt die Werkself gegen den Münchner Jugendstil mit 2:0 und fügt dem amtierenden Meister die dritte Niederlage der Saison zu. Aufmerksame und agile Rheinländer machen als Heimmannschaft das Spiel, haben aber Glück, dass sie in der ersten Halbzeit kein Gegentor kassieren. Mario Götze lässt im weiteren Verlauf des Spiels gleich zwei große Chancen liegen. Bayers-Bester Hakan Calhanoglu trifft in der 55. Minute per Freistoß, ehe der eingewechselte Julian Brandt den Sack zumacht (81.).

1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV 1:2 (0:1)

Völlig durchnässt stürmte Bruno Labbadia nach dem Schlusspfiff aufs Feld und wollte die ganze Welt umarmen. „Das war ein Sieg des Willens“, sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem 1:2 (0:1) im Dauerregen beim FSV Mainz 05. Der 49-Jährige hat den freien Fall des Bundesliga-Dinos in die 2. Liga gestoppt und ihm neue Hoffnung im Abstiegskampf gegeben.

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach 1:2 (1:1)

Dank Joker Ibrahima Traoré hält Borussia Mönchengladbach vor dem „Endspiel“ um die direkte Champions-League-Qualifikation weiter alle Trümpfe in der Hand. Der 27-Jährige erzielte beim 2:1 (1:1)-Auswärtssieg gegen Hertha BSC in der 85. Minute den umjubelten Siegtreffer für das überlegene Team von Trainer Lucien Favre. Damit liegt der fünfmalige deutsche Meister vor dem Duell gegen Bayer Leverkusen am kommenden Samstag weiter zwei Punkte vor dem direkten Konkurrenten auf Rang drei.

Der mit dem VfB Wolfsburg liebäugelnde Kruse setzte die ersten Signale. Dem Stürmer wurde erst ein Treffer wegen Abseits nicht anerkannt, kurz danch markierte er nach einem verheerenden Ballverlust von Per Skjelbred und Vorbereitung von Raffael doch sein zehntes Saisontor.

Doch die Berliner, seit Mitte Februar im eigenen Stadion unbesiegt, antworteten prompt: Nach einer Hereingabe von Genki Haraguchi köpfte Salomin Kalou den Ball an die Latte, der Schweizer Stocker reagierte schneller als Gladbach-Verteidiger Roel Brouwers und markierte sein drittes Saisontor. Die Gastgeber konnten sich so weiter kompakt in der Defensive aufstellen und kontern. Brouwers blockte Stockers Schuss im letzten Moment ab (22.). Auf der anderen Seite kann der nach auskurierter Rippenprellung ins Tor zurückgekehrte Thomas Kraft einen 20-Meter-Hammer von Granit Xhaka mit Mühe gerade noch über das Tor lenken (26.).

Favre und Hertha-Coach Pal Dardai, der in Berlin einst 55 Bundesligaspiele unter dem Schweizer bestritt, dirigierten ihre Teams an der Seitenlinie immer wieder lautstark. Beide Mannschaften profitierten bei besten äußeren Bedingungen auch von Fehlern des Kontrahenten. Nach Raffaels Fehlabspiel kam plötzlich Hertha-Verteidger Peter Pekarik frei zum Schuss, verzog aber (33.). Die größte Gelegenheit für die Gäste zur erneuten Führung vergab Xhaka. Nach risikovollem Rückspiel von Kalou und einem Querschläger von Hertha-Keeper Kraft schlenzte der 22 Jahre alte Schweizer den Ball am quasi leeren Berliner Tor vorbei (43.).

Nach der Pause riskierte Hertha ein wenig mehr - eröffnete damit allerdings erst einmal den Gladbachern die besseren Chancen. Ein 20-Meter-Freitoß von Fabian Johnson strich nur knapp am Berliner Tor vorbei, wenig später klärte Kraft gegen den US-Amerikaner. Dann scheiterten Kruse (63.) und Xhaka (66.) - das 2:1 für die deutlich überlegenen Gäste lag in der Luft. Auch bei weiteren Gladbacher Angriffsaktionen standen die Gastgeber mit dem Glück im Bunde. Kapitän Tony Jantschke verpasste das 2:1 nur knapp (66.). Allerdings hatte der Wahl-Berliner Stocker auch das Siegtor vor Augen, scheiterte aber an Borussen-Schlussmann Yann Sommer (74.).


Von

sid

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