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17.01.2011

13:50 Uhr

Fußball Bundesliga

Hoffenheim schließt Ba-Comeback kategorisch aus

Trainieren und auf der Tribüne sitzen: Das sind die Möglichkeiten des abtrünnigen Stürmers Demba Ba, falls 1 899 Hoffenheim ihn nicht bis zum Ende der Transferperiode verkaufen kann.

Bauchlandung für Demba Ba: In Hoffenheim wartet die Tribüne. Foto: SID Images/Team2 SID

Bauchlandung für Demba Ba: In Hoffenheim wartet die Tribüne. Foto: SID Images/Team2

Transfer oder Tribüne: Die Tür für Demba Ba bei 1 899 Hoffenheim ist endgültig zu. Am Montag schloss Manager Ernst Tanner ein Comeback des Provokateurs und Arbeitsverweigerers erstmals kategorisch aus. Auch eine kurzfristige Rückkehr ins Training des Bundesligisten nach dem vorerst geplatzten Wechsel zu Stoke City ist vom Tisch - Ba will im Kraichgau niemand mehr sehen.

"Wir haben uns ganz klar entschieden: Unser Ziel ist es, ihn bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar zu transferieren. Sollte er trotzdem zurück nach Hoffenheim müssen, kann er trainieren und sich auf die Tribüne setzen. Etwas anderes wäre auch der Mannschaft nicht zu vermitteln", sagte Manager Ernst Tanner dem SID.

1 899 schließt die Hintertür

Zuletzt hatten die Hoffenheimer Verantwortlichen mit Blick auf Ba noch ein Hintertürchen offen gelassen und ein Comeback als "schwer vorstellbar" bezeichnet. Der neue Trainer Marco Pezzaiuoli betonte sogar: "Er steht bei uns unter Vertrag und muss wieder antanzen." Nach der überraschenden Absage von Stoke City ist auch die zunächst ebenfalls erwogene Option, Ba mit anwaltlicher Unterstützung nach Hoffenheim zu zitieren, vom Tisch.

"Es macht keinen Sinn, ihn hierherzuholen. Er soll für mögliche Verhandlungen mit anderen Klubs bereitstehen", sagte Tanner. Der Manager der Kraichgauer bestätigte, dass Stoke noch immer an einem Leihgeschäft interessiert sei, obwohl Ba beim Tabellen-Achten der Premier League durch den Medizin-Check gefallen war. "Aber es gibt auch noch andere Interessenten", sagte Tanner.

Stokes Teammanager Tony Pulis hält eine Verpflichtung des 25-Jährigen je nach Schwere der Verletzung weiterhin für möglich. "Wenn unser Klubarzt sagt, dass es drei, vier oder fünf Monate dauern wird, dann sehe ich keine Chance", sagte Pulis: "Aber wenn es nur Wochen dauert, wer weiß, dann könnte es richtig sein, es zu tun."

Sandro Wieser in Hoffenheim im Gespräch

Vor Stoke City hatte auch West Ham United wegen eines Transfers angefragt. Das Fußball-Mutterland ist und bleibt offenbar weiterhin erste Option. Ba, der in den vergangenen Wochen trotz eines Vertrages bis 2013 seinen Wechsel mit Nachdruck provoziert hatte, hält sich derzeit in London auf. Hoffenheim erhofft sich einen Transfererlös von mindestens sieben Mill. Euro.

Ob diese Summe nun noch zu erzielen ist, scheint fraglich. 1 899 steht vor komplizierten Verhandlungen. Die Konkurrenz weiß, dass Ba in Hoffenheim Persona non grata ist und der Bundesligist kein Interesse hat, ein siebenstelliges Gehalt an einen Aussortierten zu zahlen. Hoffnung dürfte der unbestritten vorhandene sportliche Wert Bas machen.

Den bekamen die Bosse im Spiel bei Werder Bremen (1:2) schmerzhaft vor Augen geführt. Der Senegalese fehlte an allen Ecken und Enden, offenbar sogar mehr als der zu Bayern München abgewanderte Luiz Gustavo. Als Ersatz für Ba ist vor allem der Niederländer Ryan Babel vom englischen Rekordmeister FC Liverpool im Gespräch. Bis zum Ende der Transferperiode wird sich wohl auch im Mittelfeld noch etwas tun. Top-Talent Sandro Wieser, 17 Jahre alter Nationalspieler aus Liechtenstein, wird von zahlreichen Bundesligisten gejagt, will aber angeblich unbedingt nach Hoffenheim.

© SID

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