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22.01.2011

08:42 Uhr

Fußball Bundesliga

Hannover wartet auf Slomkas Unterschrift

Trotz Rückrunden-Traumstart wartet Hannover 96 vor der Partie gegen Schalke weiter auf die Vertragsunterschrift von Trainer Mirko Slomka. Spitzenreiter Dortmund empfängt Stuttgart.

96 wartet auf seine Unterschrift: Trainer Mirko Slomka wirkte zuletzt unentschlossen. Foto: SID Images/pixathlon SID

96 wartet auf seine Unterschrift: Trainer Mirko Slomka wirkte zuletzt unentschlossen. Foto: SID Images/pixathlon

Mirko Slomka kommt dieser Tage aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Erst der triumphale Rückrundenauftakt mit dem 3:0 bei Eintracht Frankfurt, dann das einjährige Dienstjubiläum bei Hannover 96, mittendrin die Petersilienhochzeit mit Ehefrau Gunda. In der Geschäftsstelle seines Arbeitgebers steht der Champagner aber weiterhin kalt. Den auslaufenden Vertrag bei den Niedersachsen hat der 43-Jährige auch vor dem Duell mit seinem Ex-Klub Schalke 04 am heutigen Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total) nicht verlängert.

Seit Wochen zieht sich die Hängepartie hin. Slomka hat Hannover fast sensationell auf Tabellenplatz zwei geführt. Schalke, wo der Coach im April 2008 beurlaubt worden war, dümpelt hingegen auf Rang elf vor sich hin. Bei einer weiteren Pleite am Samstag droht dem Team von Felix Magath sogar der Abstiegskampf. Für Slomka ist das alles kein Thema mehr. Auch wenn Siege gegen S04 wohl immer noch besonders süß schmecken. In der vergangenen Saison gab es ein 4:2, es war der Anfang vom Ende für Schalkes Meisterträume. Auch in der Hinrunde gab es ein 2:1 für Hannover.

Slomka: "Der Vertrag ist ausgehandelt"

Argumente für Slomkas Verbleib in Niedersachsen gibt es genug. Zuletzt näherte man sich offenbar auch weiter an. "So wie der Vertrag jetzt ist, hätte ich ihn schon im vergangenen Dezember unterschrieben", sagte der Coach, um sich anschließend doch wieder kryptisch zu geben: "Der Vertrag ist ausverhandelt, ich bin aber noch nicht dazu gekommen, ihn ganz genau zu lesen. Das werde ich am Wochenende nachholen." Um Geld geht es dem Trainer eigenen Angaben zufolge nicht. Wohl aber um Macht. Die Gerüchte um ein angespanntes Verhältnis zu 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke wollen nicht abreißen.

Klubchef Martin Kind scheint die Hängepartie zunehmend auf die Nerven zu gehen. "Wenn sich etwas so lange hinzieht, droht es bundesweit ein Thema zu werden. Das ist überflüssig", sagte der 96-Boss, der aber auch weiß, was er an seinem leitenden Angestellten hat. Als "Erfolgstrainer" bezeichnete Kind den Coach zuletzt. Eine Aussage, die bei dem nüchternen Geschäftsmann fast schon euphorisch klingt.

Schalker Aufholjagd jäh gestoppt

Bei den Schalkern herrscht hingegen alles andere als Aufbruchsstimmung. Die erhoffte Aufholjagd wurde durch das 0:1 am vergangenen Wochenende gegen den Hamburger SV gestoppt, bevor sie überhaupt begonnen hatte. "Wir haben uns wohl zu sehr unter Druck gesetzt. Jetzt müssen wir erst einmal wieder kleinere Brötchen backen", sagte Magath. Hannover könnte am Samstag auf 15 Zähler enteilen. Auch Rekordmeister Bayern München, der den 1. FC Kaiserslautern empfängt, ist als Fünfter schon acht Punkte entfernt.

Spitzenreiter Borussia Dortmund wird die Mühen des Errivalen aus Gelsenkirchen weiter genüßlich verfolgen. Bei zwölf Zählern Vorsprung auf Hannover muss man sich beim BVB vor der Partie gegen den abstiegsbedrohten VfB Stuttgart eigentlich über sogenannte Verfolger keine Gedanken machen. Trainer Jürgen Klopp bremst jedoch: "Wenn die Bayern unseren Vorsprung hätten, wären sie wohl schon durch. Wir wissen jedoch, dass noch viel passieren kann, und ziehen unsere Linie konsequent durch."

Wolfsburg will angeblich Rangnick oder Slomka

Beim VfL Wolfsburg zieht sich derweil allein der Misserfolg wie ein roter Faden durch die Saison. Bei einer Niederlage gegen den FSV Mainz 05 würde die Luft für Trainer Steve Mcclaren wohl immer dünner werden. Neben Ralf Rangnick wird im VfL-Umfeld ein weiterer Name als potenzieller Nachfolger genannt: Mirko Slomka.

© SID

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