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15.01.2010

11:15 Uhr

Fußball Bundesliga

Klose will sich bei Bayern durchbeißen

Trotz seines derzeitigen Status als Stürmer Nummer drei bei Bayern München, steckt Miroslav Klose nicht den Kopf in den Sand. "Ich werde mich durchsetzen", so der Nationalspieler.

Will sein Tief beenden: Miroslav Klose. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Will sein Tief beenden: Miroslav Klose. Foto: Bongarts/Getty Images

In der deutschen Nationalmannschaft die Nummer eins, bei Bayern München derzeit nur Ersatz: Miroslav Klose hat beim deutschen Rekordmeister Bayern München auch zu Beginn der Rückrunde keinen Stammplatz - doch der 31 Jahre alte Torjäger glaubt auch wieder an bessere Zeiten. "Ich bin überzeugt, dass ich mich durchsetzen werde", sagte Klose vor dem Bundesliga-Spiel der Bayern am heutigen Freitagabend gegen 1 899 Hoffenheim (20.30 Uhr/live in der ARD, Sky und bei Liga total).

Von seinem Selbstvertrauen scheint Klose trotz einer durchwachsenen Hinrunde nichts eingebüßt zu haben. Deshalb sieht er auch seinen Stammplatz in der DFB-Auswahl bei der Weltmeisterschaft in Südafrika nicht in Gefahr. "Ich werde bei der WM spielen. Ich habe ein gewisses Standing", betonte er zuletzt.

Auch Bundestrainer Joachim Löw stellte wiederholt klar, dass er an seinem besten Torjäger festhalten wird. Klose habe oft genug gezeigt, "dass er den Schalter umlegen kann, auch wenn es im Verein nicht so gut läuft. Seine Qualität ist enorm groß. Ich bin überzeugt von ihm."

Torflaute im Liga-Alltag

Dabei lief es für Klose in der Hinrunde beim FC Bayern alles andere als gut. Elfmal kam er zum Einsatz und traf dabei nicht einmal. Auch in der Champions League war er leer ausgegangen. Nur zwei magere Törchen im DFB-Pokal schönen die mangelhafte Bilanz. "Es ärgert mich natürlich, ich hatte mir sicher was anderes vorgenommen. Aber jeder weiß, dass ich die ganze Hinrunde mit kleinen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Ich brauche meine Fitness, um Fußball zu spielen", erklärte er seine dürftigen Leistungen bei den Münchnern.

Deshalb muss sich Klose trotz einer guten Vorbereitung in Dubai im Moment noch hinter Mario Gomez und Ivica Olic anstellen, die zum Abschluss der Hinrunde gute Leistungen gezeigt hatten und deshalb bei Trainer Louis van Gaal noch einen Bonus haben. Für Klose ist dies aber nur noch mehr Ansporn: "Die Konkurrenzsituation tut mir sehr gut, um wieder zu alter Form zu finden."

Schon bei der Generalprobe der Bayern am vergangenen Dienstag in Basel (3:1) unterstrich der frühere Lauterer mit zwei Toren, dass mit ihm in der Rückrunde wieder zu rechnen ist. "Ich spüre Miros Atem immer", sagte Gomez bereits. Auch von Olic kam ein Lob für seinen Konkurrenten im Bayern-Sturm: "Für ihn ist es nicht einfach. Er muss auf seine Chance warten. Aber Miro geht den richtigen Weg."

In der Nationalelf wie verwandelt

Während Klose beim Rekordmeister im vergangenen halben Jahr schwächelte, zeigte der WM-Torschützenkönig von 2006 in der Nationalmannschaft ein ums andere Mal seine Klasse. Mit sieben Treffern in acht Einsätzen war der kopfballstarke Stürmer in der WM-Qualifikation bester Torschütze. Sein Siegtreffer beim 1:0 in Russland bescherte dem Vize-Europameister auch das WM-Ticket.

In der "ewigen" DFB-Torschützenliste hat Klose mit 48 Toren in 93 Länderspielen bereits Jürgen Klinsmann, Rudi Völler (beide 47), Karl-Heinz Rummenigge (45) und Uwe Seeler (43) überholt. Vor dem gebürtigen Polen liegen nur noch der "Bomber der Nation" Gerd Müller (68) und Joachim Streich (55).

Doch der Vater von Zwillingen beschäftigt sich nicht nur mit seinen Toren. Noch immer geht Klose der Selbstmord von Robert Enke sehr nahe. Allerdings glaubt der 31-Jährige nicht, dass in der Bundesliga dadurch ein Umdenken stattgefunden hat. "Für Menschlichkeit ist auf dem Platz kein Platz", sagte Klose zuletzt in einem Interview. Das System verlange "Leistung, Auslese, Sieger und Verlierer". Man müsse jetzt versuchen, so schnell wie möglich den Alltag einkehren zu lassen.

© SID

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