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03.05.2015

17:23 Uhr

Fußball Bundesliga

HSV durch 2:1 runter vom Abstiegsplatz

Durch ein spätes Tor von Gojko Kacar hat der Hamburger SV die Schwäche der Mainzer ausgenutzt. Nun darf sich der HSV als großer Gewinner im Abstiegskampf fühlen.

Durch ein spätes Tor von Gojko Kacar darf sich der HSV als großer Gewinner im Abstiegskampf fühlen. Reuters

Jubel von Kacar

Durch ein spätes Tor von Gojko Kacar darf sich der HSV als großer Gewinner im Abstiegskampf fühlen.

MainzEin Glückstor und der Treffer eines Aussortierten haben den Hamburger SV dem Happy-End im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ein gutes Stück näher gebracht. Dank eines Eigentors des Mainzers Julian Baumgartlinger (37.) nach Flanke des Hamburgers Heiko Westermann und eines strammen Schusses von Gojko Kacar (87.) kamen die Norddeutschen am Sonntag zu einem 2:1 (1:0) beim FSV Mainz 05 und verließen erstmals seit dem 25. Spieltag einen der letzten drei Tabellenplätze.

„Entscheidend war, dass wir mit dem Sieg gegen Augsburg letzte Woche den Glauben zurückgeholt haben. Heute haben wir den Glauben gestärkt“, sagte Trainer Bruno Labbadia, der im dritten Spiel seit seiner Rückkehr den zweiten Erfolg feierte. Durch den ersten Dreier in der Fremde nach fünf Partien kletterte sein Team auf Rang 14. „Heute freuen wir uns, morgen geht es wieder voll auf Freiburg“, meinte er mit Blick auf das nächste „Abstiegs-Endspiel“ am Freitag.

Yunus Malli hatte in der 76. Minute vor 34 000 Zuschauern den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Rheinhessen erzielt. Trotz der Niederlage sollten die Mainzer mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Die Gastgeber beendeten die Partie nur mit zehn Mann, nachdem Daniel Brosinski (89.) wegen einer Notbremse die Rote Karte sah.

Der 31. Spieltag im Überblick

SC Freiburg – SC Paderborn 07 1:2

Im ersten Durchgang tut sich Freiburg anfangs schwer, wird dann aber immer stärker und geht kurz vor der Pause verdient in Führung. Mit seinem siebten Tor im neunten Spiel trifft Nils Petersen in Minute 40 zum 1:0-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel bauen die Badener nach ordentlichem Beginn ab, Paderborn beißt sich fest und kommt nach 70 Minuten durch Rupp zum Ausgleich. Der erweist sich als absoluter Wirkungstreffer für die Freiburger, die vollkommen verunsichert wirken und sich zehn Minuten später auch noch das 1:2 durch Rupps zweiten Treffer eingangen. Die Gastgeber drängen zum Ende hin noch auf den Ausgleich, können die Pleite letztlich aber nicht mehr abwenden.

SV Werder Bremen – Eintracht Frankfurt 1:0

Die Partie ist lange offen. Beide Teams spielen voll auf Angriff und riskieren dabei auch instabile Defensivreihen. In der zweiten Hälfte reisst Bremen dann das Spiel an sich und geht durch Davie Selke (66.) auch verdient in Führung. Frankfurt schafft es danach nicht mehr die Gastgeber ernsthaft zu gefährden.

1899 Hoffenheim – Borussia Dortmund 1:1

Die ersten 45 Minuten starten mit harten Zweikämpfen und intensiven Mittelfeldduellen. Allerdings fehlen die Highlights. In der 33. Minute bringt Volland die Gastgeber in Führung. Hummels gleicht postwendend aus (35.). In de zweiten 45 Minuten geht es dann hoch und runter. Beide Mannschaften erarbeiten sich Hochkaräter am Fließband. Beide Torhüter halten jedoch glänzend.

FC Augsburg – 1. FC Köln 0:0

Zum neunten Mal spielt der 1. FC Köln in der laufenden Saison 0:0. Damit bauen sie den selbst aufgestellten Rekord weiter aus. Am Ende zittert das Team von Peter Stöger das Unentschieden über die Zeit. Lange Zeit ist es ein Duell auf Augenhöhe, mit Chancen auf beiden Seiten. Zum Ende hin werden die Hausherren stärker und erhöhen den Druck. Immer wieder ist es Werner, der mit gefährlichen Flanken für Unruhe vor dem Kasten von Timo Horn sorgt. Hong, der Augsburger Innenverteidiger vergibt gleich zwei Mal per Kopf die Führung für die Hausherren. Am Ende ist das Unentschieden etwas glücklich für die Kölner. Dennoch machen sie so einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

VfL Wolfsburg – Hannover 96 2:2

Also, wenn das keine Werbung für den Fußball ist, was dann? Wolfsburg dominiert nach starkem 96-Beginn die erste Halbzeit und geht durch den Treffer von Dost (24.) und das Traumtor von Perisic (45.) 2:0 in Führung. Kaum jemand rechnet zu diesem Zeitpunkt noch mit der Wende, doch die Gäste machen sie tatsächlich wahr. Der kurz zuvor eingewechselte Briand (47.) und Sane mit dem Tor des Monats - wenn nicht Jahres (58.) - brauchen nur zwölf Minuten für den Ausgleich. Es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch mit den besseren Chancen für 96. Doch es will kein weiterer Treffer mehr fallen.

FC Schalke 04 – VfB Stuttgart 3:2

Mit viel Glück, aber auch viel Leidenschaft bezwingt Schalke 04 den akut abstiegsbedrohten VfB Stuttgart vor 61.000 Fans in der Gelsenkirchener Arena. Die Freude des vermeintlichen Türöffners Klaas-Jan Huntelaar, dem in der 9. Minute der erste Treffer seit 1196 Minuten glückt, währt nur bis zur 22. Minute, als Martin Harnik überraschend zum 1:1 ausgleicht. Stuttgart will mehr, ist das bissigere Team und geht nach dem Seitenwechsel durch den starken Filip Kostic (51.) verdient in Führung. Ganz in Malocher-Manier bäumen sich die Ruhrpott-Kicker auf und erzielen durch Huntelaar den verdienten Ausgleich (78.). Mit ein wenig Glück erzwingt Boateng dann kurz vor Schluss das Eigentor von Florian Klein und damit den Siegtreffer.

Bayer Leverkusen – FC Bayern München 2:0

Vor 30.210 siegt die Werkself gegen den Münchner Jugendstil mit 2:0 und fügt dem amtierenden Meister die dritte Niederlage der Saison zu. Aufmerksame und agile Rheinländer machen als Heimmannschaft das Spiel, haben aber Glück, dass sie in der ersten Halbzeit kein Gegentor kassieren. Mario Götze lässt im weiteren Verlauf des Spiels gleich zwei große Chancen liegen. Bayers-Bester Hakan Calhanoglu trifft in der 55. Minute per Freistoß, ehe der eingewechselte Julian Brandt den Sack zumacht (81.).

1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV 1:2 (0:1)

Völlig durchnässt stürmte Bruno Labbadia nach dem Schlusspfiff aufs Feld und wollte die ganze Welt umarmen. „Das war ein Sieg des Willens“, sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem 1:2 (0:1) im Dauerregen beim FSV Mainz 05. Der 49-Jährige hat den freien Fall des Bundesliga-Dinos in die 2. Liga gestoppt und ihm neue Hoffnung im Abstiegskampf gegeben.

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach 1:2 (1:1)

Dank Joker Ibrahima Traoré hält Borussia Mönchengladbach vor dem „Endspiel“ um die direkte Champions-League-Qualifikation weiter alle Trümpfe in der Hand. Der 27-Jährige erzielte beim 2:1 (1:1)-Auswärtssieg gegen Hertha BSC in der 85. Minute den umjubelten Siegtreffer für das überlegene Team von Trainer Lucien Favre. Damit liegt der fünfmalige deutsche Meister vor dem Duell gegen Bayer Leverkusen am kommenden Samstag weiter zwei Punkte vor dem direkten Konkurrenten auf Rang drei.

05-Torschütze Malli war nach gut einer halben Stunde für Elkin Soto in die Partie gekommen. Der Kolumbianer war bei einem Schussversuch mit HSV-Kapitän Rafael van der Vaart zusammengestoßen und hatte sich schwer am linken Knie verletzt. Für den Mittelfeldspieler, dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert wird, ist die Saison beendet. „Unsere Gedanken sind bei Elkino. Seine Verletzung hat uns aus dem Tritt gebracht“, gestand Teamkollege Johannes Geis. „In Stuttgart müssen wir für Elkin gewinnen.“ Van der Vaart zeigte sich ebenfalls erschrocken: „Mir tut es sehr leid.“

Beide Mannschaft bemühten sich von Beginn an um ein flottes Spiel, brachten sich aber immer wieder durch eigene Fehler aus Rhythmus. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase erspielten sich die Mainzer ein kleines Übergewicht und hatten durch Jairo (8.) und Baumgartlinger (19.) auch die ersten guten Chancen.

Nach einer halben Stunde dann der Schock für die Gastgeber durch die Soto-Verletzung. Der Spielfluss war komplett weg, die Deckung wurde immer unsicherer. Dennoch fiel der Führungstreffer glücklich für die Norddeutschen.

Auch in der Halbzeitpause schienen sich die Nerven der Mainzer nicht beruhigt zu haben. Der HSV gaben weiter den Takt vor. Zweikampfstark und in der Abwehr kaum gefordert waren die Hamburger das dominierende Team, ohne aber zu Möglichkeiten zu kommen. Pierre-Michael Lasogga, noch beim Sieg gegen Augsburg zweifacher Torschütze, ackerte als Sturmspitze wie gewohnt. In aussichtreiche Schussposition kam er nicht. Auch sein Partner Ivica Olic agierte etwas unglücklich.

Mit zunehmender Spieldauer ließen sich die Hamburger mehr und mehr zurückfallen und lauerten auf Konter. Mainz bekam mehr Spielanteile. Ja-Cheol Koo (69.) hatte noch Pech, als er nur den Pfosten traf. Zehn Minuten später schaffte Malli nach schöner Kombination den verdienten Ausgleich. Doch der HSV gab nicht auf. Ausgerechnet Kacar, der in den vergangenen Monaten keine Rolle mehr in Hamburg spielte, setzte den glücklichen Schlusspunkt.

Von

dpa

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