Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2007

14:10 Uhr

Fußball Bundesliga

HSV schmeißt Atouba aus dem Trainingslager

Der Hamburger SV hat Thimothee Atouba nach öffentlicher Kritik vorzeitig aus dem Trainingslager in Dubai nach Hause geschickt. "Einen Störfaktor können wir nicht gebrauchen", sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

Abwehrspieler Thimothee Atouba ist von den Verantwortlichen des Hamburger SV nach öffentlicher Kritik an der medizinischen Versorgung des Bundesligisten vorzeitig aus dem Trainingslager in Dubai geworfen und nach Hause geschickt worden. "Wir haben diesen Entschluss gefasst, weil wir konzentriert mit der Mannschaft arbeiten wollen. Einen Störfaktor, der er in den vergangenen Tagen gewesen ist, können wir hier nicht gebrauchen", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer Welt.de.

Atouba hatte zuvor bemängelt, dass er am Trainingslager teilnehmen müsse, anstatt sich in Hamburg von einem Chiropraktiker seiner Wahl behandeln lassen zu können. "Ich verliere weiter Zeit", schimpfte der Abwehrspieler, der seit Monaten an einer hartnäckigen Schambeinverletzung leidet und in der Hinrunde nur zu sieben Bundesliga-Einsätzen gekommen war.

"So etwas können wir nicht dulden"

"Wir haben einen großen Betreuerstab, der rund um die Uhr für die Spieler da ist und hart arbeitet, um jeden fit zu bekommen", meinte Beiersdorfer und wies die Kritik des Profis zurück. Er warf diesem vielmehr selbst Verfehlungen vor: "Wenn man fünf-, sechsmal zu spät kommt und alles aufhält, dann ist das Fass irgendwann übergelaufen. So etwas können wir nicht dulden."

Atouba hatte in der laufenden Saison ohnehin schon zweimal für Unruhe bei den abstiegsgefährdeten Hanseaten gesorgt. Zunächst forderte er vehement eine Aufbesserung seines bis 2009 laufenden Vertrages, dann zeigte er den Fans im heimischen Stadion nach seiner Auswechslung im Champions-League-Spiel gegen Zska Moskau den "Stinkefinger". Für diese Entgleisung war er vom HSV mit einer vereinsinternen Sperre für zwei Spiele sowie einer Geldstrafe belegt worden.

"Ich habe ihm mit auf den Weg gegeben, sich Gedanken darüber zu machen, wie es mit ihm weitergeht. Timmy hat seine Zukunft beim HSV selbst in den Händen. Wenn er sich so verhält wie bisher, kann er sich das Ganze von der Tribüne aus anschauen", meinte HSV-Trainer Thomas Doll, der bisher einer der größten Fürsprecher des Afrikaners war. Atouba soll in Hamburg nun zunächst ein Rehaprogramm absolvieren und nach der Rückkehr des Teams aus dem Trainingslager am kommenden Sonntag wieder zur Mannschaft stoßen.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×